Städtisches Geoportal enthält neue Informationen Starkregenkarten sind online

Regionale und lokale Starkregenereignisse sorgen deutschlandweit immer wieder für erhebliche Schäden an privatem Eigentum und öffentlicher Infrastruktur. Nach einhelliger Meinung von Experten werden solche Extremwetterereignisse zunehmen – und jede Kommune kann betroffen sein.

Städtisches Geoportal enthält neue Informationen
Karte: Ingenieurbüro Winkler und Partner

Dies gilt auch für Städte und Gemeinden, die bislang noch nie mit derartigen Problemen konfrontiert worden sind, da die Ereignisse durch die Klimaveränderungen ausgelöst, unplanbar und kaum vorhersehbar überall jederzeit auftreten können. Starkregen entwickelt sich sehr schnell und ist meist lokal begrenzt. Hier spielen auch Faktoren, wie Topographie des Geländes, Bodenbeschaffenheit, Rauhigkeit des Bodens und die Wassersättigung eine Rolle.

Damit jede Eigentümerin und jeder Eigentümer die Gefahr für ein Grundstück künftig besser abschätzen kann, hat die Stadt Leinfelden-Echterdingen die Erstellung von Starkregengefahrenkarten beauftragt. Auf dem „Geoportal LE“ sind sie nun im Internet unter www.geonline-gis.de/portale/leinfeldenechterdingen.htm abrufbar. Bitte beachten Sie: Die Starkregenkarten werden ab einem Kartenmaßstab (Zoomstufe) von mindestens 1:7.500 angezeigt (diese können Sie dort im Drop-Down-Menü in der Symbolleiste rechts oben direkt auswählen).

Dort werden Fließwege und Abflusstiefen bei einem seltenen, einem außergewöhnlichen und einem extremen Niederschlagsereignis dargestellt. Sie bilden die Szenarien ab, die bei Regenfällen zu erwarten sind, die statistisch nur einmal alle 5, 100 und 1.000 Jahren vorkommen. Jedoch kann die Stadt Leinfelden-Echterdingen nicht alle Gefahren abwenden. Nach wie vor bleibt die Verantwortung für die Sicherung privater Grundstücke in der Verantwortung der jeweiligen Grundstückseigentümer.

Tipps, wie Sie Ihr Haus vor größeren Schäden schützen können:

  • Versickerungsfähige und wasserdurchlässige Flächen und Beläge erhalten und herstellen
  • Hauseingänge mit Stufen oder Schwellen schützen
  • Fenster, Türen und Wände abdichten
  • Rückstauklappen einbauen
  • Vollautomatische Objektschutzmaßnahmen wie z. B. selbstständig schließende, druckwasserdichte Barrieren an Fenster-, Türöffnungen oder Grundstückszufahrten Zusätzliche Wasserspeicher anlegen
  • Keine gefährlichen Stoffe und hochwertige Einrichtungen im Keller lagern

Allerdings ist zu beachten, dass Sie durch Ihre Maßnahmen die Situation auf dem Nachbargrundstück nicht verschlechtern dürfen.

Bei und nach einem Starkregen werden immer wieder Stimmen laut, die Kanalisation wäre zur gering dimensioniert, die Stadtwerke Leinfelden-Echterdingen müssten hier unbedingt handeln. Entsprechend der einschlägigen Regelwerke ist die Kanalisation je nach Lage – ländlicher Raum, Wohngebiet, Industrie – für die Bewältigung von häufigen bis seltenen Niederschlagsereignissen im Bereich von einer Wiederkehrzeit von ein bis fünf Jahren auszulegen. Dies ist zum einen dem Kanalbetrieb geschuldet: umso größer der Durchmesser eines Kanals, umso geringer der Wasserstand bei „normalen Abflüssen“.

In Folge können Feststoffe nicht abtransportiert werden und bleiben auf der Sohle liegen; dies kann zu Verstopfungen führen. Zum anderen darf beim Bau der Kanalisation die Wirtschaftlichkeit nicht außer Acht gelassen werden. Die Abwassergebühr muss bezahlbar bleiben. Der Bau einer Kanalisation, die einen Starkregen aufnehmen könnte, wäre, falls es der Platz in der Straße überhaupt zulassen würde, immens teuer. Um Ablagerungen bei überdimensionierten Rohrleitungen zu beseitigen, müssten die Reinigungsintervalle verkürzt werden, die Kosten für die jährliche Kanalunterhaltung würden steigen.

Die hydraulische Leistung der Kanalisation wird regelmäßig geprüft. Kann der Kanal je nach Lage ein ein- bis fünfjährliches Regenereignis nicht aufnehmen, werden Maßnahmen zur Entlastung und Rückhaltung geschaffen. Bei Starkregen muss mit einem Überstau der Kanalisation, vor allem aber auch mit oberflächlich abfließendem Wasser gerechnet werden.

Für jegliche Hinweise aus der Bevölkerung, um gegebenenfalls neue Fließwege oder Überflutungsflächen zu identifizieren, die bisher nicht erkannt wurden, melden Sie sich bitte und gerne bei den entsprechenden zuständigen Stellen der Stadt Leinfelden-Echterdingen.

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