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Historischer Pfad Unteraichen

In neun Stationen präsentiert sich der Ort Unteraichen, der seit 1926 ein Teil von Leinfelden ist. Neben einem ortsgeschichtlichen Rückblick bieten Strom- und Trinkwasserversorgung, Einzelhandel, Verein und Gewerbe sowie die Filderbahn interessante Themen aus der Ortsgeschichte.

Station U1: Unteraicher Dorfplatz – Ein ortsgeschichtlicher Rückblick

Vermutlich erfolgte die Ansiedlung Unteraichens zwischen 700 und 1000 n. Chr. durch Alemannen oder Franken. Die erste urkundliche Erwähnung von Unteraichen findet sich in einer Urkunde des Klosters Bebenhausen aus dem Jahre 1229. Zwischen 1524 und 1819 wurde Unteraichen vom sogenannten „Leinfelder Ämtlein“ verwaltet, zu dem neben Leinfelden selbst die Filderorte Unteraichen, Oberaichen, Musberg, Stetten, Weidach und Hof gehörten. 1926 schlossen sich die Orte Leinfelden, Unteraichen und Oberaichen zur Gemeinde Leinfelden zusammen. 1938 wurde Leinfelden dem Kreis Böblingen zugeordnet. Mit der Gemeindereform 1975 und dem Zusammenschluss der Gemeinden Leinfelden, Echterdingen, Stetten und Musberg zur Stadt Leinfelden-Echterdingen, kam Leinfelden schließlich zum Kreis Esslingen.

Im Jahr 1827 bestand Unteraichen aus 45 Gebäuden, die in 28 Gehöften zusammengefasst waren. Vor dem 2. Weltkrieg lebten in Unteraichen etwa 400 Einwohner, nach dem Krieg und der Ansiedlung von Heimatvertriebenen etwa 700 Einwohner. Heute hat Unteraichen rund 5.000 Einwohner.

Der ursprüngliche Ortskern von Unteraichen erstreckte sich bis 1900 hauptsächlich entlang Schulstraße, Talstraße und Uhlandstraße bis hin zu der in nordwestlicher Richtung gelegenen Rosenbrunnenstraße. Die wichtigsten Wegverbindungen waren teilweise befestigte Wege nach Leinfelden, Oberaichen, Echterdingen und Möhringen. Rings um den alten Ortskern befanden sich überwiegend Streuobstwiesen, Felder und Äcker. Heute ist Unteraichen mit Leinfelden, dessen alter Ortskern sich entlang Lengenfeldstraße, Kirchstraße und der Echterdinger Straße erstreckte, zu einem Ort verschmolzen.

Adresse:
Talstraße 2
70771 Leinfelden-Echterdingen

Postkarte aus Unteraichen von 1910
Gruß aus Unteraichen, Postkarte um 1910.

Station U2: Zehntscheuer + Vereinsleben

Zehntscheuer mit Fruchtkasten

Die Zehntscheuer mit Fruchtkasten diente der Aufbewahrung des „Großen Zehnten“ von den Unteraicher Bauern an das Kloster Bebenhausen. Da die sogenannten „Bebenhäuser Höfe“ in der Rosenbrunnenstraße als älteste Gehöfte Unteraichens erstmals 1356 urkundlich erwähnt wurden, ist davon auszugehen, dass der Bau der Zehntscheuer in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang steht. In die Unteraicher Zehntscheuer mussten auch die Leinfelder und Oberaicher Bauern den Großzehnt bis zum Bau eigener Zehntscheuern in den Jahren 1747 bzw. 1784 abliefern. Die Unteraicher Zehntscheuer wurde 1760 renoviert. Nachdem zu Beginn des 19. Jahrhunderts Frondienste, Leibeigenschaft und 1843 letztlich auch die Gültverpflichtungen abgelöst werden konnten, besaßen Zehntscheuer und Fruchtkasten keinen offiziellen Zweck mehr. 1850 gelangte die Zehntscheuer in den Besitz der Teilgemeinde Unteraichen und musste 1964 leider dem Verkehr weichen.

Zum Ausgleich wurde 1992 der heutige Unteraicher Dorfplatz mit einem Brunnen des Künstlers und Steinmetzmeisters Thomas Groß, mit Sitzgelegenheiten und einer Linde (1989 gestiftet vom Liederkranz Unteraichen) angelegt.

