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Kranzniederlegung am Volkstrauertag „Pro Minute verloren 19 Menschen ihr Leben“

Oberbürgermeister Roland Klenk sowie Vertreter der Gemeinderatsfraktionen, des VdK und der Kirche haben aus Anlass des Volkstrauertags am vergangenen Sonntag am Mahnmal vor der Stephanuskirche in Echterdingen den Opfern der Kriege und Gewaltherrschaften gedacht.

„Der Volkstrauertag ist vor allem für unsere betagten Mitbürgerinnen und Mitbürger, teils Zeitzeugen des letzten Weltkrieges, ein denkwürdiger Tag“ so Klenk. Doch die Gesundheit gehe vor, weshalb schweren Herzens die zentrale Gedenkfeier wegen der Corona-Pandemie ausfallen musste.

„In weiten Teilen Europas haben sich die Menschen inzwischen an ein Leben in Freiheit, Demokratie und Frieden gewöhnt“, so der Oberbürgermeister. Die kollektive Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und das Bewusstsein für die zerstörerische Natur von Nationalismus
und Protektionismus habe sich verflüchtigt. Doch die Zahlen seien unauslöschbare Realität: „In jeder Stunde verloren im Zweiten Weltkrieg durchschnittlich 1.139, in jeder Minute 19 Menschen gewaltsam ihr Leben“, betonte Klenk.

Der Volkstrauertag in diesem Krisenjahr 2020 gebe umso mehr Anlass, das Augenmerk zurück auf das Jahr 1945 zu richten. „Diese rückblickende Perspektive trägt vielleicht dazu bei, die eigene Sicht auf die aktuellen Ereignisse zu verändern und deren historische Einordnung anzupassen“, sagte Klenk. Fast sechs Millionen Menschen in unserem Land seien 80 Jahre und älter, und viele von ihnen könnten berichten, wie vergleichsweise begrenzt die heutige Krise ist, die uns als epochaler Einschnitt erscheint.

Man werde, was die Erkrankung angeht, COVID19 in absehbarer Zeit im Griff haben, und die allermeisten Betroffenen werden die Infektion glücklicherweise überleben. „Wir haben also in jedem Fall Perspektiven. Menschen mitten in einem der Weltkriege damals hatten keinen Frieden, keine Perspektive, keine Sicherheit. Wenn, dann nur ,ihre Hoffnungen.“