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Gedenkstiftung lädt zur Preisverleihung mit Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha Vorzeigeprojekte für ein friedvolles Miteinander

Zum zehnten Mal werden in diesem Jahr Projekte aus den Städten Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen prämiert, die sich im Sinne des Stiftungszweckes mit zivilgesellschaftlichen Themen auseinandergesetzt haben.

Logo der Gedenkstiftung "Gemeinsame Erinnerung"

Zur Preisverleihung laden OB Christoph Traub und OB Roland Klenk am Montag, 14. Oktober, 18 Uhr, in das Bürgerhaus Plattenhardt, Mörikesaal (Uhlbergstraße 37) alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein (Anmeldung per E-Mail unter stadtarchiv@filderstadt.de oder per Fax  unter 07158/98 08 95 0). Die Festrede hält Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha MdL.

2008 haben die beiden Städte Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen eine gemeinsame Stiftung gegründet. Sie soll einerseits die Erinnerung an die Opfer des KZ-Außenlagers auf dem Flughafen bewahren, andererseits aber Projekte unterstützen, die dazu beitragen, dass sich ein solches Unrecht – in vielen denkbaren Formen – in der Gegenwart und in Zukunft nie mehr wiederholt. Die Stiftung richtet sich vor allem, aber nicht ausschließlich an Kinder und Jugendliche beider Städte.

Und das sind die prämierten Projekte:

Elisabeth-Selbert-Gymnasium Filderstadt: „Treffpunkt Kulturen“
Die AG „Treffpunkt Kulturen“ bietet seit 2017 regelmäßig Hausaufgabenbetreuung und Spielenachmittag für die Kinder in der Anschlussunterbringung La Souterrainer Straße an. Ein besonderer Schwerpunkt der AG war zwischen Dezember 2017 und März 2018 die Vorbereitung eines „Aktionstags gegen Rassismus“ am 19. März 2019 am ESG. Im Mittelpunkt stand hier die Erstellung einer Ausstellung, hervorzuheben sind die Interviews mit vier in Filderstadt lebenden Geflüchteten aus Eritrea und Syrien.

Philipp-Matthäus Hahn-Gymnasium: Theaterszenen zum Volkstrauertag 2018
Die Theater-AG des PMHG führte ein Theaterstück von Kersten Krämer („Glaubst du, dass es wirklich Sterne gibt ?!“) bei der zentralen Feier zum Volkstrauertag auf. Inhalt: Eine Jugendliche flieht vor Verfolgung und erfährt in Deutschland wiederum Diskriminierung und Ausgrenzung. In der AG wurde dieses Stück intensiv diskutiert und dann teilweise auch umgearbeitet.

Jahnschule Harthausen: Gedanken über die Gefallenendenkmäler in Harthausen zum Volkstrauertag 2018
Die Klasse 9 der Werkrealschule setzte sich mit den unterschiedlichen Aussagen der beiden Gefallenendenkmäler in Harthausen auseinander, nämlich in der Kirche aus dem Jahr 1920 (Heldenverehrung) und auf dem Friedhof aus dem Jahr 1965 (Trauer). Mehrere Schülerinnen und Schüler trugen ihre Gedanken bei der Gedenkfeier am Volkstrauertag Harthausen vor, ergänzt durch eine Jugendliteraturlesung zum Ersten Weltkrieg.

„Kunst und Natur pur! Projekte fürJung und Alt in Filderstadt“
Dieses Projekt der Kunstschule wurde mit dem Projekt „ICH bin ICH – Mädchen aus aller Welt entdecken sich“ (des Vereins Integra e.V.) erfolgreich verknüpft. Angesichts der Tatsache, dass Zuwander- innen schlechtere Chancen für ein selbstbestimmtes Leben haben, zielte das Projekt auf eine Stärkung der Persönlichkeit von jungen Mädchen, auf Stärkung des Selbstbewusstseins und das Erkennen von Handlungskompetenzen. Über acht Monate fanden wöchentlich Kunstkurse für Mädchen statt, die aus ganz verschiedenen Ländern, Gesellschafts- und Bildungsschichten stammten. Die Nachfrage war so groß, dass die Gruppe 30 (statt der geplanten 15) Teilnehmerinnen umfasste.