Vereinsleben

Der Liederkranz Unteraichen (heute Leinfelden Unteraichen im Takt) wurde 1897 gegründet und ist damit der älteste Verein im Ort. Der Verein zählte zeitweise über 90 Mitglieder und konnte bei Sängerfesten zahlreiche Preise erringen. Friedrich Kleinbeck schrieb das Heimatlied „Mein Ober- und mein Unteraichen“, das der langjährige Dirigent des Vereins‚ Karl Rebholz, im Jahr 1952 vertonte.

Seit 2009 kümmert sich der Verein der „Unteraicher Bürger e.V.“ (Webseite: www.unteraichen.com) ehrenamtlich um die Belange des Ortsteils. Ziele des Vereins sind die Verbesserung von Wohn- und Lebensqualität im Ortsteil, die Pflege des Gemeinschaftsgeistes ebenso wie die Ortsgeschichte zu bewahren und erlebbar zu machen. Auf dem Unteraicher Dorfplatz veranstaltet der Verein jährlich sein beliebtes Sommerfest. Der Dorfplatz ist auch Startpunkt der ortsgeschichtlichen Rundgänge, die alteingesessene Vereinsmitglieder bei geeigneten Anlässen durchführen.

Adresse:
Schulstraße
70771 Leinfelden-Echterdingen

Zehntscheuer Unteraichen mit angebautem Fruchtkasten
Zehntscheuer Unteraichen mit angebautem Fruchtkasten, davor Ruth Schleehauf, um 1932.

Station U3: Altes Schul- und Rathaus + Milchgenossenschaft

Altes Schul- und Rathaus

Die allgemeine Schulpflicht wurde durch Herzog Eberhard III im Jahre 1649 eingeführt, ebenso die Anstellung von überprüften hauptamtlichen Schulmeistern. Im Jahr 1843 errichtete Unteraichen ein eigenes Schul- und Rathaus mit einem Schulraum, einem Ratszimmer, einer Lehrerwohnung und einem Gemeindebackofen. Um die Baukosten bestreiten zu können, verkaufte die Teilgemeinde fast ihren gesamten Waldbesitz. 35 Schüler zogen mit dem Schulmeister Weber in das neue Haus ein. Die Unteraicher Schule konnte bis 1951 für den Unterricht genutzt werden. 1951 wurde das Haus mit einem Anbau versehen und zum ersten Kindergarten der Gemeinde Leinfelden umgebaut, der 1954 eingeweiht wurde. Der Gemeindebackofen musste damals einer mit Kohle beheizten Zentralheizung weichen. Erhalten blieben jedoch die Lehrerwohnung und die Uhr mit dem Glockentürmchen.

Im Jahr 1970 wurde der „Schubertkindergarten“ eröffnet, der 1991 in „Paul-Maar-Kinderhaus“ umbenannt wurde. Turm, Uhr und Glocke des alten Schulhauses stehen unter Denkmalschutz.

Milchgenossenschaft

Rechts neben dem Alten Schulhaus befand sich das sogenannte „Milchhäusle“. 1934 wurde die Milchgenossenschaft Unteraichen gegründet, die eine Selbstvermarktung der am Ort erzeugten Milch anstrebte. Bis ca. 1950 wurde die Milch von den Bauern aus dem Stall heraus verkauft. 1957 hat man die bestehenden Milchsammelstellen zu Verkaufsgeschäften umgebaut. So bestand bis zum Jahre 1972 und der Eröffnung des Filder-Einkaufszentrums (FEZ) mit dem „Milchhäusle“ ein selbstständiges Ladengeschäft. 1976 wurde die Auflösung der Milchgenossenschaft beschlossen, die Läden verkauft und die Milcherfassung der Südmilch AG übertragen. Das Milchhäusle ist heute integraler Gebäudeteil des Wohnhauses Nummer 17.

Adresse:
Schulstraße
70771 Leinfelden-Echterdingen

Schule und Rathaus in Unteraichen im Jahr 1910
Schule und Rathaus Unteraichen, um 1910.

Station U4: Kirchenweg + Stromversorgung

Kirchenweg

Unteraichen gehörte seit 1563 zur Pfarrei Musberg. Ein eigenständiges Kirchengebäude gab es in Unteraichen bis zum Jahr 1974 nicht. Auf dem Kirchenweg gingen die Einwohner Unteraichens daher zur Kirche nach Musberg. Auf dem dortigen Friedhof wurden auch die Toten bis zur Eröffnung eines eigenen Friedhofs im Jahre 1852 begraben. Daher sagte man früher, dass die Unteraicher genauso wie die Leinfelder und Oberaicher „tot und lebendig nach Musberg“ gehören.

