Von Hitze bis Schädling: Felderrundfahrt zeigt Lage der Landwirte
Wie gedeihen Kraut und Rüben, wie stehen Weizen und Gerste, wie ist es um Salat und Kartoffeln bestellt? Antworten auf all diese Fragen haben Stadträtinnen und Stadträte, Oberbürgermeister Otto Ruppaner, Mitglieder der Verwaltung sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger in der vergangenen Woche bei der Felderrundfahrt des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Echterdingen bekommen.
Obmann Michael Schäfer begrüßte die Gäste auf zwei an einen Traktor gespannte Anhänger, dann ging es hinaus auf die Feldflur. Vor allem zwei Themen sind es, die den Landwirten Sorge bereiten: extreme Wetterlagen sowie ein Schädling.
Trotz Trockenheit: Gute Böden zeigen ihre Stärke
„Man sieht, dass wir hier gute Böden haben“, sagte Schäfer bei einem Halt in der Nähe des Flughafens. Obwohl es seit Wochen keinen nennenswerten Niederschlag gegeben habe, würden die Kulturpflanzen gut dastehen. „Solche Gegenden gibt es nur wenige“, ergänzt er.
Wetterextreme werden zur neuen Normalität
Schäfers Aussage unterstützt Christian Grötzinger. „Mal ist es zu heiß, mal zu kalt, mal zu trocken und mal zu nass“, sagt der Pflanzenproduktionsberater des Landwirtschaftsamts Esslingen. Ausnahmen beim Wetter würden langsam zur Regel werden. „In der Landwirtschaft gibt das Wetter den Takt an“, betont er und hebt die Bedeutung von ausreichend Regen hervor.
Unsichtbare Gefahr: Schilf-Glasflügelzikade breitet sich aus
Bang blicken die Landwirte auf eine nur wenige Millimeter große Bedrohung: die Schilf-Glasflügelzikade. Das Insekt stammt aus dem Mittelmeerraum und hat sich in den vergangenen Jahren auch in Mitteleuropa verbreitet.
Das Problem ist nicht die Zikade selbst. Vielmehr überträgt sie Bakterien, die die Wirtspflanzen stark schädigen. War es anfangs vor allem die Zuckerrübe, so sind jetzt Nutzpflanzen bis hin zum Mais betroffen – das Buffet für die Zikaden ist reich gedeckt.
„Die Bekämpfung ist sehr aufwendig“, sagt Christian Grötzinger. Der Experte hält die Zikade für die „größte existenzielle Bedrohung für die Landwirtschaft auf den Fildern“.


