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Leinfeldens alter Bahnhof im Modell

Bis 8. Juni ist in der Bücherei am Neuen Markt ein Modell des alten Bahnhofs von Leinfelden ausgestellt. Der Leinfeldener Apotheker Otto Baumann hat - anfangs unterstützt von einer Gruppe Männer, die sich wie er der Modelleisenbahn verschrieben haben - im Maßstab 1.87 die Gleise, den Steg und das Bahnhofgebäude nachgebaut.

Das Modell ist zwei Meter lang und 60 cm breit. | Foto: Bergmann

1897 erhielt Unteraichen einen Anschluss an die Filderbahnlinie Möhringen-Neuhausen. 1920 wurde Leinfelden Station der neuen Filderbahn auf der Strecke Vaihingen-Echterdingen-Neuhausen. 1928 entwickelte sich Leinfelden durch die Inbetriebnahme der Nebenbahnlinie Leinfelden-Waldenbuch, dem heutigen Bundeswanderweg, zum zentralen Eisenbahnknotenpunkt für das Filder-Schönbuch-Gebiet. Zusätzlich erhielt Leinfelden bis 1991 den Anschluss an die elektrifizierte Stuttgarter Straßenbahnlinie Möhringen-Echterdingen.

Viele Stunden hat die Männergruppe investiert. Das Bahnhofsgebäude entstand aus Sperrholz und wurde mit einer Mischung aus Lehm und Grieß verputzt. Hilfreich waren alte Fotos und Pläne aus dem Stadtarchiv. Einer der Mitstreiter, ein ehemaliger Vermittlungstechniker, war dabei für die Entwurfszeichnung zuständig und hatte das Bahnhofsgebäude kurz vor dem Abriss in den 1990-er Jahren komplett ausgemessen. Sehr schwierig war der Nachbau des alten Fußgängerstegs. Dieser war in den Dreißiger Jahren als Holzsteg gebaut und 1950 als Eisensteg ersetzt worden. Die exakte Wiedergabe des Geländers und die genaue Treppenanzahl bereiteten der Gruppe viel Kopfzerbrechen.

Nun sind zwei der geplanten acht Module fertig. Mehr war nicht möglich, denn in der Zwischenzeit baut Otto Baumann alleine an seinem Jugendtraum.