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Hilfe für den „Schmetterling des Jahres“: Fähnchen auf Wiesen

Wer derzeit aufmerksam durch die Wiesen im Stadtgebiet geht, entdeckt an einigen Stellen auffällige rot-weiße Fähnchen. Dahinter steckt gezielter Artenschutz: Die Markierungen weisen auf Bestände einer besonderen Wiesenpflanze hin, die bei der anstehenden Mahd bewusst geschont werden.

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Foto: Mike Jessat/NABU-Stiftung

Seltene Art im Fokus

Diese Maßnahme dient dem Schutz des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings (Phengaris nausithous), einer europaweit streng geschützten Tagfalterart, die auch landesweit auf der Roten Liste steht. Für ihren Erhalt trägt die Region eine besondere Verantwortung.

Der seltene Schmetterling ist hoch spezialisiert: Sein Vorkommen hängt davon ab, dass gleichzeitig der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) und die Rote Knotenameise (Myrmica rubra) vorhanden sind. Diese enge Abhängigkeit macht die Art besonders anfällig.

Komplexer Lebenszyklus

Ein Verbreitungsschwerpunkt des Ameisenbläulings liegt in Baden-Württemberg, vor allem auf feuchten und wechselfeuchten Offenlandflächen im Großraum Stuttgart. 2026 wurde die Art zudem zum „Schmetterling des Jahres“ gekürt.

Blumenwiese mit rot-weißer Markierung
Foto: Stadt LE

Das gesamte Leben des Schmetterlings dreht sich um die Blüte des Großen Wiesenknopfes, einer typischen Wiesenpflanze wechselfeuchter Standorte. Hier saugen die Falter Nektar, paaren sich und legen ihre Eier ab. Die daraus schlüpfenden Raupen ernähren sich ebenfalls ausschließlich von der Blüte, die sie von innen heraus auffressen.

Anschließend lassen sie sich auf den Boden fallen, wo sie von der Roten Knotenameise „eingesammelt“ und in deren Bau verfrachtet werden. Hier vollenden die Raupen ihren Lebenszyklus. Erst im Juni bis Juli des folgenden Jahres schlüpft der fertige Falter aus den Ameisenbauten und sucht wieder nach den Blüten des Großen Wiesenknopfes.

Pflege gezielt angepasst

Bereits seit den Renaturierungsmaßnahmen an zahlreichen Gräben vor einigen Jahren richtet die Stadt Leinfelden-Echterdingen die Pflege ihrer Flächen gezielt auf den Schutz dieser Art aus. Die aktuell gesetzten Fähnchen markieren schmale Streifen, die bei der ersten Mahd stehen bleiben – ein kleiner Eingriff mit großer Wirkung für den Artenschutz.