Veranstaltungsangebote

Rätsel-Rabe im Juni
Beim „Rätsel-Raben“ geht es diesen Monat um das Thema „Sommeranfang“. Mitmachen können Kinder von 9 - 12 Jahren. Teilnahmebögen gibt es in der Bücherei oder hier (PDF, 2,2 MB). Zu gewinnen gibt es Gutscheine für die Buchhandlung. Die Lösungen können bis 30. Juni 2026 in die Rätsel-Box in der Bücherei oder in den Briefkasten eingeworfen werden.
Offene Sprechstunde der Mobilen Jugendarbeit
Alle zwei Wochen haben junge Menschen die Möglichkeit, in die Bücherei Leinfelden zu kommen, um sich auszutauschen, Fragen zu stellen oder einfach jemanden zum Zuhören zu finden.
Alle Jugendlichen - unabhängig von der Lebenssituation oder dem Anliegen - sind herzlich eingeladen. Streetworkerin Susanne ist vor Ort, nimmt sich Zeit für Gespräche und unterstützt bei persönlichen Themen, Herausforderungen im Alltag oder bei der Orientierung in Schule, Ausbildung und Freizeit.
Nächster Termin:
Donnerstag, 11. Juni 2026, von 15.00 – 17.00 Uhr
Bücherei Leinfelden
Ohne vorherige Anmeldung.
Zweisprachiges Vorlesen
Zuhören, andere Sprachen kennenlernen, kulturelle Vielfalt erleben und viel Spaß haben. Das können Kinder beim zweisprachigen Vorlesen erleben. In welchen Sprachen wird vorgelesen? Natürlich auf Deutsch und in einer zweiten Sprache. Welche Sprache es ist, sollen die Kinder selber raten.
Für Kinder von 4 bis 8 Jahren.
Jeden 3. Donnerstag im Monat, nächster Termin am:
18. Juni 2026 von 15.00 – 15.30 Uhr
Bücherei Echterdingen
Der Eintritt ist frei. Ohne Anmeldung.
Kamishibai „Der Grolltroll“ von aprilkind
Das Kamishibai stammt ursprünglich aus Japan und wird auch hierzulande immer populärer. Bildkarten werden nacheinander in ein Erzähltheater aus Holz geschoben und dazu die Geschichte erzählt. Durch die besondere Darstellungsform als Kamishibai tauchen die Kinder stark ein in die Geschichte und werden selbst zum Erzählen angeregt.
Alles, was der kleine Troll anfängt, geht schief. Und so wird aus dem Troll ein wütender Grolltroll, der sich nicht einmal von seinen Freunden aufmuntern lässt. Aber Alleinsein ist noch doofer.
Für Kinder von 3 bis 6 Jahren.
Freitag, 26. Juni 2026, von 15.00 – 15.30 Uhr
Bücherei Leinfelden
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Bilderbuchkino Echterdingen
Die Bilder eines Bilderbuchs werden mit Hilfe des Beamers so groß, dass alle prima sehen können, und dazu wird die Geschichte vorgelesen.
Pünktlich zur Fußball-WM steht heute das Bilderbuchkino „Anpfiff für Dr. Brumm auf dem Programm. Bauer Hackenpiep hat Dr. Brumm und seine Freunde zu einem Fußball-Match herausgefordert: Hackenpiep und seine Neffen sollen gegen Dr. Brumms "Gurkentruppe" spielen. Von wegen Gurkentruppe! Dr. Brumm und seine Freunde wollen beweisen, dass sie es draufhaben!
Für Kinder ab 4 Jahren, Begleitpersonen dürfen gerne dabeibleiben.
Samstag, 27. Juni 2026, von 9.30 – 10.00 Uhr
Bücherei Echterdingen
Der Eintritt ist frei. Es ist keine Anmeldung notwendig.
