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KaepseLE Goldäcker (Echterdingen)

Das KaepseLE entsteht auf den Goldäckern in Leinfelden-Echterdingen und ist ein Modellprojekt für zukunftsfähiges Wohnen, nachhaltiges Bauen und soziale Quartiersentwicklung. Das Projekt verbindet ökologische, soziale und wirtschaftliche Anforderungen und ist Teil der Internationalen Bauausstellung 2027.

Luftaufnahme eines Feldes mit Stadtteil Echterdingen im Hintergrund, die die ländliche und städtische Umgebung zeigt.
Das Entwicklungsgebiet Goldäcker im Stadtteil Echterdingen | Foto: Stadt

1. Zahlen und Fakten

  • Plangebiet: 19.586 m², also rund 2 Hektar
  • Geplante Wohneinheiten: 270

Davon:

  • 79 sozial geförderte Wohnungen
  • 68 altersgerechte Wohnungen
  • 123 freifinanzierte Wohnungen

Mobilität

  • rund 180 PKW-Stellplätze
  • 5 Sharing-Stellplätze
  • rund 230 Fahrradstellplätze

2. Ziele des Projekts

KaepseLE soll zeigen, wie Wohnen künftig ökologisch, sozial und wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden kann. Ziel ist ein Quartier, das nachhaltige Baustoffe, neue Wohnformen, soziale Infrastruktur und klimafreundliche Mobilität miteinander verbindet.

Zentrale Ziele sind:

  • klimaneutrale Bauweise
  • bezahlbarer und geförderter Wohnraum
  • altersgerechtes Wohnen
  • gemeinschaftliches Wohnen
  • nachhaltige Materialien Energievernetzung
  • Stoffkreisläufe und Wiederverwendung
  • hohe Aufenthaltsqualität im Quartier

3. Prozess und IBA’27

Das Projekt wurde in einem mehrstufigen Verfahren entwickelt. Die wichtigsten Schritte sind:

2021: Aufnahme in das IBA’27-Netz
2022: Konzeptvergabe an Bauträger
2023: Dialogischer hochbaulicher Wettbewerb und Aufnahme als IBA’27-Projekt
2023 bis 2025: Arbeitsphasen und Abstimmungen
2027: Präsentationsjahr der IBA’27

Die IBA’27 stellt die Frage, wie Wohnen, Arbeiten und Zusammenleben in Zukunft aussehen können. KaepseLE wurde als Projekt ausgewählt, weil es bezahlbaren Wohnraum mit klimaneutralem Bauen und innovativer Quartiersentwicklung verbindet.

4. Die zentralen Bausteine von KaepseLE

Der Name KaepseLE steht für:

Ka – Klimaschutz und Klimaanpassung
e – emissionsfreies Bauen
p – Pflanzen
s – Stoffkreisläufe
e – Energievernetzung
LE – Leinfelden-Echterdingen

Diese Bausteine prägen das gesamte Projekt. Es geht also nicht nur um einzelne Gebäude, sondern um ein Quartier, das Wasser, Energie, Material, Freiraum, Mobilität und soziale Nutzung zusammendenkt.

Siegerentwurf

5. Lage

Das Quartier entsteht entlang der Goldäckerstraße zwischen Leinfelden und Echterdingen. Die Lage verbindet ruhiges Wohnen im Grünen mit der Nähe zur Stadt, zur Region Stuttgart und zu wichtigen Verkehrs- und Infrastrukturknotenpunkten.

Gleichzeitig bietet die Umgebung einen starken Bezug zu Landschaft und Naherholung, unter anderem durch die Nähe zum Siebenmühlental.

6. Architekturwettbewerb: 3 Baufelder, 3 Teams, 3 Konzepte

Das Gebiet ist in drei Baufelder gegliedert. Für jedes Baufeld wurde ein eigenes Konzept entwickelt. Architektur- und Landschaftsarchitekturbüros arbeiteten gemeinsam mit Investoren an unterschiedlichen Lösungen. Ziel war es, gute Antworten auf Flächennutzung, gemeinschaftliche Wohnformen, nachhaltige Materialien, Mobilität und Energie zu finden.

Baufeld Nord – Schwerpunkt gefördertes Wohnen

Architekturbüro: Studio Eder Krenn mit Rajek Barosch Landschaftsarchitekten, Wien
Investor: weisenburger projekt GmbH in Zusammenarbeit mit Kaufmann GmbH

Konzept

Im Baufeld Nord liegt der Schwerpunkt auf gefördertem Wohnen. Geplant sind rund 79 geförderte Wohneinheiten. Die Wohnungen reichen von Mikroapartments bis hin zu größeren Familienwohnungen.

Ein besonderer Fokus liegt auf flexiblen Grundrissen. Die Wohnungen sollen sich an unterschiedliche Lebensphasen und Bedürfnisse anpassen können. Damit reagiert das Baufeld Nord auf die Frage, wie Wohnraum langfristig nutzbar und veränderbar bleiben kann.

Wohnformen und Nutzung

  • geförderter Wohnraum
  • Mikroapartments
  • Familienwohnungen
  • flexible Grundrisse
  • gemeinschaftliche Wohnformen
  • soziale Angebote für Familien und Kinder

Bauweise und Materialien

Das Baufeld Nord setzt auf eine Holz-Hybrid-Bauweise. Beton wird nur dort eingesetzt, wo er konstruktiv notwendig ist, und durch Recyclingbeton ergänzt. Dadurch sollen graue Emissionen reduziert und gleichzeitig eine tragfähige, robuste Bauweise ermöglicht werden.

