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TA beschließt Gestaltungshandbuch für Ortskernsanierung Make-up für die Historische Mitte Echterdingen

Die Gestaltung der Historischen Mitte Echterdingen treibt den Gemeinderat seit Jahren um. Am Dienstagabend lag nun dem Technischen Ausschuss das 114-seitige „Gestaltungshandbuch Freiraum und grüne Infrastruktur“ vor, welches das Planungsbüro Kienleplan aus Leinfelden-Echterdingen im Auftrag der Verwaltung und in Kooperation mit ihr ausgearbeitet hatte.

Burgstraße in Echterdingen
Foto: Bergmann

Der Hintergrund: Im Juli 2020 hatte das Pfullinger Planungsbüro Citiplan den städtebaulichen Rahmenplan als Gesamtkonzept für die Gestaltung des öffentlichen Raums im Sanierungsgebiet „Historische Mitte Echterdingen“ entwickelt. Dieser wurde dann vom Gemeinderat beschlossen.
Mit der Sanierung will die Stadt unter anderem das Ortsbild und die Gestaltungsqualität verbessern, den Einzelhandel in der Ortsmitte stärken, den öffentlichen Raum verschönern und das Fuß- und Radwegenetz verbessern.

Aus Sicht der Verwaltung und des Büros Kienleplan haben sich auf der Suche nach einer lokalen Handschrift drei städtebauliche Hauptthemen herausgebildet: ein dörflicher Kern rund um das Rathaus und die Zehntscheuer, ein städtisch geprägter Raum entlang der Hauptstraße und der Bernhäuser Straße und zwei Mischgebiete im Norden und Süden. Das Gestaltungshandbuch soll den Gemeinderäten als Handlungsempfehlung dienen.

Das Handbuch schlägt beispielsweise für einzelne Abschnitte unterschiedliche Steine für Mauern und verschiedene Beläge für Straßen vor. So soll im als „hochwertig städtisch“ charakterisierten Gebiet von Bernhäuser Straße, Kirch- und Marktplatz Naturstein zum Einsatz kommen, im Sonderbereich Hauptstraße und an der Burgstraße im selben Gebiet Naturstein aus Colorasphalt, Betonwerkstein und recycelter Naturstein. Neben der Gestaltung von Grünflächen und Grünzügen haben sich die Autoren des Handbuchs Gedanken über die im öffentlichen Raum zu pflanzenden Bäume gemacht. Sie sollen dem Klimawandel trotzen können. Deshalb sind auch Ginkobäume oder Platanen dabei.

Die Ausschussmitglieder nahmen das Gestaltungshandbuch überwiegend positiv auf und stimmten ihm als Leitfaden für die Gestaltung des Sanierungsgebiets einstimmig zu. Erich Klauser (SPD) zeigte sich angetan: „Damit ist eine gute Grundlage geschaffen worden. Bei einzelnen Details kann man noch nachsteuern.“ Insgesamt, befand er, werde die Ortsmitte aufgewertet und die Aufenthaltsqualität gesteigert. Dies komme den Menschen und dem Einzelhandel zugute. Klausers Fraktionskollege Jens Zellmer sagte, dass Echterdingen mit den vorgeschlagenen Maßnahmen als Kernstadt massiv aufgewertet werde, was wiederum die Wirtschaft fördere. „Es macht Spaß, sich in die Gestaltung hineinzudenken“, sagte er.

„Es ist heute eine Einbringung des Gestaltungshandbuchs, eines Buches der Möglichkeiten“, sagte Wolfgang Haug (FW/FDP). Entscheidungen zu treffen, würde aber zu abendfüllenden Diskussionen führen. Vieles im Handbuch sei gut erkannt und setze neue Impulse, auch in Sachen Qualität. Es gebe aber auch Bereiche, in denen man deutlich nachbessern müsse. So müsse man die Möblierung der öffentlichen Flächen der Sauberkeit wegen durch Papierkörbe ergänzen. Außerdem stellte er in Aussicht, dass es bei der Zuordnung von städtischem und dörflichem Charakter der Sanierungsbereiche im Handbuch Korrekturbedarf gebe.

Frank Mailänder (Grüne) sagte: „Ich stimme dem Kollegen Zellmer zu. Wir haben einen Leitfaden, der Flexibilität zulässt und an dem wir uns entlanghangeln können, und den wir relativ schnell umsetzen sollten.“ Besonderen Handlungsbedarf gebe es beim Kopfsteinpflaster im Bereich des Marktes. Auf ihm gebe es Schwierigkeiten, sicher zu laufen.

„Auch die CDU-Fraktion wird heute zustimmen“, sagte deren Vorsitzende Ilona Koch. Es handele sich um einen Leitfaden, der Orientierung gebe. „Er ermöglicht unsere gewünschten Sanierungsziele, deshalb finden wir ihn wichtig für die weitere Arbeit. Was wir heute nicht entscheiden können, ist die Weiterführung des Leitfadens in eine Satzung. Dafür müssten wir dann die Theorie in die Praxis umsetzen“, sagte sie. Sigrid Ott (L.E. Bürger/DiB) bedankte sich für „das tolle Handbuch“ und befand: „Wir stimmen auch zu, bitten aber darum, dass man das kleine Kopfsteinpflaster, das es jetzt auf dem Kirchplatz und auf der Bernhäuser Straße gibt, nicht erneut verwendet. Es ist nicht barrierefrei und es ermüdet, wenn man sich länger darauf aufhält.“