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Vom Luftreiniger zum Glasfaseranschluss – es hat sich viel getan Schulunterricht und Kinderbetreuung in Pandemiezeiten

In dieser Woche ist der Betrieb an den Grundschulen nach vielen Wochen der Schließung wieder angelaufen. Das gilt ebenso für die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen sowie die Grundstufen der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Auch die Kitas und Einrichtungen der Kindertagespflege haben mit dem Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen begonnen.

Drei kleine Kinder speilen mit bunten Holzklötzen unter Aufsicht einer Kinderbetreuerin
Foto: Kzenon/Adobe Stock

„Es war ein gutes Ineinandergreifen aller Teile der Stadtverwaltung“, lobt Oberbürgermeister Roland Klenk die Arbeit der städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für einen möglichst sicheren Start.

1. Wie erfolgt der gerade wieder aufgenommene Schulbetrieb?

Alle Grundschulen in LE werden die geforderten zehn Stunden Präsenzunterricht pro Woche anbieten können. Der Unterricht erfolgt im Wechselmodell. Das bedeutet: Die Hälfte der Kinder ist im Präsenzunterricht, für die andere Hälfte erfolgt der Unterricht zu Hause via Internet („Homeschooling“).

Die Schulkindbetreuung kann begleitend die Nachmittagsbetreuung sicherstellen.

Leinfelden-Echterdingen hat bisher als Corona-Soforthilfe von Bund und Land eine finanzielle Förderung in Höhe von 94.300 Euro erhalten, die unmittelbar den Schulen zugutekam. So wurden für 40.000 Euro CO2-Messgeräte angeschafft, die in rund 200 Schul- und Unterrichtsräumen die Luftqualität überwachen. Zudem hat die Kommune für rund 80.000 Euro insgesamt 21 Luftreinigungsgeräte für schlecht zu belüftende Räume gekauft. Drei dieser Geräte stehen am Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasium, fünf an der Ludwig-Uhland-Schule sowie jeweils sieben an der Immanuel-Kant-Realschule und sechs am Immanuel-Kant-Gymnasium.

Im Busverkehr gilt der normale Fahrplan, die schulspezifischen Verstärkerbusse sind noch nicht unterwegs.

2. Wie sieht die Teststrategie in LE aus?

Innerhalb einer Woche ist es gelungen, ein Testzentrum im Kulturforum aufzubauen und einzurichten. Die Testung erfolgt durch das DRK, die DLRG Ortsgruppe Filder sowie freiwillige Helfer. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung LE helfen bei der Administration und Organisation. Insgesamt wirken zehn Helfer vom DRK, zehn der DLRG sowie bis zu 20 städtische Helfer mit.

Seit Donnerstag, 25. Februar, können dort immer montags und donnerstags Erzieherinnen und Erzieher, Betreuungskräfte aller Träger und Tagespflegepersonen – insgesamt rund 500 Personen – sowie Lehrkräfte aller Schulen – weitere etwa 500 Personen – Abstriche nehmen lassen. Hausmeister, kirchliche und freie Träger sowie Tagespflegepersonal werden mitberücksichtigt. Über die Ergebnisse wird umgehend informiert. Darüber hinaus werden drei Apotheken (Hubertus Apotheke Musberg, Ratsapotheke und Marktapotheke Leinfelden) sowie zwei Arztpraxen (HNO Dr. Behringer und Praxis Walter, beide Echterdingen) regelmäßig bei der Durchführung von Schnelltests für Betreuungs- und Lehrkräfte mitwirken.

Kostenlose Antigentest für alle Kitas und alle Schulen sind über das Land Baden-Württemberg bestellt. Da diese Tests jedoch nicht rechtzeitig geliefert werden können, wird die Stadt mit ihrem bereits vorliegenden Kontingent des Landes (5.000 Tests) aushelfen. Pro durchgeführtem Test erhalten die Kommunen bzw. die Blaulichtorganisationen neun Euro. Bringen die Blaulichtorganisationen die Tests selbst mit oder haben die Kommunen die Tests beschafft, beläuft sich die Pauschale auf 15 Euro.

Damit ist Leinfelden-Echterdingen eine der ersten Kommunen im Landkreis Esslingen und in der Region, die eine durchgängige und regelmäßige Testung des gesamten Betreuungs- und Lehrpersonals sicherstellen kann.

3. Wie läuft die Digitalisierung der Schulen?

Mittlerweile sind alle weiterführenden Schulen an das schnelle Glasfasernetz angebunden. Die vollständige interne WLAN-Verkabelung an IKG und PMHG wird im Laufe des Jahres erfolgen, weil über diese Schulen mit Abstand die meisten Schüler erreicht werden können. Die IKR wird in 2022 folgen. Auch der Anschluss der Grundschulen ist auf den Weg gebracht. Finanziell unterstützt wurde und wird die Digitalisierung an den Schulen durch den DigitalPakt Schule. Der Umfang der Förderung zwischen den Jahren 2019 und 2024 beträgt in LE 1.372.400 Euro.

