Neue Mountainbike-Trails werden gut angenommen Ganz legal ins Siebenmühlental
Rund ein Jahr nach der Eröffnung der Mountainbike-Trails im Stadtwald zieht die Arbeitsgemeinschaft Mountainbike eine durchweg positive Bilanz. In der Sitzung der AG Mountainbike am 28. Januar 2026 wurde der aktuelle Sachstand vorgestellt und im Technischen Ausschuss am 10. März 2026 öffentlich ein erstes Fazit gezogen.
Ein Rückblick: Nach Abschluss eines mehrjährigen Planungs- und Genehmigungsprozesses hatte der Trailbau im Sommer 2024. begonnen. Die Bauarbeiten wurden überwiegend in Eigenregie durch die engagierte Mountainbike-Community umgesetzt und unterstützt von der Stadtverwaltung, der Forstbehörde sowie einem externen Trailbauspezialisten. Um witterungsbedingte Schäden zu vermeiden, erfolgte die Eröffnung bewusst nicht in den Wintermonaten.
Zwei Trails eingerichtet
Am 29. März 2025 konnten schließlich zwei neue Flowtrails – der SpätzLE- und der FlädLE-Trail – feierlich eröffnet werden. Beide Strecken sind jeweils rund einen Kilometer lang, klar ausgeschildert und verfügen über definierte Zu- und Ausleitungen.
Die Kosten für Planung und Bau beliefen sich auf rund 70.000 Euro, wovon etwa die Hälfte durch Fördermittel des Verband Region Stuttgart im Bereich Tourismus getragen wurde. Zielgruppe des Angebots ist vor allem der Breiten- und Freizeitsport in der näheren Umgebung.
Erhoffte Lenkungswirkung bestätigt
Betrieben werden die Trails durch den Verein Bikesport e.V., der im Rahmen eines Gestattungsvertrags unter anderem für die Haftung atypischer Waldgefahren verantwortlich ist. Regelmäßige Kontrollgänge werden in einem Trailbuch dokumentiert und quartalsweise der Forstbehörde vorgelegt.
Die Genehmigung der Trails ist derzeit bis zum 31. Dezember 2028 befristet. Zur Bewertung der erhofften Lenkungswirkung wurden bereits vor dem Trailbau Zählgeräte an mehreren Stellen im Stadtwald installiert.
Die Auswertung der Bewegungsdaten zeigt deutlich: Die Nutzung konzentriert sich zunehmend auf die offiziellen Trails, während gesperrte oder zurückgebaute Strecken kaum noch befahren werden. Damit hat sich das neue legale Angebot als wirksames Instrument zur Entschärfung früherer Nutzungskonflikte erwiesen.
Spürbare Entlastung sensibler Bereiche
Auch aus Sicht anderer Waldnutzer fällt die Rückmeldung positiv aus. Beschwerden über Mountainbiker gingen bei der Verwaltung im vergangenen Jahr keine ein. Vertreter des Schwäbischen Albvereins und der Jägerschaft berichten von einer spürbaren Entlastung sensibler Naturbereiche.
Besonders bemerkenswert ist die Beobachtung neuer Wildeinstände in Ecken, die zuvor kaum Rückzugsmöglichkeiten boten – ein unmittelbarer Effekt der verbesserten Besucherlenkung.
Im Oktober 2025 fand zudem eine gemeinsame Begehung mit Vertretern der Stadt, der Forstverwaltung und des NABU statt. Ziel war es, insbesondere im Bereich von Schonwald- und Flora-Faun-Habitat-Gebieten (FFH) weitere Verbesserungen bei der Beschilderung zu prüfen. Die dabei angeregten Maßnahmen sollen zeitnah umgesetzt werden – nach dem Grundsatz: so wenig Beschilderung wie möglich, so viel wie nötig.
Kurs wird fortgesetzt
Die AG Mountainbike will den eingeschlagenen Weg fortsetzen und setzt auch künftig auf Dialog, Aufklärung und Zusammenarbeit statt auf reine Verbote. Mindestens einmal jährlich – oder bei Bedarf – sollen weitere Treffen stattfinden, um die Entwicklung der Trails weiterhin eng zu begleiten.



