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Mehr Grundschüler brauchen mehr Platz

Die Zeppelinschule und die Goldwiesenschule werden erweitert und Teile des Bestandes saniert. Hintergrund sind die steigenden Schülerzahlen im Grundschulbereich in Echterdingen. Das Amt für Hochbau und Immobilien geht davon aus, dass die baulichen Erweiterungen möglich sind, ohne die Schulhofflächen wesentlich in Anspruch zu nehmen.

Die Zeppelinschule in Echterdingen | Foto: Bergmann

Vier zusätzliche Klassenzimmer werden in der Zeppelinschule benötigt. Zwei Räume, die bisher im Bereich der Musikschule lagen, kommen rüber in den neuen Bauteil. Auch das Lehrerzimmer muss vergrößert werden. Ein unterteilbarer neuer Raum im OG soll für Veranstaltungen dienen. Die Betreuungsräume im UG sollen zur Erweiterung der Mensa und für ergänzende Angebote nach dem Essen verwendet werden. Die Schulkindbetreuung erhält die bisherigen Klassenzimmer im EG, die wiederum in den Neubau kommen.

Die energetische Sanierung umfasst die Fassade, neue Fenster sowie das Dach. Auch Schimmelschäden in den Klassenzimmern werden durch die Sanierung beseitigt.

Ohnedies muss die Sporthalle dringend saniert werden. Der Boden quillt auf durch Feuchteschäden, die Außenwände sind teilweise undicht. Geplant ist jetzt ein Neubau mit normgerechter Einfeld-Sporthalle.

Auch die Goldwiesenschule erhält vier zusätzliche Klassenzimmer. Der Bau einer Mensa, die auch für Schulveranstaltungen und die Schulkindbetreuung genutzt werden kann, wird empfohlen. Auch der Betreuungsbereich wird erweitert.

Während der Bauphase müssen Klassenzimmer zumindest an der Goldwiesenschule in Containern untergebracht werden. Die Schulleitungen und Leitungen der Schülerbetreuung werden am Planerwettbewerb beteiligt. Auch Infoveranstaltungen für die Elternvertreter soll es geben.

Das Raumprogramm ist skizziert

Die Realisierungswettbewerbe sollen in Kürze an den Start gebracht werden. Derzeit werden Baukosten von ca. 11,6 Mio. Euro für die Zeppelinschule und 5,1 Mio. Euro für die Goldwiesenschule prognostiziert. Das Büro Kohler Grohe Architekten Stuttgart wird die Wettbewerbe betreuen. Da die Honorarsumme je Schule den Schwellenwert von 221.000 Euro übersteigt, ist ein Verfahren nach europäischen Vergaberichtlinien erforderlich. Die Kosten für beide Wettbewerbe liegen bei rd. 260.000 Euro.

Den skizzierten Grundanforderungen an das jeweilige Raumprogramm hat der Gemeinderat nach den Vorberatungen in den Ausschüssen zugestimmt. Dort hatte die SPD-Fraktion außerdem die Verwaltung beauftragt, im März „einen dezernatsübergreifenden Projektplan mit Meilensteinen“ vorzulegen. Man dürfe keine Zeit verlieren angesichts der wachsenden Schülerzahlen, bekräftige Stadträtin Sinner-Bartels (SPD) noch einmal. Es sei gut, sagte Stadträtin Koch (CDU), wenn es jetzt vorangehe und bei der Erweiterung auch das Thema Digitalisierung mit aufgegriffen werde, wie von ihrer Fraktion gefordert.

Angesichts der Dringlichkeit sei keine schnellere Lösung möglich gewesen als Sanierung und Erweiterung, so Stadtrat Armbruster (Grüne). Doch das Thema Schulneubau müsse man weiterfolgen. Auch Stadtrat Haug (L.E. Bürger/FDP) plädierte erneut für einen weiteren Schulstandort, weil sich die Schülerwelle in die weiterführenden Schulen fortsetzen werde. Die Erweiterung/Sanierung beider Schulen bezeichnete er als Notfallplan. Er bat um einen Masterplan Schulentwicklung.

Eine Erweiterung und Sanierung auf derart hohem finanziellem Niveau sei nur die zweitbeste Lösung, fand Stadtrat Dr. Wächter (Freie Wähler), der sich in der Vorberatung für einen Neubau am bestehenden Standort ausgesprochen hatte.

Die Schulen dürften nicht auf Dauer drei- oder vierzügig sein, sagte Stadträtin Onayli (L.E. Bürger). Auf ihre Frage, ob überhaupt personelle Kapazitäten vorhanden seien zur Erarbeitung eines Schulentwicklungsplans sagte Baubürgermeisterin Noller: „Nein.“ Aber die Schulen hätten Priorität. Nur: „Das Thema Hallenbad bleibt liegen“.

Oberbürgermeister Klenk wehrte sich gegen den Begriff Notfallplan. Es handle sich um eine durchdachte Planung an einem sicheren Standort. „Das ist auch ein Stück Innenentwicklung!“ Man schaffe Neues, einschließlich einer Sporthalle und mehr Raum für die Schulbetreuung. Und man werde die Zeit nutzen, um einen neuen Schulstandort zu definieren.