Bedeutung für das Quartier: Das Baufeld Nord steht für soziale Durchmischung, bezahlbaren Wohnraum und flexible Wohnformen. Es zeigt, wie geförderter Wohnungsbau mit nachhaltiger Bauweise und gemeinschaftlichen Angeboten verbunden werden kann.

Baufeld Mitte – Schwerpunkt Seniorenwohnen

Architekturbüro: Herrmann und Bosch Architekten mit Bäuerle Landschaftsarchitektur und Stadtplanung, Stuttgart
Investor: Gapp Objektbau GmbH

Konzept

Das Baufeld Mitte bildet einen wichtigen sozialen Mittelpunkt im Quartier. Hier entstehen rund 68 altersgerechte Wohnungen. Der Schwerpunkt liegt auf Seniorenwohnen, kurzen Wegen, Begegnung und Alltagstauglichkeit.

Ein Gemeinschaftsraum, Laubengänge und ergänzende Angebote wie ein Bäcker sowie ein kleiner Selbstversorgungsladen sollen das alltägliche Miteinander stärken und Versorgung im Quartier ermöglichen.

Wohnformen und Nutzung

  • altersgerechte Wohnungen
  • Seniorenwohnen
  • kleinere Wohnungstypen
  • Gemeinschaftsraum
  • Laubengänge als Begegnungsorte
  • Bäcker
  • kleiner Selbstversorgungsladen

Bedeutung für „Alt werden im Quartier“

Das Baufeld Mitte ist besonders wichtig für das Ziel, Menschen auch im Alter ein selbstbestimmtes Wohnen im Quartier zu ermöglichen. Wenn sich Wohnbedürfnisse verändern, können kleinere und altersgerechte Wohnungen eine Alternative zu zu groß gewordenen Häusern oder Wohnungen sein.

Die Idee dahinter

  • im Quartier bleiben können
  • soziale Kontakte erhalten
  • kurze Wege im Alltag
  • Unterstützung durch Nachbarschaft
  • Begegnung statt Isolation

Damit leistet das Baufeld Mitte einen wichtigen Beitrag zur generationengerechten Quartiersentwicklung.

Bauweise und Materialien

Die Gebäude werden überwiegend in Holzbauweise errichtet. Teilweise soll regionales Bauholz eingesetzt werden. Damit verbindet das Baufeld Mitte soziale Anforderungen mit nachhaltiger Materialwahl.

Bedeutung für das Quartier

Das Baufeld Mitte steht für Alltagstauglichkeit, Seniorenwohnen und soziale Infrastruktur. Es ist ein zentraler Baustein dafür, dass das KaepseLE nicht nur ein Wohngebiet, sondern ein lebendiges Quartier mit Angeboten für unterschiedliche Lebensphasen wird.

Baufeld Süd – Schwerpunkt Mobilität

Architekturbüro: Duplex Architekten mit Sass Glässer Landschaftsarchitekten, Zürich/Berlin
Investor: Strenger Bauen und Wohnen GmbH / Strenger Gruppe

Konzept

Im Baufeld Süd liegt der Schwerpunkt auf freifinanziertem Wohnen und Mobilität. Geplant sind 123 freifinanzierte Wohnungen sowie eine Quartiersgarage.

Die Quartiersgarage bündelt die Stellplätze zentral und soll dazu beitragen, die Freiräume im Quartier vom Autoverkehr zu entlasten. Dadurch entstehen bessere Voraussetzungen für Aufenthaltsqualität, Begegnung und nutzbare Außenräume.

Mobilität

Geplant sind:

  • rund 180 PKW-Stellplätze
  • 5 Sharing-Stellplätze
  • rund 230 Fahrradstellplätze
  • zentrale Quartiersgarage
  • weitgehend autofreie Freiräume im Quartier

Bauweise und Materialien

Im Baufeld Süd kommen nachhaltige Materialien zum Einsatz, unter anderem Holz, Recyclingbeton und Lehmbauelemente. Damit wird auch hier das Ziel verfolgt, den Materialeinsatz und die grauen Emissionen zu reduzieren.

Bedeutung für das Quartier

Das Baufeld Süd ist wichtig für die Mobilitätsstruktur des gesamten Quartiers. Durch die Bündelung des ruhenden Verkehrs in der Quartiersgarage können Freiräume stärker für Menschen, Begegnung und Aufenthalt genutzt werden.

7. Zusammenleben und soziale Infrastruktur

Dazu gehören:

  • Gemeinschaftsräume
  • Begegnungsorte
  • Nahversorgung
  • Freiräume
  • kurze Wege
  • generationengerechte Wohnangebote
  • soziale Infrastruktur

Besonders wichtig ist das Zusammenspiel der drei Baufelder:

  • Nord stärkt geförderten Wohnraum und flexible Wohnformen
  • Mitte schafft altersgerechtes Wohnen und soziale Infrastruktur
  • Süd organisiert Mobilität und schafft autofreie Freiraumqualitäten

So entsteht ein Quartier, das unterschiedliche Lebenssituationen berücksichtigt.

8. Fazit

KaepseLE verbindet auf rund 2 Hektar Fläche Wohnraum, Klimaschutz, soziale Infrastruktur und neue Mobilität. Die drei Baufelder setzen unterschiedliche Schwerpunkte und ergänzen sich gegenseitig. Das Projekt zeigt, wie zukünftiges Bauen aussehen kann: nachhaltiger, sozialer, dichter, gemeinschaftlicher und stärker auf den gesamten Lebenszyklus ausgerichtet.