1894 erhielt Leinfelden-Unteraichen die Rechte einer Filialkirchengemeinde. Daraufhin wurde die Peter-und-Paul-Kirche in Leinfelden gebaut und 1897 fertiggestellt. Unteraichen bekam erst 1974 mit der Auferstehungskirche ein eigenständiges Kirchengebäude.

Der Kirchenweg ist heute noch teilweise in der Landschaft sichtbar. Er führte durch den Weilerwald auf direktem Weg nach Musberg. Die Gottesdienste in Musberg fanden an Sonn- und Feiertagen im Sommer um 8 Uhr, im Winter um 9 Uhr statt. Hochzeiten und Bestattungen wurden um 10 Uhr oder 13 Uhr gehalten.

Stromversorgung und Fernmeldewesen

Im Jahr 1911 wurde Unteraichen an die Stromversorgung der Neckarwerke angeschlossen. Das erste Telefon Unteraichens befand sich seit etwa Ende der 1930er-Jahre im Getränkeladen Schimpf. Erhielt ein Dorfbewohner einen Anruf, musste der Angerufene zunächst persönlich informiert werden. Der Anrufer musste so lange warten, bis der Angerufene schließlich bei der „Schimpfe Marie“ eingetroffen war.

Adresse:
Kirchenweg
70771 Leinfelden-Echterdingen

Schulstraße in Unteraichen 1912
Schulstraße in Unteraichen, kurz vor der Einbiegung in die Jakobstraße, um 1912.

Station U5: Rosenbrunnenstraße + Trinkwasserversorgung

Rosenbrunnenstraße

Die Rosenbrunnenstraße hat ihren Namen vom „Rosenbrunnen“ erhalten, einem von insgesamt neun Brunnen Unteraichens, die die Bewohner Unteraichens ursprünglich mit Trinkwasser versorgt haben. Die Namensgebung hatte ursprünglich nichts mit schönen Rosenblüten zu tun. Namensgeber waren vielmehr die umgebenden Wiesen, die dem Flurnamen nach „Roesewiesen“ genannt wurden. Dort wurde Flachs ausgebreitet, um ihn zu „roesen“, das heißt mit Wasser des dortigen Brunnens zu befeuchten, anschließend zu trocknen, um diesen leichter brechen zu können. Daher der Name „Rosenbrunnen“.

In der Rosenbrunnenstraße befanden sich die vier „Bebenhäuser Höfe“ (in de Höf), die zu den ältesten urkundlich erwähnten Gebäuden in Unteraichen gehören. Sie waren laut einer Urkunde des Jahres 1356 im Besitz des Klosters Bebenhausen und wurden im 15. Jahrhundert als Erblehen an die damaligen Pächter übertragen. Für diese Höfe wurde ursprünglich die Zehntscheuer am östlichen Ortsrand gebaut, wohin die Bauern den von der Obrigkeit festgesetzten Großzehnt abliefern mussten.

Trinkwasserversorgung

1906 bekam Unteraichen den Anschluss an die zentrale Filderwasserversorgung. Die Kanalisation wurde erst im Jahr 1929 gebaut. Die oben erwähnten neun Brunnen sind noch heute vorhanden, jedoch aus Sicherheitsgründen mit Betondeckeln verschlossen. Das einzige, nur zeitweilige Fließgewässer in Unteraichen ist der Erbgraben, der in die Körsch mündet. Im Volksmund wird dieser „Meergraben“ genannt, weil das Wasser letztlich ins Meer fließt.

Adresse:
Rosenbrunnenstraße
70771 Leinfelden-Echterdingen

Rosenbrunnenstraße in den 1930er Jahren
Haus Rath/Reimold in der Rosenbrunnenstraße, „in de Höf“, 1930er Jahre.

