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Stadt startet Wohnraumoffensive OB Klenk: „Füllhorn an Möglichkeiten“

Wohnraum ist auf den Fildern knapp und teuer. Leinfelden-Echterdingen liegt mit einer Nettokaltmiete von durchschnittlich 10,38 Euro pro Quadratmeter nach Stuttgart und München bundesweit auf Platz drei. Das bedeutet, dass bei vielen Menschen ein großer Teil des Einkommens für die Miete aufgewendet werden muss. Um mehr Transparenz zu bekommen, erarbeitet LE gemeinsam mit Filderstadt zurzeit einen Mietspiegel, um Mietobergrenzen festlegen zu können.

Foto: Bergmann

Anja Schubert, die Leiterin des Amtes für Immobilien, präsentierte kürzlich dem Gemeinderat das Konzept der „Wohnraumoffensive LE 2022-2032“ – „ein Füllhorn an Chancen und Möglichkeiten“, wie Oberbürgermeister Roland Klenk sagte. Ziel darin ist ein attraktives, bedarfsgerechtes und bezahlbares Wohnungsangebot für alle Bevölkerungsschichten in einem lebenswerten Umfeld. „Das hat eine große Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt“, so Schubert.

Das Amt für Immobilien kümmert sich bereits jetzt um 178 städtischen Wohnungen in insgesamt 23 reinen Wohngebäuden. „Hier muss der Sanierungsstau nach und nach abgebaut und ein Sanierungsfahrplan erarbeitet werden“, sagte die Amtsleiterin.  Dafür soll das technische Gebäudemanagement dem Amt für Immobilien zugeordnet werden. „So kann außerdem in den kommenden Jahren ein Neubauprogramm unabhängig vom Hochbauamt entwickelt und realisiert werden“, ergänzte Schubert. Ziel könne die stufenweise Entwicklung von einem sogenannten Regiebetrieb über einen Eigenbetrieb bis – langfristig gesehen – zu einer Wohnbaugesellschaft sein. Dafür, so Schubert, sind natürlich Personal und Geld notwendig.

Bei den Haushaltsberatungen für das laufende Jahr hatten die Fraktionen im Gemeinderat beantragt, den städtischen Wohnungsbestand aufzustocken und auf den städtischen Grundstücken zu bauen. Entsprechend positiv war die Resonanz auf die von Schubert vorgestellten Pläne. „Das ist eine der wichtigsten politischen Aufgaben der nächsten Jahre“, sagte SPD-Fraktionschef Erich Klauser. Auch die Grünen stimmten der Vorlage zu. „Wir sehen am Ende eine Wohnbaugesellschaft“, so deren Stadtrat Frank Mailänder. Auch Ilona Koch kündigte an, das Konzept mitzutragen. „Der Regiebetrieb ist sehr gut, weil er flexibel ist“, betonte die CDU-Fraktionsvorsitzende. Sabine Onayli (L.E. Bürger/DiB) sieht die Stadt auf einem „richtigen Weg“, hält jedoch den Platz für Wohnraum begrenzt. Und Claudia Moosmann (Linke) sprach von einem „Konzept, das uns weiterbringt“.