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Kinderbetreuung: 24 Stellen derzeit nicht besetzt Mit viel Engagement gegen den Fachkräftemangel

Die Kinderbetreuung ist ein wichtiges Thema in Leinfelden-Echterdingen. Wie in anderen Kommunen fehlen auch in der Filderkommune Betreuungskräfte. Aysegül Kaplan und Claudia Frank von der Personalabteilung der Stadt haben kürzlich im Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss die großen Bemühungen der Stadtverwaltung geschildert, um an Fachkräfte zu kommen. Im Interview fasst Claudia Frank den Vortrag zusammen.  

Foto: Nelos/Adobe Stock

Frau Frank, wie viele Erzieherinnen und Erzieher sind derzeit in der Stadt beschäftigt?
Bei uns arbeiten derzeit 180 Erzieherinnen und Erzieher als Fachkräfte. Dazu kommen 43 pädagogische Betreuungskräfte (Nichtfachkräfte), 21 PIA-Auszubildende und vier Anerkennungspraktikanten.

Wie viele Stellen sind derzeit nicht besetzt?
Das sind im Moment insgesamt 24 Stellen.

Wo sucht die Stadt derzeit nach Fachkräften für die Kinderbetreuung?
Wir achten auf einen angemessenen Mix zwischen verschiedenen Kanälen, sodass durch Online- und Printmedien verschiedene Zielgruppen erreicht werden können. So erscheinen die Stellenanzeigen auf unserer Homepage, Karriereseite und verschiedenen Online-Jobportalen sowie in den regionalen Amtsblättern. 

Wie ist die Resonanz?
Natürlich macht sich der Fachkräftemangel auch bei uns bemerkbar. Dennoch gehen auf unsere Ausschreibungen gute Bewerbungen von Fachpersonal ein. 

Wie geht die Personalabteilung mit Bewerbungen um?
Aufgrund der aktuellen Bewerberlage achten wir insbesondere auf zügige Rückmeldungen. So sichten wir die Bewerbungen frühzeitig und laden schnellstmöglich vorab zu einem Onlinegespräch ein. Danach werden die Bewerber/-innen zur Hospitation in die Kinderhäuser eingeladen und zum Teil sehr kurzfristig eingestellt, um die Häuser zu entlasten. Dabei werden individuelle Wünsche von Bewerbern so gut es geht berücksichtigt.

Die Stadt hat sich kürzlich bei der „Börse deiner Zukunft“ als Ausbilderin präsentiert. | Foto: Bergmann

Welche Rolle spielt die Ausbildung eigener Fachkräfte?
Die Ausbildung spielt eine sehr große Rolle bei der Stadt; unser Fokus liegt in dieser Zeit des Fachkräftemangels auf der Ausbildung von eigenem pädagogischen Fachpersonal und auf der Qualifizierung unserer pädagogischen Betreuungskräfte. Dafür werden viele Stellen bereitgestellt und auch besetzt, sofern genügend Mentoren zur Verfügung stehen.  

Welche neuen Wege bei der Personalgewinnung will die Verwaltung zukünftig einschlagen?
Es ist geplant offene pädagogische Stellen im Kita Bereich dauerhaft bzw. für längere Zeiträume online zu veröffentlichen. Zudem soll eine Social-Media-Recruiting-Kampagne gestartet werden, sodass über soziale Netzwerke auf Stellenangebote, Messeauftritte und Schulbesuche usw. aufmerksam gemacht werden soll. Weitere Ideen sind beispielsweise, an S- und U-Bahn sowie Bushaltestellen Videos und Poster zu platzieren, die auf unsere offenen Stellen im pädagogischen Bereich hinweisen. Wir wollen außerdem vermehrt an Karriere- und Bildungsmessen teilnehmen und weitere After-Work-Partys für pädagogisches Personal anbieten. So möchten wir als Arbeitgeber und Ausbildungsstätte präsent sein und auf unsere offenen Stellen aufmerksam machen. 

Kann die  Qualifizierung pädagogischer Betreuungskräfte Besserung bringen und wie sieht diese aus?
Pädagogische Betreuungskräfte sind eine wichtige Stütze für das Fachpersonal im Alltag. Nach dem neuen Tarifvertrag können wir sie auch zum Teil anrechnen. Derzeit bilden sich  zehn pädagogische Betreuungskräfte der Stadt in Kooperation mit der DAA und der Arbeitsagentur zum/r staatl. anerkannten Erzieher/in weiter. Dies ist ein vielversprechendes Pilotprojekt der Stadt – und ein Alleinstellungsmerkmal. 

Wie erleichtert die Stadt den Alltag der Erzieherinnen und Erzieher? 
Um auf die Entlastung unserer bestehenden Erzieherinnen und Erzieher zu achten, ist es nötig die Öffnungszeiten anzupassen und zu reduzieren. Außerdem werden Supervisionen sowie Seminare im Bereich Teambildung, Stress- und Konfliktbewältigung angeboten. Als weitere Unterstützung sollen mehr Bürokräfte eingestellt werden, die die Verwaltungsarbeit in Kindertageseinrichtungen mit übernehmen.