Kamishibai "Die kleine Raupe Nimmersatt" von Eric Carle
Das Kamishibai stammt ursprünglich aus Japan und wird auch hierzulande immer populärer. Bildkarten werden nacheinander in ein Erzähltheater aus Holz geschoben und dazu die Geschichte erzählt. Durch die besondere Darstellungsform als Kamishibai tauchen die Kinder stark ein in die Geschichte und werden selbst zum Erzählen angeregt.
Heute steht der Bilderbuch-Klassiker „Die kleine Raupe Nimmersatt“ im Mittelpunkt. Die kleine Raupe schlüpft aus dem Ei und hat nur noch Fressen im Sinn. Eine Woche lang frisst sie sich durch allerlei Obst und Süßigkeiten. Dann baut sie sich einen Kokon und entpuppt sich als farbenprächtiger Schmetterling.
Für Kinder von 3 bis 6 Jahren.
Freitag, 3. Juli 2026, von 15.00 – 15.30 Uhr
Bücherei Echterdingen
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Chill & Connect – Mobile Jugendarbeit trifft Stadtbücherei | Lange Nacht der Utopien
Die Mobile Jugendarbeit Leinfelden-Echterdingen und die Stadtbücherei Leinfelden laden euch auf den Neuen Markt zum gemeinsamen Chillen, Lesen und Austauschen ein.
In unserer gemütlichen Chill-Out-Area könnt ihr entspannen, Fragen stellen oder einfach bei Snacks und Getränken eine gute Zeit verbringen.
Direkt nebenan bietet die Stadtbücherei ein Silent Reading in entspannter Atmosphäre an. Bringt dafür gerne euer eigenes Buch mit oder lasst euch vor Ort inspirieren.
Der Abend bietet die Möglichkeit, die Mobile Jugendarbeit und die Stadtbücherei kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen und den Neuen Markt gemeinsam als offenen Treffpunkt zu erleben. Egal ob ihr einfach nur vorbeischauen, lesen, quatschen oder entspannen wollt – ihr seid willkommen!
Samstag, 11. Juli 2026, von 18.00 – 22.00 Uhr
Bücherei Leinfelden
Die Veranstaltung ist Teil der Langen Nacht der Jugendkultur „Deluxe BW“.
Maker Kids: Spielerisch Programmieren
Die Stadtbücherei und die VHS laden alle kleinen Tüftlerinnen und Tüftler ein, die Welt der Technik spielerisch zu entdecken. Eingeladen sind alle Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren um erste Programmiererfahrungen mit den Mini-Robotern BlueBot, Sammy und Matata zu sammeln.
„MakerKids“ bietet eine kreative und altersgerechte Einführung in die Welt der Technik – perfekt für neugierige Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher!
Freitag, 7. August 2026 von 10.00 – 11.30 Uhr
Bücherei Leinfelden / VHS Leinfelden
Anmeldegebühr: 10 €
Anmeldung über die VHS, Kurs-Nr. 261-2825
Für Tüftlerinnen und Tüftler - Experimentierwerkstatt mit Elektrizität, Licht & Solar
Bei der „Experimentierwerkstatt“ dreht sich alles um Elektrizität, Licht und Solar. Gemeinsam werden wir u.a. eine Sonnenuhr, ein Solar- und Elektrofahrzeug und ein Stromkreis-Puzzle konstruieren.
Alle Tüftlerinnen und Tüftler zwischen 9 und 11 Jahren sind herzlich zum Experimentieren und Ausprobieren rund um die Elektrizität und Solarenergie eingeladen.
Freitag, 14. August 2026, von 10.00 – 11.30 Uhr
Bücherei Leinfelden
Kurs-Nr. 1954
Donnerstag, 20. August 2026, von 10.00 – 11.30 Uhr
Bücherei Echterdingen
Kurs-Nr. 1955
Mit vorheriger Anmeldung über ferien-le.de.
Eindrücke von unserer Kuscheltierparty
Zum RegioTV-Fernsehbeitrag geht's hier und den SWR-Beitrag finden Sie hier.

