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Dialog über die Zukunft der „Urbanen Mitte Leinfelden“

Wie könnte die „Urbane Mitte“ von Leinfelden künftig aussehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer gut besuchten Dialogveranstaltung am vergangen Donnerstag, 12. März, in der Filderhalle.

Foto: DigitalDesignTeam Sami Radwan/Alexander Schmitt

Rund 60 bis 70 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der Stadt, um sich über die städtebaulichen Ideen für das Gebiet beidseits der Bahngleise zu informieren – und selbst mitzudiskutieren. Oberbürgermeister Ruppaner eröffnete den Abend und begrüßte die Teilnehmer. 

In seinen einleitenden Worten dankte er allen Beteiligten, die an dem mehrmonatigen Prozess mitgewirkt haben. Das Verfahren zur Entwicklung der „Urbanen Mitte“ war im Herbst 2025 mit der ersten Dialogveranstaltung gestartet und sollte von Beginn an die Bürgerschaft einbeziehen.

Mehrmonatiger Planungsprozess mit Bürgerbeteiligung

Im Zentrum des Prozesses stand ein kooperatives Werkstattverfahren: Drei externe Planungsteams (1. Rang: Hähnig I Gemmeke Architekten BDA Partnerschaft mbB, Tübingen; 2. Rang: KARRES EN BRANDS, Hamburg/Hilversum; 3. Rang: asp Architekten GmbH, Stuttgart mit TREIBHAUS Landschaftsarchitektur, Hamburg) entwickelten dabei unterschiedliche städtebauliche Konzepte für die künftige Entwicklung des Areals rund um die Bahngleise. Ziel war es, neue Perspektiven für das Gebiet zu eröffnen und mögliche Leitlinien für die weitere Planung aufzuzeigen.

Auch die Wirtschaft war in den Prozess eingebunden. Oliver Bezner von Bosch Global Real Estate betonte in seinem Beitrag die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Stadt. Das Verfahren habe „neue Ideenräume geöffnet“, sagte Bezner. Davon könne nicht nur das Gewerbegebiet Leinfelden profitieren, sondern langfristig die gesamte Stadt.

Foto: Stadt LE

Durch den Abend führte Moderator Jörg Faltin vom Büro Faltin + Sattler. Er blickte zunächst auf den bisherigen Verlauf des Werkstattverfahrens zurück und stellte anschließend die Konzepte der zweit- und drittplatzierten Planungsteams vor.

Siegerentwurf im Mittelpunkt des Abends

Ein besonderer Moment des Abends war die Präsentation des Siegerentwurfs: Das Tübinger Büro Hähnig I Gemmeke Architekten BDA Partnerschaft mbB, das im Wettbewerb den ersten Rang erreicht hatte, war persönlich vor Ort und erläuterte seinen Entwurf sowie den Entstehungsprozess dahinter. Die Besucherinnen und Besucher konnten sich anschließend selbst ein Bild machen. 

Modelle und Planunterlagen aller drei Büros waren im Saal ausgestellt. An den jeweiligen Ständen standen Ansprechpartner bereit, um Fragen zu beantworten und mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Oberbürgermeister Ruppaner sowie Vertreter des Siegerbüros nutzten die Gelegenheit ebenfalls für direkte Gespräche an den Plänen und Modellen. So entwickelte sich ein lebendiger Austausch zwischen Fachleuten, Stadtverwaltung und Bürgerschaft.

Am Ende des Abends stand weniger ein fertiger Masterplan als vielmehr ein gemeinsames Verständnis für mögliche Entwicklungsrichtungen. In angenehmer Atmosphäre entstanden zahlreiche Gespräche, Ideen und Anregungen – ein Zeichen dafür, dass die Zukunft der „Urbanen Mitte“ viele Menschen in Leinfelden bewegt.

Ergebnisse als Impulse für zukünftige Entwicklung

  • Die präsentierten Ergebnisse bilden keinen abgeschlossenen Endpunkt, sondern den Auftakt für weitere Entwicklungen, vertiefende Planungen und einen fortlaufenden Dialog mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren vor Ort.
  • Markus Müller, Präsident der Architektenkammer BW und Vorsitzender der Empfehlungskommission für dieses Verfahren, hob lobend die hervorragende und sehr kollegiale Beteiligung der drei Planer-Teams an dem besonderen Dialog-Verfahren hervor sowie das extrem hohe Niveau aller drei Arbeiten

Der bisherige Prozess

  • Seit Herbst 2025 hatten sich drei ausgewählte Planungs-Teams aus Stadtplanern und Landschaftsarchitekten intensiv mit dem Bereich Leinfelden Mitte beschäftigt.
  • Als Auftakt fand am 2. Oktober 2025 eine öffentliche Informations- und Beteiligungsveranstaltung statt. Hier konnten sich Interessierte bereits vor Beginn des Werkstattverfahrens einbringen.
  • Von 15. Bis 17. Oktober gab es eine dreitägige Planungswerkstatt. Bei dieser haben sich die drei Büros intensiv mit der Aufgabenstellung und dem Untersuchungsgebiet beschäftigt. Dort trafen Fachleute, Vertreterinnen und Vertreter von Stadt, Politik und der Wirtschaft sowie eine unabhängige Jury aufeinander, um gemeinsam Perspektiven für Leinfelden Mitte zu diskutieren.
  • Das kooperative Gutachterverfahren „Urbane Mitte Leinfelden – Sprung über die Gleise“ zielt darauf ab, die jahrzehntelange Zäsur durch die S-Bahntrasse in Leinfelden-Mitte zu überwinden und ein integriertes Quartier zu entwickeln, das Stadt, Unternehmen, Natur und Mobilität zu einem lebendigen, flexiblen und nachhaltigen Ort verbindet.