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Könnte es auch in LE zu Engpässen der Trinkwasserversorgung kommen? Klimawandel fordert die Daseinsvorsorge heraus

Hitze und Trockenheit als Folge des Klimawandels: Es gibt bereits Regionen in Deutschland, in denen das Wasser zeitweise knapp wird. Zur Vorbeugung von Wasserknappheit will das Bundesumweltministerium das Wassermanagement bis 2030 deutlich verbessern. 

Junge und Mädchen mit Wasserschlauch im Garten
Foto: PantherMedia/solovyova

Im Kern des Entwurfs steht nach Angaben des Ministeriums die Daseinsvorsorge. Alle Bürgerinnen und Bürger sollten auch in Zukunft „auf sichere, bezahlbare und leistungsfähige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zählen können“. Der Fokus liege aber auch auf der Vorsorge für Tiere und Pflanzen. 

Die Stadtwerke Leinfelden-Echterdingen tragen als Ver- und Entsorger vor Ort diese besondere Verantwortung der Daseinsvorsorge. Sie sind unter anderem für die Trinkwasserversorgung von rund 40.200 Einwohnerinnen und Einwohnern verantwortlich. Unser Trinkwasser stammt aus dem Bodensee und wird über Transportleitungen in nahegelegene Hochbehälter der Filderwasserversorgung geleitet. Von dort aus werden die Haushalte in LE mit dem kostbaren Gut versorgt. 

Damit es auch in Zukunft nicht zu Engpässen in unserer Region kommt, sichern die Stadtwerke LE durch eine zusätzliche Vernetzung mit benachbarten Wasserversorgern die Trinkwasserversorgung ab. Die Stadtwerke sind sich ihrer Verantwortung bewusst. „Unser Netzbetrieb Wasser kontrolliert rund um die Uhr die in unserem Versorgungsgebiet liegenden Leitungen“, sagt Peter Friedrich. Bei Rohrbrüchen erfolge umgehend eine Reparatur, und in die Jahre gekommene Leitungen werden kontinuierlich ausgetauscht, ergänzt der Stadtwerkechef. „Hierdurch wird die Versorgungssicherheit durchgehend gewährleistet“, betont er. Ständig würden im Servicepunkt auffällige Abweichungen in den Verbrauchsrechnungen geprüft. So erhalte man schon früh Hinweise auf undichte Rohrleitungen oder versteckte Wasserlecks in den Haushalten.

Stadtwerke-Mitarbeiter arbeitet an Wasserleitungssystem
Foto: Hangst

Das durch die Nutzung in Haushalten und Gewerbe verunreinigte Trinkwasser wird gemeinsam mit dem oberflächig abfließenden Regenwasser in die öffentliche Kanalisation abgeleitet. Die Stadtwerke sorgen mit einem 168 Kilometer langen Kanalnetz, knapp 50 Sonderanlagen wie Pumpwerken und Regenüberlaufbecken sowie zwei Kläranlagen in Stetten und Musberg für die fachgerechte Ableitung und Reinigung. „Durch regelmäßige Investitionen in die Anlagen halten wir das Entwässerungssystem und die Abwasserreinigung in Schuss und stets  auf dem aktuellen Stand“, sagt Friedrich. Kläranlagen leisten durch die Abwasserreinigung einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Gewässerschutz, um eine gute Qualität unserer Gewässer sicherzustellen. Zudem prüfen die Teams der Stadtwerke regelmäßig mit modernster Kameratechnik die Kanäle, um eventuelle Schäden in den Rohren rechtzeitig zu entdecken und beheben zu können. 

Gerne beantwortet das Team der Stadtwerke technische Fragen rund um Trink- und Abwasser:

Tag der Daseinsvorsorge

Die Daseinsvorsorge umfasst die Grundversorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Dienstleistungen und Infrastrukturen in den Bereichen Mobilität, Wohnen, Bildung, Gesundheit, Energie, Wasser und Abfall. Größtenteils werden diese Aufgaben von kommunalwirtschaftlichen Betrieben wahrgenommen. Tag der Daseinsvorsorge ist der 23. Juni.

Wie kann man zum Trinkwasserschutz beitragen?

  • Sorgen Sie für so wenig versiegelte Flächen wie möglich auf Ihrem Grundstück: Das Versiegeln der Böden durch Bauwerke oder gepflasterte Bereiche auf privaten Grundstücken verhindert, dass Regen im Boden versickert. Dies gefährdet den Grundwasserstand und damit das Vorkommen von Trinkwasser. Da versiegelter Boden den Niederschlag nicht speichert, erhöht sich der oberflächliche Abfluss und die Kanäle müssen diese Wassermengen aufnehmen.
  • Reparieren Sie tropfende Wasserhähne; drehen Sie das Wasser während des Zähneputzens ab; besser duschen statt baden; den Geschirrspüler oder die Waschmaschine im Ökoprogramm laufen lassen. Mit diesen kleinen Maßnahmen können bereits zig Liter Wasser pro Jahr eingespart werden.
  • Bevorzugen Sie beim Einkauf regionale und saisonale Produkte. So reduziert man die bei der Produktion in anderen Ländern vorhandenen Wasserengpässe und unterstützt gleichzeitig unsere Landwirtinnen und Landwirte. Denn auch bei der Herstellung vieler Waren fällt ein hoher Wasserverbrauch an – sogenanntes „virtuelles Wasser“: So sind etwa 140 Liter Wasser nötig, um eine Tasse Kaffee zu erzeugen – vor allem beim Anbau der dafür nötigen Menge Kaffeebohnen. (www.durstige-gueter.de)
  • Verzichten Sie im Garten auf Pools und Schwimmbecken, da die Befüllung riesige Mengen an Trinkwasser erfordert. Ein durchschnittlicher Pool (3,66 Meter Durchmesser) umfasst ein Volumen von 6.500 Litern. Dies entspricht dem 52-fachen des Tagesbedarfs einer Person!