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Ausstellung rückt Prostitution ins Licht Wenn Lebensrealitäten sichtbar werden

Mit einer eindrucksvollen Ausstellung ist in Leinfelden-Echterdingen die Reihe zum Thema Prostitution eröffnet worden. Unter dem Titel „ECHT.entfremdet – Leben in der Prostitution“ rückt sie Lebensrealitäten in den Mittelpunkt, die sonst oft verborgen bleiben. Zwölf digital gestaltete Bildtafeln zeigen Menschen mit Erfahrungen in und mit Prostitution.

Besucher betrachten Kunstwerke in einer Ausstellung, einige sprechen, andere fotografieren Bilder.
Foto: Bergmann

Die Künstlerin Daniela Helfrich verbindet Fotografien mit kurzen persönlichen Texten und schafft so abstrahierte, zugleich sehr individuelle Porträts. Jedes Werk wird durch eine Audioaufnahme ergänzt. Die Geschichten entstanden in Zusammenarbeit mit den Beraterinnen der Beratungsstelle Rahab des Kreisdiakonieverbandes im Landkreis Esslingen und wurden gemeinsam mit den Betroffenen entwickelt und vertont. 

Damit erhalten Besucherinnen und Besucher nicht nur visuelle Eindrücke, sondern auch direkte Einblicke in Stimmen und Erfahrungen – nahbar, respektvoll und authentisch. Ein besonderer Dank gilt dem Projekt Rahab, das Menschen in der Prostitution konkrete Beratung anbietet und Wege zu Veränderung oder Ausstieg eröffnet.

Ebenso würdigte Bürgermeister Dr. Carl-Gustav Kalbfell im Namen der Stadt das Engagement des lokalen Arbeitskreises Prostitution, der die Veranstaltungsreihe initiiert und bereits im vergangenen Jahr zahlreiche Vorträge und Diskussionsabende organisiert hat. Die große Resonanz zeige, wie sehr das Thema die Stadtgesellschaft bewegt. 

Die Kooperation mit dem Jugendhaus Areal ermöglicht zudem Präventionsarbeit für Jugendliche, etwa zu den Gefahren durch sogenannte Loverboys. Ergänzend dazu bietet eine Zusammenarbeit mit der VHS eine vielfältige Vortragsreihe mit Expertinnen und Experten. Ziel ist es, gesellschaftlich zu sensibilisieren, Missstände offen anzusprechen und Verantwortung sichtbar zu übernehmen.

Die Veranstalter hoffen auf viele interessierte Besucherinnen und Besucher – für eine sachliche, respektvolle und differenzierte Auseinandersetzung.