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„Bertha-Benz-Platz“ Die erste Frau im dreirädrigen Benz

Die Adresse des Hotel- und Gewerbecampus „Vision One“ am Ortseingang Echterdingen, wo sich künftig vier Gebäude um einen Innenhof gruppieren werden, wird „Bertha-Benz-Platz“ lauten. Bisher wurde das Grundstück als Dieselstraße 22 geführt (ehemals Brixner Automobile); inzwischen hat das Hotel Moxy diese Anschrift.

Im Echterdinger Norden gibt es eine Diesel-, Nikolaus-Otto-, Gauß-, Gutenberg-, Max-Eyth-, Friedrich-List- und Humboldtstraße. Im Neubaugebiet Aicherweg wurden die Straßen nach den Seefahrern und Entdeckern Magellan, Cook, Filchner, Scott, Vespucci und Amundsen benannt.

Im Gewerbegebiet Leinfelden gibt es eine Benzstraße, benannt nach dem Ingenieur und Automobilbauer Carl Friedrich Benz, dem Ehemann von Bertha Benz. Es gibt noch keinen Platz in Deutschland, der nach Bertha Benz benannt ist.

Bremsklötze mit Leder beschlagen

Cäcilie Bertha Benz (geboren am 3. Mai 1849 in Pforzheim) hat ihren Mann bei der Entwicklung des ersten Motorwagens maßgeblich unterstützt. Legendär ist ihre erste Fahrt mit dem dreirädrigen Benz-Motorenwagen zusammen mit den Söhnen im August 1888 von Mannheim nach Pforzheim und zurück. Bertha Benz gilt als erste Fahrerin eines Automobils und als erster Mensch überhaupt, der eine längere Strecke gefahren ist.

Auf dieser Fahrt musste sie diverse Widrigkeiten überwinden, u.a. die Höhenunterschiede mit den Steigungen und Gefällen. So erfand sie den Prototyp der Bremsbeläge. Bei einem Schuster ließ sie auf der Rückfahrt die Bremsklötze mit Leder beschlagen. Ihre Erfahrungen aus dieser Fahrt flossen in die Weiterentwicklung der Automobile ein.

Berta Benz starb am 5. Mai 1944, zwei Tage nach ihrem 95. Geburtstag, an dem sie durch die Technische Hochschule Karlsruhe zur Ehrensenatorin ernannt wurde. Ursprünglich war die Idee, den Platz nach Marie Curie zu benennen. Dies hatte der Gemeinderat abgelehnt, nachdem die Fraktion der Freien Wähler alternativ die Benennung nach Bertha Benz angeregt hatte.