  • Immanuel-Kant-Gymnasium: Anbindung an Glasfasernetz bereits 2019 erfolgt, Verkabelung im Gebäude in 2021
  • Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasium: Anbindung an Glasfasernetz bereits 2020 erfolgt (bis Ende März wird noch ein Rooter eingebaut), Verkabelung im Gebäude in 2021
  • Immanuel-Kant-Realschule: Anbindung an Glasfasernetz bereits 2019 erfolgt, Verkabelung im Gebäude in 2022
  • Ludwig-Uhland-Schule: Anbindung an Glasfasernetz bereits 2019 erfolgt, Verkabelung im Gebäude in 2022
  • Schönbuchschule: Anbindung an Glasfasernetz für 2021 geplant, Verkabelung im Gebäude im Zuge der Sanierung in 2022 geplant
  • Eichbergschule: Anbindung an Glasfasernetz für 2021 geplant, Verkabelung im Gebäude in 2023 geplant
  • Lindachschule: Anbindung an Glasfasernetz für 2021 geplant, Verkabelung im Gebäude in 2023 geplant
  • Zeppelinschule: Anbindung an Glasfasernetz für 2021 geplant, Verkabelung im Gebäude im Zuge der Erweiterung 2022 bis 2024 geplant,
  • Goldwiesenschule: Anbindung an Glasfasernetz bereits 2020 erfolgt, Verkabelung im Gebäude im Zuge der Erweiterung 2024 bis 2027 geplant

4. Stehen den Schulen Laptops und Tablets zur Verfügung?

Die Stadt hat über verschiedene Programme bisher rund zwei Millionen Euro Fördermittel vom Land erhalten. Das Geld wurde bereits verwendet oder ist sinnvoll verplant. Mit Fördergeldern in Höhe von mehr als 313.000 Euro wurden in der Corona-Krise mehr als 700 Leihgeräte für Schülerinnen und Schüler im Rahmen des „Sofortausstattungsprogramms“ beschafft. Außerdem spendeten lokale Unternehmen über einhundert weitere Geräte. Für Lehrerinnen und Lehrer werden nochmals bis zu 200 Geräte angeschafft.

LE erhielt und erhält aus dem DigitalPakt Schule zwischen 2019 und 2024 Fördergelder in Höhe von 140.673 Euro. Auch für die Systembetreuung und Wartung der Geräte konnten 155.000 Euro Fördergelder akquiriert werden.

5. Wie ist die Lage bei der Kinderbetreuung?

Erstattung Kita-Gebühren für Eltern im Januar

In Absprache mit dem Gemeinderat und den kirchlichen bzw. nichtstädtischen Trägern wurden im Januar keine Betreuungsentgelte für die Kinderbetreuung oder Schulkindbetreuung eingezogen, wenn tatsächlich auch keine Notbetreuung erfolgte. Sofern Betreuungsentgelte eingezogen wurden, werden diese mit den nun für Februar teilweise anfallenden Gebühren verrechnet und dafür im Februar keine Entgelte eingezogen. Die Notbetreuung wird in jedem Fall entsprechend der tatsächlichen Inanspruchnahme abgerechnet.

Ein Monat ohne Betreuungsentgelte belastet die Stadt LE als Träger im Bereich der Kinderbetreuung mit 240.000 Euro, in der Schulkindbetreuung mit 40.000. Bei den kirchlichen und nichtstädtischen Träger sind dies monatlich 100.000 Euro.

Allerdings ist eine Entlastung der Eltern selbstverständlich, die vom 16.12. 2020 bis 22.2. 2021 keine reguläre Betreuung mehr für ihre Kinder hatten. Leider hat sich das Land noch nicht konkret dazu geäußert, in welchem Umfang es sich am Entgeltausfall der Träger beteiligten wird.

Stärkung der Notbetreuung in der Kindertagespflege

Tagespflegepersonen erhalten 6,50 Euro pro Betreuungsstunde und Kind an Vergütung. Um das Engagement der Tagespflegepersonen und die erhöhten Hygieneaufwendungen abzudecken, hat LE sich entschlossen, 20 Prozent mehr für die Zeit der Notbetreuung zu bezahlen, was zusätzlich 1,30 Euro pro Notbetreuungsstunde ausmacht. Zusätzlich erhalten die Tagespflegepersonen je nach Anzahl der Betreuten Kinder Hygienepauschalen für Desinfektion und Reinigung der sowie zum Beschaffen von medizinischen Masken.

Bislang gab es weder unter den Tagespflegepersonen noch unter den betreuten Familien bzw. deren Kindern Coronafälle, was für die Sicherheit dieser Betreuungsform spricht.

Verlässliches und sicheres Angebot von Notbetreuung in Kitas und Schulen

Während der Notbetreuungszeit vom 16.12.2020 bis 22.2. 2021 wurden von den 937 städtischen Kita-Plätzen 408 Plätze im Rahmen der Notbetreuung in Anspruch genommen, was rund 44 Prozent entspricht. Lediglich zweimal mussten Notbetreuungsgruppe wegen eines Kontaktfalles temporär geschlossen werden. In der Schulkindbetreuung waren von den insgesamt 627 Plätzen 90 belegt, was einer Notbetreuungsinanspruchnahme von 14 Prozent entspricht. Hier gab es keine Schließungen wegen Corona-Infektionen.

Insgesamt erwies sich daher die Notbetreuung als sehr sicheres Angebot.