Station U6: Alter Friedhof + Stuttgarter Straße

Alter Friedhof

 „Der Weiler Unter-Aichen mit eigener Markung liegt 2-¼-Stunden südwestlich von Stuttgart, ¼ Stunde nördlich von Leinfelden und eine ½ Stunde nordöstlich vom kirchlichen Mutterort Musberg auf der freien Filderebene hinter Obstbäumen versteckt. Das Wohlstand verratende, mit gutem Trinkwasser versehene Örtchen ist mit den Orten Leinfelden und Ober-Aichen (…) durch chaussierte Wege in Verbindung gesetzt. An dem südöstlichen Ende des Ortes steht das 1844 erbaute Schulhaus mit der Schullehrer-Wohnung, dem Ratszimmer und dem Gemeindebackofen. Gegenwärtig werden die Todten noch in Musberg beerdigt: es ist aber bereits ein Platz für einen Kirchhof angekauft.“ (Text aus der Oberamtsbeschreibung Stuttgart von 1851.)

Dieser Friedhof aus der Oberamtsbeschreibung wurde 1852 am damaligen östlichen Ortsrand an der Straße nach Möhringen angelegt und bis zur Eröffnung des Waldfriedhofs am Nordostrand des Weilerwalds im Jahre 1948 genutzt. Der Waldfriedhof dient heute noch immer den Ortsteilen Leinfelden, Oberaichen und Unteraichen als gemeinschaftlicher Friedhof.

Der Unteraicher Friedhof wurde letztlich im Jahr 1956 aufgegeben. Heute befinden sich noch das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs auf dem Friedhofsgelände, sowie der Grabstein des Feldwebels Michel aus Stuttgart, der im 2. Weltkrieg in Unteraichen an einer Kriegsverletzung gestorben ist.

Stuttgarter Straße

Die heutige Stuttgarter Straße (früher Eselweg) war ein alter Verbindungsweg aus dem Nesenbachtal herauf über die Filder nach Böblingen, der schon von den Römern benutzt wurde. Er führte am Heilbrunnen in Möhringen (heute Freibad) am damals noch nicht vorhandenen Unteraichen vorbei und verlief in Leinfelden am Ende des Randwegs zur Mäulesmühle hinunter, das Aischbachtal hinauf zur Hohewart nach Musberg und von dort aus nach Böblingen. Reste von römischen Gutshäusern wurden beim Bau des Autohauses Stollsteimer sowie in der Schönbuchstraße entdeckt.

Adresse:
Stuttgarter Straße
70771 Leinfelden-Echterdingen

Einweihung des Gefallenendenkmals
Einweihung des Gefallenendenkmals des 1. Weltkriegs auf dem Unteraicher Friedhof am 22. Oktober 1922.

Station U7: Gasthaus zur Post + Filderbahn

Gasthaus Haltestelle (ehemaliges Gasthaus zur Post)

An der Haltestelle der Filderbahn in Unteraichen eröffnete Karl Reimold im Jahr 1900 die Wirtschaft „Zur schönen Aussicht“. Bereits 1902 wurde die Wirtschaft vom Postillion Christian Stiefel übernommen und in „Gasthaus zur Post“ umbenannt. Stiefel führte bis 1910 die königliche Postkutsche von Möhringen bis Bebenhausen. Ebenfalls bis 1910 befand sich dort die Poststelle für Unteraichen, Leinfelden, Oberaichen und Musberg.

Filderbahn

Im Jahr 1897 wurde die Nebenlinie der Filderbahn von Möhringen nach Neuhausen als Schmalspurbahn mit Haltepunkt in Unteraichen fertiggestellt. Die Bahnlinie verkehrte von Unteraichen entlang des Aicher Wegs ohne Haltepunkt in Leinfelden direkt nach Echterdingen. Der Bahndamm entlang des Wegs ist heute noch gut zu erkennen. 1928 wurde die Filderbahn auf die Spurbreite der Straßenbahn umgebaut, die Strecke elektrifiziert und über Leinfelden nach Echterdingen geführt.

Ebenfalls in den 1920er-Jahren wurde die neue Bahnlinie Vaihingen-Leinfelden-Echterdingen mit Endstation Neuhausen in Betrieb genommen, die 1928 mit der Eisenbahnlinie Leinfelden-Waldenbuch ergänzt wurde. Über diese Strecke wurde auch das Siebenmühlental touristisch erschlossen (heutiger Bundeswanderweg). Dieser Streckenteil musste jedoch bereits 1956 mangels Rentabilität wiedereingestellt werden. Die Bahnlinie nach Vaihingen wurde bis Ende der 80er-Jahre für Güterverkehr genutzt, bis sie anschließend sukzessive zur S-Bahnstrecke umgebaut wurde.