100 Jahre Bücherei Echterdingen
Historische Fotoausstellung
Dienstag, 18. November 2025, bis Freitag, 11. September 2026
Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen
Di.-Fr.: 8-12 Uhr
Mi.: 8-12 und 14-18 Uhr
Die Bücherei Echterdingen wurde im Jahr 1925 als „Ortslesebibliothek“ gegründet und feiert dieses Jahr ihren 100. Geburtstag. Mit Unterstützung des Kollegiums des Stadtarchivs hat der Auszubildende der Bücherei intensiv über die bewegte und vielseitige Geschichte recherchiert. Die Ergebnisse dieser Recherche, eingebettet in die damalige Geschichte von Echterdingen und die Entwicklung im öffentlichen Bibliothekswesen, lesen Sie hier.
Der Beginn - Echterdingen bekommt seine Ortslesebibliothek
Deutschland erlebte seit Mitte des 19. Jahrhunderts durch Initiativen von liberalen Vereinen, Kirchen und der Arbeiterbewegung eine Vielzahl von Bibliotheksgründungen. In vielen Städten und Gemeinden entstanden Volks- oder Ortslesebüchereien. Anfang des 20. Jahrhunderts kam es in Deutschland zum sogenannten „Richtungsstreit“. Experten stritten darüber, wie sich die öffentlichen Büchereien entwickeln sollten. Die eine Richtung zielte auf die Belehrung und Lenkung des Lesers in Form einer „Thekenbibliothek“, während die Gegenbewegung auf den freien Zugang zur Literatur und ein mögliches Beratungsgespräch an der Ausleihtheke setzte. Aus heutiger Sicht vielleicht unverständlich, setzte sich damals die Thekenbibliothek weitgehend durch. Die Bücher waren somit nicht im Freihandbestand zugänglich, sondern mussten beim Bibliothekar an der Theke bestellt werden, mögliche Belehrungen inklusive.
Am 20. März 1924 erkannte der Echterdinger Gemeinderat die Notwendigkeit und das „allgemeine Volksbedürfnis“, eine eigene Bibliothek zu gründen. Diese Einrichtung sollte durch Steuern finanziert werden. Bis es zur Umsetzung kam, dauerte es dann allerdings noch fast ein Jahr. Da man lange Zeit keine geeignete Person gefunden hatte, die die Bücherei leiten könnte, eröffnete die Echterdinger „Ortslesebibliothek“ erst am 10. Februar 1925. Die Bibliothek kam im Kellergeschoss des Rathauses Echterdingen unter.
Echterdinger Bürgerinnen und Bürger schlossen sich zu einem Bücherei-Verein zusammen. Der Zahnarzt Dr. Müller übernahm die Verantwortung und kümmerte sich um die Einrichtung und Pflege der kleinen Bücherei. Offiziell wurde er als „Bücherwart & Verwalter“ eingesetzt. Für die Einrichtung und die Bücherbeschaffung standen insgesamt 250 – 300 Reichsmark zur Verfügung, die die Gemeinde Echterdingen bezahlte. Der Wert entspricht heute rund 1.500 – 2.000 EUR. Die Leihgebühren betrugen zwischen 5 – 10 RM pro Buch, die Ausleihperiode wurde erst später angepasst, d.h. es gab noch keine festen Abgabefristen. Die Öffnungszeiten waren montags von 19-20 Uhr, und der Anfangsbestand hatte rund 100 Bücher mit „unterhaltender und belehrender“ Literatur. Im Jahr 1925 hatte Echterdingen eine Einwohnerzahl von insgesamt 2.363.
