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Stadtverwaltung, Schulen und Eltern in enger Abstimmung Kinderbetreuung: Vorsichtige Schritte in Richtung Normalität

Hinter Stadtverwaltung, Schulen und Elternvertretern liegen arbeitsreiche Tage und Wochen, um den Besuch der Schule und die Betreuung der Kinder in den Kindertagesstätten und Schulkindbetreuungseinrichtungen mit den geltenden Hygienebestimmungen in Einklang zu bringen.

Hier geht’s lang: Laufweg an der Goldwiesenschule | Foto: Bergmann

Es wurden Hygienekonzepte entwickelt, Wege markiert, damit es zu möglichst wenig Kontakten kommt, Desinfektionsspender aufgestellt. Sprich: Man kümmert sich gemeinsam um die Gesundheit der Kinder und damit auch ihrer Eltern, aber auch der Lehrkräfte und des Betreuungspersonals.

Das Engagement aller Beteiligten hat sich gelohnt. Am Montag, 29. Juni, nehmen die Grundschulen wieder vollständig ihren Betrieb auf – allerdings unter Pandemiebedingungen. „Die unterschiedlichen Klassenstufen starten zeitversetzt und sollen sich auch tagsüber nicht mischen“, sagt Barbara Fritsch-Höschele, die geschäftsführende Schulleiterin der Stadt. Lösungen von der Stange gibt es jedoch nicht, weshalb jede einzelne Schule ein wenig unterschiedlich auf die Pandemie reagiert. Und das beginnt bei den Wegen zu den Klassenzimmern und geht bis hin zum Unterricht selbst. Eltern und Schüler wurden durch mehrere Elternbriefe ausführlich informiert.

Zwei Tage später – vom 1. Juli an – dürfen alle Kinder wieder regelmäßig die städtischen Kindertagesstätten und Schulkindbetreuungseinrichtungen in der Stadt besuchen. Das bedeutet, dass die Vorrangprüfung nun entfällt. „Alle Kinder, die in der Kinderbetreuung oder der Schulkindbetreuung angemeldet sind, haben nun grundsätzlich wieder die Möglichkeit ihre Einrichtung zu besuchen“, sagt Bürgermeister Dr. Carl-Gustav Kalbfell. Die Einrichtungen versuchen, die Betreuungswünsche der Eltern in Abhängigkeit vom tatsächlich verfügbaren Personal – hier bestehen Ausfälle aufgrund der Zugehörigkeit zu Risikogruppen – in Ausgleich zu bringen. Darüber und auch über die Möglichkeiten der Ferienbetreuung wurden die Elternbeiräte bei einer Veranstaltung informiert, erläutert Bürgermeister Dr. Kalbfell. Als Vorgabe des Kultusministeriums müsse sowohl in der Kinderbetreuung als auch in der Schulkindbetreuung vorab eine unterzeichnete Gesundheitsbestätigung bei der Einrichtung abgeben werden, dass sowohl das Kind als auch alle Familienangehörige symptomfrei sind. 

Trotz drastisch gesunkener Zahlen ist klar, dass die Gefahr weiterhin besteht, sich mit dem Corona-Virus anzustecken. „Deshalb gelten weiterhin die Hygiene- und Schutzmaßnahmen“, betont Kalbfell. Eltern werden gebeten, die Einrichtungen nicht zu betreten. Wenn dies trotzdem notwendig sein sollte, müssen sie eine Maske tragen. Der Abstand von 1,5 Metern untereinander und zu den Betreuungskräften ist jedoch einzuhalten. Die Kinder in der Schulkindbetreuung müssen jedoch weder eine Maske tragen noch Abstand zueinander halten – was auch bei den Betreuungskräften für die Arbeit am Kind gilt. Es sind vorsichtige Schritte in Richtung Normalität. „Den Eltern bringt es eine große Entlastung, wenn die Kinderbetreuungseinrichtungen und Grundschulen wieder geöffnet sind“, sagt der Gesamtelternbeiratsvorsitzende Karsten Finger.

Doch er weist gleichzeitig auf das Risiko hin. „Wir brauchen Notfallpläne und Strategien auch im Hinblick auf das nächste Schuljahr, falls es zu neuen Infektionen kommt und eine Kinderbetreuungseinrichtung oder Schule ganz oder in Teilen geschlossen werden muss“, sagt er. Und noch etwas gibt Finger zu bedenken: Die gleichzeitige Mischung aus Präsenzunterricht und Home-Schooling an den Schulen verbessere nicht unbedingt das Lernen der Kinder. „Wir befürchten, dass das wertvolle Feedback der Lehrerinnen und Lehrer fehlt“, so Finger. Nicht zuletzt aus diesem Grund müssten Konzepte für den digitalen Fernunterricht auf den begonnenen Plattformen und die Digitalisierung vorangetrieben werden.

Alle Schulleitungen, Vertreter der Verwaltung und des Gesamtelternbeirats der Schulen werden auf Einladung von Oberbürgermeister Roland Klenk Anfang Juli nochmals zu einem gemeinsamen Austausch zusammenkommen.