Akkordeon- und Handharmonika-Club Sielmingen e.V. (AHC): Kindertheaterstück mit Menschen mit Behinderung sowie Menschen mit Migrationshintergrund
Der AHC führt seit 1994 jährlich ein Kindertheaterstück von und für Kinder auf. Hier spielen seit einigen Jahren Inklusion und Integration eine bemerkenswerte Rolle: Bei der Aufführung 2019 waren ein Mädchen mit Behinderung, drei Flüchtlingskinder sowie fünf Kinder mit Migrationshintergrund in das Projekt integriert. Das Projekt umfasste sowohl die Einstudierung des Theaterstücks, der Musik als auch die Herstellung eigener Kulissen etc

Arbeit und Integration Leinfelden-Echterdingen: Flüchtlingskinder lernen ihre Muttersprache
Die Kenntnis in Wort und Schrift ihrer Muttersprache hat für Flüchtlingskinder eine hohe Bedeutung. Gleichgültig, ob die Familien nach Kriegsende in ihre Heimat zurück können oder hier bleiben. Die Flüchtlingshelfergruppe „Arbeit und Integration“ organisiert den Arabisch-Unterricht für derzeit 40 Kinder in fünf Klassenstufen mit vier syrischen Lehrerinnen und Lehrern.

Freie Waldorfschule Gutenhalde Filderstadt: Theaterstück „Der Gesang im Feuerofen“ (von Carl Zuckmayer)
Schülerinnen und Schüler der Klasse 12 der Waldorfschule erarbeiteten dieses Theaterstück. Inhalt: Während der deutschen Besetzung Frankreichs wird eine Gruppe von ca. 20 jugendlichen Widerstandskämpfern verraten und durch die deutschen Truppen umgebracht. Der Verräter wird 1948 in Lyon zum Tode verurteilt. Zuckmayer erweitert das Thema, indem er eine Gerichtsverhandlung im Himmel inszeniert. Damit geht es um die Auseinandersetzung um  grundlegende Themen wie Verrat, Schuld, Rache, aber auch Mut und Aufopferung.

INTEGRA: Plakataktion gegen Populismus, Rassismus und Ausgrenzung
Bei diesem Projekt wurden im November 2018 26 verschiedene Plakate angefertigt, auf denen jeweils drei Filderstädter Personen abgebildet waren, die sich gesellschaftlich engagieren (Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, Integra, Naturfreunde u.a.). Die Zusammenstellung der Personen erfolgte per Los. Ziel der Aktion war es, zu zeigen, dass es aufgrund einer guten Kooperation vieler Ehrenamtlicher mit und ohne Migrationshintergrund ein friedliches gesellschaftliches Miteinander in Filderstadt gibt. Diese Aktion sollte ein Zeichen gegen Ausgrenzung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen und gegen die Gefahr eines wachsenden Nationalismus setzen.

Ludwig-Uhland-Werkrealschule/Musikschule LE/Bürgerstiftung LE: Gemeinsam mit Musik
In der Ludwig-Uhland-Werkrealschule wurde 2010/2011 gemeinsam mit der Musikschule ein Musikprojekt zur Förderung der Integration und Sozialkompetenz der Schüler begonnen. In Klasse 5 stand die Erarbeitung von musikalischen und sprachlichen Grundstrukturen mit einem Theater- bzw. Musikstück als Ziel im Mittelpunkt, wie z.B. „Peer und Gynt“ von Paul Maar. In Klasse 6 sollte ein Musikinstrument wie Keyboard und Gitarre im Gruppenunterricht erlernt werden.

AK Asyl Leinfelden-Echterdingen: Geflüchtete sagen „danke“
Seit Weihnachten 2015 verkaufen Geflüchtete auf Initiative des AK Asyl Leinfelden-Echterdingen selbst gemachtes Gebäck und beteiligen sich mit dem Erlös an der Aktion „Weihnachtssterne“, bei der Geld für Weihnachtswünsche von Kindern aus sozial schwachen Familien gesammelt wird. Zwischen 2015 und 2018 hat sich die Backaktion sowohl qualitativ als auch quantitativ erheblich intensiviert, künftig ist eine Unterstützung der Weihnachtssternaktion oder des Tafelladens vorgesehen.

Das WIE. Begegnung und Bildung/Kunstschule Filderstadt: Treffpunkt ZeitRaum 2.0 für freiwillig Engagierte in Filderstadt
Unter der Leitung einer Dozentin der Kunstschule sowie der Leiterin des WIE fand der Workshop „Kreativitätsförderung für freiwillig Engagierte“ statt. Ziel ist es, dass sie ihre eigene Erfahrungen und Standpunkte reflektieren und daraus neue Ideen und Haltungen für das gesellschaftliche Miteinander entwickeln. Die freiwillig Engagierten stammen aus verschiedenen Filderstädter Einrichtungen wie Förderverein Kunstschule, Engagierte beim WIE, Mitglieder des Vereins Künstler der Filder u.a.