Im Gegensatz zur heutigen Zeit war damals der Beruf des Bibliothekars fast überwiegend von Männern besetzt. Frauen durften erst seit 1899 als Hilfsarbeiterinnen in den Büchereien mitarbeiten. Denn die Anforderungen an die Bibliothekare hatte sich mit dem Fortschreiten der Industrialisierung und dem Aufblühen der Wissenschaft stark erhöht. Nur mit der Unterstützung von Hilfsarbeitern (befristete und schlecht bezahlte Stellen) konnten die Arbeit bewältigt werden. Männer wollten diese schlecht bezahlten Jobs auf längere Zeit nicht ausüben, und die Folge war eine starke Abwanderung in besser bezahlte Berufe. Frauen nahmen diese unterbezahlten oder zum Teil auch unbezahlten Stellen an, oft infolge ihres (noch) mangelnden Selbstbewusstseins und einer geringen Anzahl familienfreundlicher Berufe. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen wurde 1908 den Frauen in Preußen erstmals der Zutritt zu Universitäten gewährt. Somit war eine erste Voraussetzung erfüllt, dass sich Frauen durch eine akademische Ausbildung als Bibliothekarinnen qualifizieren konnten. Doch zurück nach Echterdingen.
Dr. Müller wurde 1928 von Rektor Wirth abgelöst, der seitdem als Bücherwart der Bibliothek aufgeführt wurde. Die Öffnungszeiten wurden von montags auf donnerstags verlegt, die Uhrzeit blieb bei 19-20 Uhr. Am 28. Oktober 1930 berichtete der Filderbote, dass die Position des Bücherwartes nun von Hauptlehrer Widmann übernommen wurde. Die Öffnungszeiten blieben gleich.
Das Geld für die Bücherbeschaffung (heute: Medienetat) wurde im Jahr 1932 so knapp, dass die Ortslesebibliothek gebeten wurde, Mitglied bei der „Deutschen Zentralstelle für Volkstümliches Büchereiwesen“ zu werden. Die Gründe waren die auf das „äußerte gekürzten Mittel“, was zum Verfall der Bücherei führen könnte. Die Bücherei wurde zudem von der Stadt und dem Gemeinderat aufgefordert, ihre Arbeit über die Presse bekannter zu machen und sich von großen Persönlichkeiten vertreten zu lassen.
Am 1. September 1932 meldete die Deutsche Zentralstelle für das Volkstümliche Büchereiwesen, dass nur noch sehr begrenzte Mittel für die Neuerwerbungen zur Verfügung stünden. Daher sei es wichtig, beim Bestellen von neuen Büchern gut zu überlegen und Prioritäten zu setzen.
Die Ortsbücherei während des Nationalsozialismus
Während der Zeit der Weimarer Republik (1919 – 1933) vollzog sich vor allem die Kommunalisierung der Volksbüchereien, d.h. die Kommunen finanzierten ihre Büchereien. Nach 1933 geriet das öffentliche Bibliothekswesen unter die Kontrolle und Lenkung durch den Nationalsozialismus. Das nationalsozialistische Regime (1933 – 1945) unterdrückte das Recht auf freie Meinungsäußerung und brachte für die Literatur, Kunst und Kultur des öffentlichen Lebens das Ende der Freiheit. Am 10. Mai 1933 kam es in Berlin und anderen Universitätsstädten zu ersten öffentlichen Bücherverbrennungen („Verbrennung undeutschen Schrifttums“), organisiert von den Nationalsozialisten mithilfe der „Deutschen Studentenschaft“. Bücher von Erich Kästner, Thomas und Heinrich Mann, Albert Einstein und vielen anderen wurden „dem Feuer überantwortet“. Heinrich Heines Worte „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“ sollten sich in NS-Deutschland bewahrheiten.
Am 29. September 1933 informierte der „Verein zur Förderung der Volksbildung“, dass nur noch Bücher im Bestand zu führen sind, die mit der nationalsozialistischen Ideologie übereinstimmen. Alle anderen Bücher wurden als „gefährliche Literatur“ bezeichnet und mussten ausgesondert werden. Nur wenige Wochen später ging ein Schreiben an die Bücherwarte im Oberamtsbezirk Stuttgart, dass auch die Säuberung der Echterdinger Bücherei nach den Gesichtspunkten des NS-Staats zu beginnen habe. Werke, die ihrem Charakter nach die „Erneuerung des Volkes“ verhindern oder verzögern, sollten aus der Ausleihe zurückgezogen werden. Die dadurch entstehenden Lücken sollten bevorzugt mit nationalsozialistischer Propaganda-Literatur gefüllt werden. Bücher über die germanische Vorzeit, das deutsche Mittelalter und die preußischen Kriege mussten angeschafft werden. Der Bestand der Echterdinger Bücherei wurde dementsprechend „gesäubert“ und „aktualisiert“.
