Sportentwicklungsbericht LE: Erst sichern, dann sanieren, dann bauen
Die Sportvereine in Leinfelden-Echterdingen sind weiterhin gefragt – vor allem bei Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig müssen Stadt und Vereine mit begrenzten finanziellen, räumlichen und personellen Ressourcen haushalten. Der Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss hat sich deshalb jüngst mit einem neuen, ressourcenorientierten Sportentwicklungsbericht befasst.
Erhalt vor Neubau
Im Mittelpunkt steht der Erhalt der bestehenden Sportinfrastruktur. Vorhandene Hallen, Plätze und Freianlagen sollen angesichts der angespannten Haushaltslage bestmöglich genutzt werden. Neue Sportstätten bleiben zwar Teil der langfristigen Planung, sind aber nur nach sorgfältiger Priorisierung und im Rahmen der städtischen Finanzmöglichkeiten realisierbar.
Steigende Nachfrage, knappe Kapazitäten
Zwischen 2023 und 2026 wuchs die Einwohnerzahl leicht von 40.526 auf 41.048. Deutlich stärker stieg jedoch die Zahl der Kinder und Jugendlichen in den vier großen Sportvereinen – um mehr als 18 Prozent. Abteilungen wie Fußball, Handball, Turnen oder Badminton führen bereits Wartelisten. In allen vier Stadtteilen sind die Kapazitäten der Sportanlagen weitgehend ausgeschöpft, hinzu kommt Sanierungsbedarf sowie wachsender bürokratischer Aufwand und Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Ehrenamtlichen und Trainern.
Prioritäten: Schulsport und Bestandserhalt zuerst
Die Verwaltung schlägt eine klare Reihenfolge vor: An erster Stelle stehen Schulsport, Verkehrssicherheit und der Erhalt der Infrastruktur. Danach folgt die bessere Auslastung vorhandener Hallen und Plätze, etwa durch optimierte Belegungspläne und multifunktionale Nutzung. Sanierungen, Modernisierungen und Kapazitätserweiterungen sollen erst danach angegangen werden. Zudem soll eine Arbeitsgruppe aus Vereinen, Fraktionen und Verwaltung die künftige Sportentwicklung begleiten.
Millioneninvestitionen und Förderung
In den vergangenen zehn Jahren hat die Stadt rund 20 Millionen Euro in Sportinfrastruktur investiert, hinzu kommen laufende Kosten für Betrieb und Unterhaltung. Gefördert werden unter anderem hauptamtliche Geschäftsführungen der SG-LE-Mitgliedsvereine, ein Jugendkoordinator sowie hauptamtliche Trainerinnen und Trainer, die auch mit Schulen und Kitas kooperieren.
Auch im nicht organisierten Sport wurde investiert: neue Calisthenics-Anlagen, erneuerte Bolzplätze und die seit März 2025 nutzbaren Mountainbike-Trails im Siebenmühlental. Künftig setzt die Stadt auf enge Zusammenarbeit mit den Vereinen, um trotz angespannter Finanzlage ein attraktives Sportangebot zu sichern. Ebenso soll eine Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Vereinen, der Fraktionen und der Verwaltung gegründet werden, die sich zukünftig um die Themen und die Weiterentwicklung im Sportbereich kümmern soll.


