Gründer- und Innovationszentrum LE (GIZ): Raum für die Ideen von morgen
Gründen, ausprobieren, forschen, netzwerken: Mit dem Gründer- und Innovationszentrum (GIZ) schafft Leinfelden-Echterdingen einen neuen Ort für Start-ups, Gründende und Innovationsteams. Im Gewerbegebiet Echterdingen-Nord entsteht auf rund 900 Quadratmetern ein Zentrum, das junge Unternehmen mit etablierten Firmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammenbringen soll. Die Eröffnung ist für das erste Quartal 2027 geplant.

Eine gute Idee braucht mehr als einen Schreibtisch. Sie braucht Raum, Austausch, Know-how – und Menschen, die Türen öffnen. Genau hier setzt das geplante Gründer- und Innovationszentrum der Stadt Leinfelden-Echterdingen an.
Im Gebäude an der Friedrich-List-Straße 20–24 im Gewerbegebiet Echterdingen-Nord soll ein moderner Gründungs- und Innovationsstandort entstehen. Der entscheidende Schritt ist inzwischen gemacht: Am 22. Mai 2026 unterzeichneten die Stadt und die Weitmann & Konrad Vermögensverwaltungs-GmbH die vertragliche Grundlage für die Nutzung des Gebäudes als künftiger GIZ-Standort. Der Umbau soll zeitnah starten.
Kurz und knapp: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
Von der Idee zum eigenen Unternehmen
Das GIZ soll eine zentrale Anlaufstelle für Menschen werden, die ein Unternehmen gründen, ein Start-up aufbauen oder eine neue Geschäftsidee entwickeln wollen. Auch Innovationsteams aus bestehenden Unternehmen gehören ausdrücklich zur Zielgruppe.
Geplant sind auf rund 900 Quadratmetern und vier Etagen unterschiedliche Arbeits- und Entwicklungsbereiche: Büros und Gemeinschaftsflächen, Coworking-Angebote, Werkstätten und Labore sowie Flächen für Forschung und Entwicklung. Auch Kleinserienproduktion und Logistik sollen möglich sein. Damit geht das Konzept über ein klassisches Büro- oder Coworking-Angebot hinaus: Im GIZ sollen Ideen nicht nur besprochen, sondern möglichst auch entwickelt und praktisch erprobt werden können.
Vernetzen statt allein gründen
Eine der großen Stärken des GIZ soll seine Vernetzung sein. Junge Unternehmen treffen hier auf die etablierte Wirtschaft in Leinfelden-Echterdingen, auf Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie auf weitere Partner aus der Gründungslandschaft.
Die Universität Hohenheim ist bereits als Kooperationspartner vorgesehen. Auch die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen der Region, darunter Fraunhofer, gehört zum Konzept. Ziel ist ein Umfeld, in dem aus Kontakten Kooperationen, aus Kooperationen neue Ideen und aus Ideen tragfähige Geschäftsmodelle entstehen können.
Dabei kann das GIZ auf ein bereits gewachsenes Netzwerk aufbauen. Die Stadt arbeitet seit mehreren Jahren daran, die Gründungskultur am Standort zu stärken. Wie bereits erwähnt, wurde Leinfelden-Echterdingen 2024 im Landeswettbewerb „Start-up BW Local“ als „Gründungsfreundliche Kommune 2024/2025“ ausgezeichnet. Zu den Bausteinen des Konzepts gehören neben dem GIZ unter anderem Beratungsangebote, Veranstaltungsformate, Innovationsteams aus Unternehmen und ein Unternehmernetzwerk.
Ein Projekt mit Vorgeschichte
Die Idee für einen solchen Innovationsstandort ist nicht neu. Bereits 2023 fasste die Stadt einen Grundsatzbeschluss für ein Gründerzentrum. Am 4. Februar 2025 beschloss der Gemeinderat die Gründung des GIZ. Seitdem wurden Standort, Konzept und Betreibermodell weiterentwickelt.