Am 8. März 1934 erreichte die Bücherei ein Schreiben der Hitlerjugend (HJ). Diese wollte einen Jugendbücherdienst ins Leben rufen, der bereits vorhandene Bücher empfehlen und Neuerscheinungen der Öffentlichkeit bekanntgeben sollte. Die Ortsbücherei wurde gebeten, der HJ ein komplettes Bestandsverzeichnis zukommen zu lassen und Buchempfehlungen auszusprechen.
Die Bücherei fand im Jahr 1937 einen guten Zuspruch in der Bevölkerung, so dass neue, an der NS-Ideologie orientierte Literatur erworben werden konnte. Die Bücherei hatte einen Bestand von 583 Bänden. Die Einwohnerzahl Echterdinges lag bei ca. 2.500.
Am 14. August 1940 wurde der damalige Bücherverwalter, Hauptlehrer Widmann, versetzt. Wohin, ist unbekannt. Alle Schreiben bezüglich der Bücherei gingen nun direkt an den Bürgermeister Albert Rohleder, da zunächst kein Nachfolger ernannt wurde.
Im August 1942 schickte die „Staatliche Büchereistelle für Württemberg“ der Bücherei Echterdingen eine Liste über die verbotenen Bücher der letzten Jahre, darunter Literatur von jüdischen Autoren oder Bücher, deren Inhalte nicht mit den Idealen der NSDAP übereinstimmten. Am 14. März 1942 wurde der Lehrer Edelmann als neuer Büchereileiter eingesetzt. Er blieb dies vermutlich bis zum Ende der NS-Zeit.
Französische Einheiten marschierten am 20. und 21. April 1945 in Echterdingen ein und besetzten mit einer größeren Anzahl von Panzern und Panzerspähwagen den Ort. Die Bevölkerung musste alle Waffen, Foto- und Radioapparate im Rathaus abgeben. Von 19.00 bis 7.00 Uhr gab es eine Ausgangssperre. Am 8. Mai 1945 ging der Zweite Weltkrieg in Deutschland mit der bedingungslosen Kapitulation der NS-Wehrmacht zu Ende.
Echterdingen hatte zu diesem Zeitpunkt rund 3.500 Einwohner und zählte zu den am stärksten von Luftangriffen betroffenen Gemeinden im Landkreis Esslingen. Die Gemeinden und Landkreise waren die einzigen Verwaltungseinheiten, die noch funktionstüchtig waren. Durch die einsetzende Entnazifizierung kam es zu personellen Problemen, gleichzeitig stand die Gemeinde vor einem Berg an Problemen: Wiederaufbau der zerstörten Gebäude, Schaffung von neuem Wohnraum, Versorgung der Bevölkerung. Die Franzosen zogen im Juli 1945 ab, worüber die meisten Einwohner wohl sehr froh waren. Die US-Army übernahm die Besatzung von Echterdingen und den anderen Ortsteilen.
Bürgermeister Rohleder ordnete am 14. Mai 1945 an, dass die Bücherei das gesamte nationalsozialistische Schriftgut entfernen und sicherstellen sollte. Zudem wurde die Bücherei geschlossen und blieb es dann auch bis 1949. Das kulturelle Leben in Echterdingen nahm bereits ab Ende 1945 langsam an Fahrt auf: Gesangs-, Musik- und Sportvereine wurden neu gegründet oder nahmen ihre Tätigkeiten wieder auf.