Adresse:
Hohenheimer Straße 7
70771 Leinfelden-Echterdingen

Eröffnung der „Restauration zur schönen Aussicht“ im Jahr 1900
Eröffnung der „Restauration zur schönen Aussicht“ im Jahr 1900.

Station U8: Aicher Weg + Alte Ziegelei

Aicher Weg

Der Aicher Weg war die direkte Verbindung zwischen Unteraichen und Echterdingen und verlief neben den Gleisen der Filderbahn. Er zweigte an der heutigen Kronenstraße sowie danach an der Hauptstraße in Echterdingen jeweils zur Ortsmitte hin ab. Am Beginn des Aicher Wegs stand bis in die 1970er-Jahre das Gebäude der Ölmühle Rueß. Die Ölmühle selbst war bis kurz vor Ausbruch des 2. Weltkriegs in Betrieb. Dort wurden Mohnsamen zu Öl gemahlen.

Alte Ziegelei

Das „Ziegelwerk Unteraichen“, erstellt von Gottlieb Dieter aus Echterdingen, war der erste Fabrikbetrieb von Leinfelden-Unteraichen. Dort wurden ab dem Jahr 1907 Ziegelsteine sowie Dachziegel hergestellt, die vor allem nach Stuttgart geliefert wurden. Nachdem die Ziegelei den Betrieb 1942 eingestellt hatte, gab es mehrere Nutzer des Fabrikgebäudes, unter anderem eine Chemische Reinigung, anschließend die Verwaltung der US-Armee, die eine große Wäscherei betrieb. 1962 wurde der erste Möbel-Supermarkt Deutschlands (Kost) eröffnet. 1972 entstand dann mit dem Filder-Einkaufszentrum (FEZ) der erste große Supermarkt auf den Fildern.

Unter dem heutigen Kundenparkplatz sowie dem Hochhaus befanden sich die Lehmgruben, die nach dem Krieg mit Bauschutt aufgefüllt wurden. Die Lehmgruben waren teilweise mit Grundwasser gefüllt, sodass die Unteraicher Kinder darin im Sommer baden und im Winter auf dem gefrorenen See Schlittschuhlaufen konnten.

Adresse:
Adlerstraße 3
70771 Leinfelden-Echterdingen

Dampfziegelei Unteraichen um 1915
Dampfziegelei Unteraichen, Ansicht um 1915

Station U9: Gasthaus Rößle + Einzelhandel

Gasthaus Rößle

1873 wurde die Gastwirtschaft „Rössle“ von Jakob Staiger aus Stetten gegründet und von seinem Sohn später um eine Metzgerei ergänzt. 1926 konnte nach dem Anbau eines Saals und der Einrichtung von neun Fremdenzimmer der „Saalbau zum Rößle“ festlich eingeweiht werden. Das Rößle war bis 1900 die einzige Gaststätte des Ortes. Nachdem Unteraichen im Jahr 1897 an die Filderbahnlinie angeschlossen wurde, gab es im „Rößle“ eine Fahrkartenverkaufsstelle. Später betrieb die Familie Staiger neben der Gaststätte einen kleinen Supermarkt mit Metzgerei. 2014 wurden die Gebäude abgerissen und es entstand ein Neubau mit Wohnungen und Büroräumen.

Adresse:
Schulstraße 1
70771 Leinfelden-Echterdingen

Einzelhandel

In der heutigen Schulstraße (früher Rohrer Straße) gegenüber dem Gasthaus Rößle befand sich die Bäckerei Fischer. Es war die einzige Bäckerei in Unteraichen. Die Geschwister Karl und Emma Fischer („Becke Emma“) betrieben die Bäckerei bis Ende der 1970er-Jahre bis sie altershalber, aber auch aufgrund des konkurrierenden Filder-Einkaufszentrums (FEZ) aufgeben mussten. Die Bäckerei wurde im September 2003 abgerissen.

Links neben dem Schul- und Rathaus verkaufte Karl Maier „Colonialwaren“ („s’Lädle“). Schließlich gab es noch den Getränkeladen von Marie Schimpf, in dem Erwachsene auch Zigaretten und Kinder Süßigkeiten kaufen konnten.

Ansichtskarte aus Unteraichen von 1900
Gruß aus Unteraichen, Ansichtskarte um 1900.