Sprung über die Gleise
Leinfelden Mitte soll sich verändern – grundlegend und zukunftsorientiert. Heute noch trennt die S-Bahntrasse den Ort in Ost und West – künftig soll die Stadt hier besser zusammenwachsen.
Im Mittelpunkt steht darum der „Sprung über die Gleise“: Das Ziel ist, beide Stadtseiten räumlich und funktional zusammenzuführen – mit Raum für Wohnen, zukunftsfähigen Arbeitsplätzen, Natur, Freizeit und zeitgemäßer Mobilität.
Eintauchen in sensible Transformationen – Köpfer in eine gemeinsame Zukunft
1. Rang: Hähnig I Gemmeke Architekten
Partnerschaft und Stadtplaner mbB, Tübingen/Stuttgart mit dem Büro Urban Standards aus München
Ergebnisse des kooperativen Gutachterverfahrens
Urbane Mitte Leinfelden – Sprung über die Gleise
Die Präsentation der städtebaulichen Zukunftsperspektiven am 12. März 2026 markiert den vorläufigen Abschluss eines ungewöhnlichen partizipativen, fachlich dichten und von Dialog geprägten Verfahrens. Ziel war es, die langjährige Zäsur durch die S‑Bahntrasse im Ortsteil Leinfelden zu überwinden und neue Entwicklungsmöglichkeiten für das Gebiet aufzuzeigen. Die Stadt soll endlich den Sprung über die Gleise schaffen.
Stadt, Wirtschaft, Natur und Verkehr sollten zu einem lebendigen, flexiblen und nachhaltigen Ganzen verbunden werden. Die erarbeiteten Beiträge sind keine fertigen Pläne, sondern fundierte Ideen und Ausgangspunkte für weitere Entwicklungs- und Planungsschritte.
Besonderheit des Verfahrens: Dialog trifft Werkstatt
Im Herbst 2025 startete das Verfahren nach monatelanger Vorbereitung mit dem sogenannten Dialog1. Dieser Auftakt war bewusst öffentlich und offen konzipiert. Die Stadt informierte über die Ziele und Rahmenbedingungen und sammelte erste Hinweise aus der Bürgerschaft, von Gewerbe und Industrie. Darauf aufbauend wurde ein kooperatives Werkstattverfahren durchgeführt. Die zuvor in einem VgV-Verfahren ausgewählten Planer-Teams aus Stadtplanerinnen, Stadtplanern und Landschaftsarchitektinnen und -architekten arbeiteten drei Tage lang vor Ort im Gebiet intensiv und transparent an ihren ersten Entwürfen.
Am Verfahren beteiligt haben sich die folgenden drei Planer-Teams:
- asp Architekten GmbH, Stuttgart mit TREIBHAUS Landschaftsarchitektur, Hamburg mit INOVAPLAN GmbH, StetePlanung, Darmstadt und mit Transsolar Klima und Nachhaltigkeit
- Hähnig I Gemmeke Architekten BDA Partnerschaft mbB, Tübingen/ Stuttgart mit dem Büro Urban Standards aus München
- KARRES EN BRANDS, Hilversum / Hamburg
Diese Werkstatt war das zentrale Element dieses Verfahrens. Sie verband fachliche Expertise mit lokaler Perspektive der Stakeholder aus dem Gebiet. Fachleute, Vertreterinnen und Vertreter von Stadt, Politik und Wirtschaft sowie unsere Empfehlungskommission trafen während dieser Werkstatt auf die drei Büros, diskutierten Entwürfe und prüften Umsetzbarkeit.
Diese Kombination aus öffentlichem Dialog, kollegialer Werkstattarbeit und unmittelbarer Rückkopplung mit Stakeholdern aus dem Gebiet machte das Verfahren außergewöhnlich. Die Empfehlungskommission setzte sich zusammen aus Vertretern der lokalen Politik und einer Reihe renommierter Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichtern.
Was entstanden ist
Drei überzeugende und kreative Konzepte wurden erarbeitet, jeweils mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Stärken. Die erarbeiteten Beiträge aller drei Planer-Teams belegen, wie produktiv und bereichernd dieser Prozess war. Bearbeitet wurden die zentralen Bausteine Nutzungsmischung, blau-grüne Infrastruktur, Verkehre und nachhaltige Entwicklung. Die kollegiale und konstruktive Atmosphäre in der Werkstatt führte dazu, dass die Arbeit aller Planer-Teams den Prozess gewinnbringend bereichert hat.
Die erarbeiteten Konzepte zeigen Varianten auf, wie zentrale Nutzungen neben einem neuen Rathausstandort Urbanität erzeugen können. Durch welche Maßnahmen die Nordspange und die Max‑Lang‑Straße städtebaulich qualifiziert werden können. Neue Qualitäten entstehen in den Konzepten, durch die bestehende Strukturen gestärkt. Unterschiedliche Ansätze zeigen auf wo Synergien zwischen dem Bosch‑Areal, der Bahnhofsachse und dem Gesamtgebiet entstehen können.
Die Konzepte behandeln Fragen nach einer räumlichen Entwicklungsstrategie, nach der Möglichkeit Nutzungsmischungen „über die Gleise“ springen zu lassen und nach der Integration von Werksflächen in das städtische Gefüge.
Markus Müller, Präsident der Architektenkammer Baden‑Württemberg und Vorsitzender der Empfehlungskommission, hob die hervorragende und sehr kollegiale Beteiligung der Planer-Teams sowie das extrem hohe Niveau aller drei Beiträge hervor. Die Empfehlungskommission zeigte sich inhaltlich und fachlich beeindruckt.
Die präsentierten Ergebnisse bilden keinen abgeschlossenen Endpunkt, sondern den Auftakt für weitere Entwicklungen, vertiefende Planungen und einen fortlaufenden Dialog mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren vor Ort. Durch das Verfahren wurden neue Ideenräume geöffnet. Diese müssen weiter konkretisiert werden und in einem fortlaufenden Prozess weiterentwickelt werden.
2. Rang: KARRES EN BRANDS
Hamburg/Hilversum
3. Rang: asp Architekten GmbH
Stuttgart mit TREIBHAUS Landschaftsarchitektur, Hamburg
Ergebnisse sind Impulse für die zukünftige Entwicklung:
- Die präsentierten Ergebnisse sind dabei kein abgeschlossener Endpunkt, sondern bilden den Auftakt für weitere Entwicklungen, vertiefende Planungen und einen fortlaufenden Dialog mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren vor Ort.
- Markus Müller, Präsident der Architektenkammer BW und Vorsitzender der Empfehlungskommission für dieses Verfahren, hob lobend die die hervorragende und sehr kollegiale Beteiligung der drei Planer-Teams an dem besonderen Dialog-Verfahren hervor sowie das extrem hohe Niveau aller drei Arbeiten.
- Es sind drei sehr überzeugende und kreative Ideen erarbeitet worden, mit unterschiedlichen Stärken und Ausrichtungen, die nicht nur die Empfehlungskommission inhaltlich und fachlich beeindruckt haben.
- Ausdrücklich bedanken möchte sich die Stadt Leinfelden-Echterdingen bei den drei beteiligten Planer-Teams. Zusätzlich auch bei den beteiligten privaten Akteuren aus dem betrachteten Gebiet und der Stadtgesellschaft sowie bei den Expertinnen und Experten der Empfehlungskommission.