Die Ortsbücherei in der Nachkriegszeit
Im öffentlichen Bibliothekswesen vollzog sich nach Kriegsende der Übergang von der Thekenbücherei zu einer öffentlich zugänglichen Bibliothek mit Freihandaufstellung. Neben der Belletristik wurden insbesondere Werke für die berufliche Aus- und Weiterbildung und zur Freizeitgestaltung für den Bestand erworben. Auch kam es immer mehr zu sogenannten Spezialabteilungen für bestimmte Benutzergruppen. Insbesondere Kinder und Jugendliche rückten in den Fokus der Bibliotheken, und so bekamen auch Kinder- und Jugendbereiche immer mehr Platz in den Häusern.
Der Filderbote schrieb im Jahr 1949 über die Wiedereröffnung der Ortsbücherei. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die Bücherei geschlossen. Die Öffnungszeiten verschoben sich von donnerstags auf freitags, es blieb aber bei 19-20 Uhr. Lehrerinnen und Lehrer betreuten in ihrer Freizeit mit ihren Schülerinnen und Schülern die Bücherei. Im Jahr 1958 hatte die Bücherei einen Bestand von 694 Büchern. Oberlehrer Oskar Vincon wurde zwischenzeitlich zum neuen Leiter der Bücherei ernannt.
Am 7. Dezember 1960 beschloss der Gemeinderat, dass die Ortsbücherei in das inzwischen von der Gemeinde gekaufte Kinderschulgebäude (sogenannte „Kinderschüle“) im Schafrain 2 umziehen und dort den kleinen Raum beziehen soll. Der bisherigen Räumlichkeiten im Rathaus war zu klein geworden, und die Bücherei platzte aus allen Nähten. Insgesamt hatte die Bücherei mittlerweile einen Bestand von gut 3.600 Bänden. Die Volksschule bezog im gleichen Gebäude den großen Raum.
Ab dem Jahr 1969 wurde die bis dahin ehrenamtlich geleitete Bücherei hauptamtlich von Lotte Rudert geleitet. Mit Autorenlesungen für Jugendliche - oft in Zusammenarbeit mit den Schulen - mit Leselisten und Amtsblatt-Ankündigungen brachte sich die Bücherei ins Bewusstsein der Bevölkerung. In den folgenden Jahren wurde vor allem der Sachbuchbereich erheblich erweitert, sodass die Bücherei 1986 erneut Platzprobleme bekam: Bücher lagen auf Fensterbänken und auf dem Boden. Der Bestand war auf 22.000 Bücher, Zeitschriften, Spiele und Kassetten angewachsen.
Mit dem Vollzug der baden-württembergischen Gemeindereform zum 1. Januar 1975 bzw. der Neuorganisation der Stadtverwaltung Leinfelden-Echterdingen im Januar 1976 wurden die Ortsbücherei Echterdingen, wie auch die Stadtbücherei Leinfelden und die Ortsbüchereien Stetten und Musberg nach und nach modernisiert. Die bisher „nebenbei“ geführten Büchereien wurden Bestandteil des neugegründeten Schul-, Kultur- und Sportamtes und erhielten eine Struktur innerhalb des Verwaltungsgefüges.
Oberbürgermeister Fischer befand bei einer Besichtigung der Echterdinger Bücherei die Unterbringung als „katastrophal“ und signalisierte Hilfe. Als die Kreissparkasse innerhalb Echterdingens in ein neues Gebäude umzog, nutzte die Bücherei die frei gewordenen Räume in der Bernhäuser Str. 13. Dies sollte eine vorübergehende Lösung sein, bis die Bücherei in die Zehntscheuer umziehen konnte.
Von der Zwischenlösung zum großen Umzug in die Zehntscheuer
Zum 8. September 1986 schloss die Bücherei im Schafrain ihre Tore, es folgte ein Umzug in die vorübergehenden Räume in der Bernhäuser Straße. Vier Wochen später, am 7. Oktober 1986 wurde die Neueröffnung im Rathausanbau gefeiert. Die Öffnungszeiten lagen bei 14 Stunden in der Woche. Einen großen Schritt machte die Bücherei im Jahr 1991, als die EDV eingeführt wurde. Zunächst wurde auf das landeseinheitliche Ausleihverfahren umgestellt. Fünf Jahre später, 1996, wurde schließlich das autonome und umfangreiche EDV-Programm von Siemens-Nixdorf eingeführt.
