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Aktuelle Entwurfsplanung kürzlich im Technischen Ausschuss vorgestellt
Wie geht es mit der Osttangente weiter?

Im der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses stand das Thema Osttangente auf der Tagesordnung. Dieses wichtige Verkehrsprojekt beschäftigt die Stadt schon kurze Zeit nach ihrer Gründung. 

Stadtplan von Leinfelden-Echterdingen mit geplanter Nord-Süd-Straße
Orangener Verlauf zeigt die geplante Osttangente | Plan: Büro TTK

Jetzt wurde dem Gremium der aktuelle Stand der Entwurfsplanung vorgestellt. Die Umgehungsstraße soll von der Maybachstraße im Norden Leinfeldens bis zur Echterdinger Straße führen (Distanz: 1,3 km) und so zur Entlastung der Stadtteile Leinfelden und Echterdingen beitragen. Dort sind vor allem die Stuttgarter Straße und der Ortsteil Unteraichen sowie die Echterdinger Hauptstraße Nadelöhre und durch den Verkehr stark belastet. Außerdem würde die neue Nord-Süd-Verbindung das Neubaugebiet Schelmenäcker sowie das Gewerbegebiet Leinfelden-Ost ins Verkehrsnetz integrieren.

In der Planungsphase befinden sich zwei Bauabschnitte (siehe Plan oben) mit mehreren Knoten- und „Zwangs“-Punkten (S2, S3 und U5): Drei Kreisverkehre und eine Ampelkreuzung sind momentan vorgesehen. Fußgänger und Radfahrer werden in der Zukunft zwischen Leinfelden und Echterdingen die Osttangente über eine Brücke queren können. An der Stelle, an der die Umgehungsstraße die S-Bahn kreuzt, soll die Straße unter den Gleisen verlaufen.

Wiesen im Bereich Goldäcker
In diesem Bereich zwischen Leinfelden und Echterdingen könnte die Trasse verlaufen. | Foto: Stadt

Kostenpunkt: Die Bauabschnitte 1 (Maybachstraße bis Max-Lang-Straße) und 2 (Max-Lang-Straße bis Echterdinger Straße) würden mit 17 Mio. Euro zu Buche schlagen, dazu kämen 1,24 Mio. für den Grunderwerb. Als mögliche Perspektive zeichnet sich ab, dass nach Abschluss der Entwurfsplanung das Land rund die Hälfte der avisierten Kosten übernehmen könnte.

Im Ausschuss wurde eines deutlich: Mit Blick auf die Veränderungen im Mobilitätsverhalten der Menschen und die Finanzen gehen die Meinungen bezüglich der Realisierung der Osttangente auseinander. So will Stadträtin Ingrid Grischtschenko (Grüne), dass das Hauptaugenmerk auf die Stadtbahn gelenkt wird und „nicht, dass sie zugunsten der Straße ins Hintertreffen gerät“. Das Geld für den Ausbau der U5 nach Echterdingen können dann fehlen. „Das ganze Straßenbauwerk stellen wir grundsätzlich in Frage“.

Anders Stadtrat Wolfgang Haug (FW/FDP): Man habe über viele Jahrzehnte in der Stadt fast nichts in neuen Straßenbau investiert. Aus seiner Sicht ist klar: die Straße muss kommen. Auch die CDU befürwortet das Straßenprojekt: Es sei ein wichtiger Teil des ganzen Mobilitätskonzepts, „wir halten daran fest, so Stadträtin Ilona Koch. SPD-Stadtrat Erich Klauser meinte: „Wir werden diesem Projekt, wenn auch schweren Herzens, zustimmen. Wir haben keine andere Chance, die Verkehrsprobleme zu lösen.“ Schließlich sei man auch bei den Bürgern im Wort. Unterstützen wird die Umgehungsstraße auch Stadträtin Sigrid Ott (DiB), die dadurch vor allem eine Entlastung für Unteraichen sieht. 

Roland Klenk machte nochmals unmissverständlich klar: „Wir werden den Individualverkehr nicht auf Null drücken können. Die Nord-Süd-Straße, durchgebunden bis zu alten B27, ist immer noch die einzige Möglichkeit, nennenswerte Verkehrsentlastungen in der Gesamtstadt zu bewirken.“ Das habe auch mit der Erhöhung der Aufenthaltsqualität zu tun, wie etwa in der Echterdinger Hauptstraße. Der Zeitpunkt sei gekommen, wo man der Bevölkerung zeige, ob die Straße kommen soll oder nicht, appellierte der Oberbürgermeister. In einer Verkehrsklausur möchte er sich intensiv mit den Details befassen, was bei den Stadträten auf Zustimmung stieß.