Mit Kretschmann in Echterdingen: Start für zukunftsfähige Wärmeversorgung
Mit dem offiziellen Spatenstich hat der Bau der neuen Energiezentrale in der Historischen Mitte von Echterdingen begonnen. Zu den Gästen zählten auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Umweltministerin Thekla Walker.
Oberbürgermeister Otto Ruppaner betonte, dass das Projekt ein wichtiges Zeichen für die Wärmewende setze. Künftig sollen zunächst kommunale Gebäude klimafreundlich versorgt werden, später auch private Eigentümer. Die Planungsphase sei nicht konfliktfrei verlaufen, gehöre aber zur demokratischen Entscheidungsfindung.

Ministerpräsident Kretschmann lobte das Vorhaben als Beispiel für entschlossenes Handeln bei der Energie- und Wärmewende. Die neue Energiezentrale der Stadtwerke werde fossile Wärmeerzeugung durch moderne, klimaschonende Wärmepumpen ersetzen und Maßstäbe für die Wärmeversorgung der Zukunft setzen. Die Energiewende sei zentral für Wohlstand, Arbeitsplätze sowie Freiheit und Resilienz.

Bislang werden die Gebäude überwiegend mit Gas beheizt. Künftig übernimmt ein zentrales Wärmenetz die Versorgung, das Umweltenergie – unter anderem durch Geothermie – effizient nutzt. Die Bohrungen für das Erdsondenfeld erfolgen im künftigen Stadtgarten neben der Energiezentrale.
Laut Stadtwerke-Betriebsleiter Peter Friedrich hat das Projekt eine sehr große Bedeutung für die kommunale Wärmewende und die Klimaziele der Stadt. Gemeinsam mit dem parallel laufenden Projekt „Wärmenetz Gartenhallenbad“ zählt es zu den wichtigsten aktuellen Klimaschutzmaßnahmen in Leinfelden-Echterdingen.
Mitten in der Stadt: Die Energiezentrale der Historischen Mitte erklärt
- Das Energiekonzept zielt ab auf eine mindestens zu 75 Prozent CO2-freie Wärmeerzeugung mittels Wärmepumpen in der historisch gewachsenen Altstadt. Hierfür wird die Nutzung aller technisch zur Verfügung stehenden Wärmequellen wie Umgebungsluft, Geothermie und Solarthermie (PVT) in die Planung integriert. Aus wirtschaftlichen Aspekten wurde ein ergänzendes Erdgas-Blockheizkraftwerk in das Erzeugungskonzept integriert.
- Die größte technische Herausforderung bei der Umsetzung der Energiezentrale Historische Mitte sind die Anforderungen an die Schallemissionen der Luft-Wärmepumpen. Um diese einzuhalten, wurde auf modernste Technik sowie intensive Schallschutzmaßnahmen gesetzt.
- Die aktuell geplanten Kosten für den Bau der Energiezentrale liegen bei rund 7,5 Millionen Euro. Die Plankosten werden nach aktuellem Stand der Beauftragungen eingehalten, voraussichtlich sogar unterschritten. Das Projekt hat Ende 2024 Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) bis zu einer Höhe von rund 3,5 Millionen Euro bis Ende 2028 bewilligt bekommen.
- Ziel ist es, die sich noch in Sanierung befindliche Zeppelinschule rechtzeitig mit Wärme aus dem neuen Wärmenetz zu versorgen. Im Frühjahr 2027 sollen erste Wärmelieferungen aus der neuen Energiezentrale möglich sein, sodass die Kunden sukzessive ans Netz genommen werden können.