Der Wiederaufbau der Zehntscheuer in Echterdingen wurde 1990 vom Gemeinderat als Veranstaltungsgebäude und zur Nutzung für Vereine beschlossen. Die Zehnscheuer wurde 1996 eröffnet. Am 10. Mai 1997 war es dann auch für die Stadtbücherei Echterdingen so weit: Sie zog in ihre Räumlichkeiten in der restaurierten Zehntscheuer ein und feierte ihre Neueröffnung nach einer Woche Umzugsarbeiten. In der Anfangszeit waren die Öffnungszeiten deutlich weniger als heute, denn unter der Woche hatte die Bücherei nicht an jedem Wochentag geöffnet. Montag, Freitag und Sonntag blieb die Bücherei ganz geschlossen. An den anderen Tagen hatte die Bücherei, mit der Ausnahme vom Mittwoch (6 Stunden), nur höchstens 3 Stunden lang für die Leserinnen und Leser geöffnet.
1997 hatte die Bücherei einen Bestand von rund 28.000 Medieneinheiten: Bücher für alle Altersgruppen und zu allen Sachgebieten, Zeitschriften, Spiele, Kassetten, CDs, Videos und sogar einige CD-ROMs. Zum Veranstaltungsprogramm gehörten Lesungen namhafter Autorinnen und Autoren, Vorlesestunden für Kinder, Kunstbetrachtungen, Puppenspiele, Filme, Bastelstunden, Rallyes und Rätsel.
Im öffentlichen Bibliothekswesen galt es nach 1990, sowohl in den neuen Bundesländern, wie auch in den alten, den Zustand der Bibliotheksgebäude, die Zusammensetzung der Buchbestände und die technische Ausstattung zu modernisieren. Viele Bibliotheksgebäude wurden in den Jahren 1990 bis 2007 deutschlandweit gründlich renoviert, dabei teilweise auch erweitert bzw. neu gebaut. In den zurückliegenden zwei Jahrzehnten, seit Beginn der 2000er Jahre, setzte sich die Entwicklung des deutschen Bibliothekswesens sehr dynamisch fort. Der alle Branchen erfassende Trend zur Digitalisierung war auch in der Bibliothekswelt sehr intensiv. Er zeigte sich nicht nur in der Einführung der ersten öffentlichen Internetplätze, später dann der freien Nutzung des WLANs, sondern auch im wachsenden Angebot von elektronischen Medien (CD-ROM, DVD, Konsolenspiele) und der Einführung virtueller Angebote, wie der Einführung des Online-Katalogs oder der Onleihe, der virtuellen Zweigstelle der Bücherei.
Dieses Kapitel der Geschichte der Bücherei Echterdingen bzw. der Stadtbücherei Leinfelden-Echterdingen wird im nächsten Jahr veröffentlicht. Denn angesichts des anstehenden 30-jährigen Jubiläums der Zehntscheuer Echterdingen gibt es auch 2026 wieder viel zu berichten und zurückzublicken.
Quellen:
Archiv- und Fotomaterial im Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen
Schwarz, Rudolf (2003): Stadtchronik Leinfelden-Echterdingen
Klagholz, Bernd (2007): Leinfelden, Echterdingen, Stetten und Musberg in der Zeit des Nationalsozialismus Teil I: 1933-1939
Klagholz, Bernd (2006): Leinfelden, Echterdingen, Stetten und Musberg in der Weimarer Republik (1918-1933): Der Aufstieg des Nationalsozialismus
Jochum, Uwe (1999): Kleine Bibliotheksgeschichte
Seefeldt, Jürgen; Syré, Ludger (2017): Portale zu Vergangenheit und Zukunft
Schwarz, Christa (1969): Dokumente zur Geschichte des bibliothekarischen Frauenberufs im wissenschaftlichen Bibliothekswesen Deutschlands



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