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Sanierung der Burgstraße im Ausschuss vorgestellt Schöne Optik, Kritik an Radkonzept

Die Pläne für die Sanierung des südlichen Teils der Burgstraße, die zur Historischen Mitte Echterdingens führt, und des Schafrains kommen voran. Wie Andrea Egner vom Amt für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau jüngst im Technischen Ausschuss ausführte, soll die Burgstraße Süd verkehrsberuhigt werden.

Echterdinger Burgstraße
Die Burgstraße verbindet den Echterdinger S-Bahnhof mit dem historischen Zentrum des Ortes und hat daher eine besondere Bedeutung. | Foto: Bergmann

Die Pläne für die Sanierung des südlichen Teils der Burgstraße, die zur Historischen Mitte Echterdingens führt, und des Schafrains kommen voran. Wie Andrea Egner vom Amt für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau jüngst im Technischen Ausschuss ausführte, soll die Burgstraße Süd verkehrsberuhigt werden.

Das heißt, dass im Schritttempo mit der Höchstgeschwindigkeit von sieben Kilometer in der Stunde gefahren werden darf. Die Straße ist für alle Verkehrsarten freigegeben, und die Verkehrsteilnehmer sollen aufeinander Rücksicht nehmen.

„Es ist uns wichtig, dass wir eine aufgewertete Fuß- und Radverkehrs-Achse haben“, sagte Egner. Man müsse nicht nur für Radfahrer planen, sondern alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigen. Die Parkflächen werden um circa 50 Prozent reduziert, es sollen künftig also nur noch zwölf bis 16 Parkplätze zur Verfügung stehen. Die endgültige Gesamtzahl hängt noch von Sitzbänken und Radständern ab, die aufgestellt werden. Historisch bedeutende Gebäude an der Straße werden beleuchtet und die Straßenbeleuchtung wird erneuert.

Die Gestaltung des südlichen Abschnitts erfolgt nach dem selben Muster wie beim nördlichen Abschnitt, der gerade gebaut wird. Die Fahrbahn besteht aus Redotto-Recyclingstein, der auch als Echterdinger Porphyr bezeichnet wird. Davon in Material und Farbe abgesetzt sind Einfahrten, Parkplätze und Entwässerungsrinnen. Sie bestehen aus Granit. Vor historischen Gebäuden soll die Straße einen platzartigen Eindruck vermitteln.

Baustelle in der Echterdinger Burgstraße
Foto: Bergmann

Die Fahrbahnbeläge der Straßen Schafrain und Backhausgasse sind aus Sonderasphalt und die Entwässerungsrinnen aus Natursteinpflaster. Ansonsten gilt beim Material das selbe wie bei der Sanierung der Burgstraße. An die Beteiligung der Anwohner ist nach den Sommerferien gedacht, der Baubeschluss soll im November erfolgen. Die Burgstraße Süd, der Schafrain und die Backhausgasse werden dann als ein Projekt im Frühjahr 2023 ausgeschrieben. Baubeginn soll im April 2023 sein, mit dem Bauende rechnet die Verwaltung Ende 2023/Anfang 2024.

Die Ausschussmitglieder aller Fraktionen begrüßten das Projekt grundsätzlich. Die Aufwertung der Burgstraße stehe außer Frage. In Details gab es aber auch Bedenken. Jens Zellmer (SPD) sagte: „Es ist aus meiner Sicht aber nicht notwendig, die gesamte Straße zum verkehrsberuhigten Bereich zu machen.“ Kein Radler werde die Strecke bergabwärts nur mit fünf Kilometern in der Stunde fahren: „Mit dem vorgestellten Konzept zwingt man Radler, die zur Ortsmitte wollten geradezu, in die Illegalität zu fahren.“

„Nun bekommt die Burgstraße Ich freue mich, dass sie so wird“, sagte Ingrid Grischt-schenko (Grüne). Allerdings habe Jens Zellmer recht: „Wenn wir die Radler nicht auf der Hauptstraße wollen und wenn wir hier die Fußgängerfurt machen, wo sind dann die Radfahrer?“ Wer sich mit dem Rad nicht auf die Hauptstraße traue, bekomme hier einen Radweg, auf dem die Schwächsten mit den Schwächeren konkurrierten. Dennoch könne man sich auf die aufgewertete Straße freuen: „Das wird richtig gut.“