Ursprünglich war eine Eröffnung bereits für 2026 vorgesehen. Die Planungen haben sich jedoch weiter konkretisiert. Nach dem inzwischen geschlossenen Vertrag mit dem Gebäudeeigentümer ist die Eröffnung nun für das erste Quartal 2027 vorgesehen.
Auch beim Betriebsmodell gibt es eine wichtige Neuerung: Die Stadt bleibt Trägerin des GIZ, übernimmt den laufenden Betrieb aber nicht selbst. Stattdessen wird ein externer Betreiber gesucht. Das europaweite Verfahren soll nach aktuellem Stand bis Ende Oktober 2026 abgeschlossen sein. Der künftige Betreiber soll unter anderem Start-ups und Gründungsunternehmen akquirieren und betreuen, Veranstaltungen organisieren und Beratungsangebote koordinieren. Er wird den Mietvertrag für die GIZ-Flächen direkt mit dem Gebäudeeigentümer abschließen.
Warum ein GIZ gerade in LE?
Leinfelden-Echterdingen verfügt über einen breit aufgestellten Wirtschaftsstandort mit internationalen Unternehmen, Mittelstand, Handwerk und Dienstleistungsunternehmen sowie einer außergewöhnlich guten Anbindung an Flughafen, Messe und die Region Stuttgart. Gleichzeitig liegt die Stadt mitten in einem Umfeld mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
Das GIZ soll diese Standortvorteile stärker mit der Gründerszene verbinden. Die Grundidee: Talente und gute Geschäftsideen sollen nicht nur in der Region entstehen – sie sollen hier auch die Möglichkeit bekommen, sich weiterzuentwickeln.
Das Zentrum richtet sich deshalb nicht ausschließlich an klassische Start-ups. Auch etablierte Unternehmen sollen die Möglichkeit erhalten, Innovationen gemeinsam mit jungen Teams voranzutreiben. So soll ein Austausch entstehen, von dem beide Seiten profitieren: Gründerinnen und Gründer erhalten Zugang zu Erfahrung, Netzwerken und Infrastruktur; etablierte Unternehmen bekommen neue Impulse und Kontakte zu innovativen Geschäftsmodellen.
Start-up-Szene trifft etablierte Wirtschaft
Wie groß das Interesse an diesem Austausch bereits heute ist, zeigte die zweite Start-up Night LE im Juni 2026. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Hochschulen, Forschung sowie der Gründungs- und Start-up-Szene kamen im SKYLAND am Flughafen Stuttgart zusammen. Im Mittelpunkt standen unter anderem der Weg von der Idee zur Marktreife, Fördermöglichkeiten und die Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft. Das GIZ soll künftig ein dauerhafter Ort für genau diese Begegnungen werden.
Ein Ökosystem für Innovation
Das Konzept des GIZ reicht deshalb über die Bereitstellung von Büroflächen hinaus. Vorgesehen sind Beratung, Veranstaltungen, Vernetzung und Zugang zu Kompetenzen und Infrastruktur. Auch vorhandene Möglichkeiten des Vermieters am Standort – beispielsweise Meeting-Infrastruktur oder Kompetenzen im Bereich Exportlogistik – sollen mitgenutzt werden können.
Die Stadt verfolgt damit einen langfristigen Ansatz: Das GIZ soll nicht einfach ein weiteres Gebäude im Gewerbegebiet werden, sondern ein Knotenpunkt für Gründung und Innovation in Leinfelden-Echterdingen und der Region Stuttgart.
Der nächste Schritt: Umbau und Betreiber
Mit der vertraglichen Sicherung des Standorts ist eine wichtige Hürde genommen. Als Nächstes stehen der Umbau des Bestandsgebäudes und die Auswahl des künftigen Betreibers an. Wenn die weiteren Schritte planmäßig verlaufen, kann das GIZ im ersten Quartal 2027 seine Türen öffnen.

