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Gründerzentrum in Musberg geplant Wichtiger Schritt in die Zukunft

Als „Startimpuls“ bezeichnete Oberbürgermeister Roland Klenk die Vorlage, die jüngst im Gemeinderat debattiert – und einstimmig verabschiedet wurde. Dabei geht es um nichts Geringeres als den Plan, wie sich LE, ja die ganzen Filder an die sich verändernden strukturellen Anforderungen, die nicht nur in der Wirtschaft einhergehen, anpassen können.

Am Immergrünweg in Musberg könnte ein Innovationszentrum entstehen. | Foto: Bergmann

Dafür soll die Verwaltung nun ein Konzept erarbeiten, wie LE zu einer „Gründungsfreundlichen Kommune“ werden kann. „Die kommunalen Strukturen werden sich in den kommenden Jahren verändern, ein Transformationsprozess ist notwendig“, sagte die städtische Wirtschaftsförderin Angelika Goldak. Man müsse Strukturen schaffen, damit die Stadt für Gründer attraktiver wird, denn diese würden die nächste Unternehmergeneration sein.

2020 hatte sich die Kommune unter Federführung der Stabsstelle für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing am Landeswettbewerb „start-up BW Local – Gründungsfreundliche Kommune“ beteiligt und sich dafür namhafte Partner ins Boot geholt. „LE hat beste Chancen, etwas Gutes aufzubauen“, fasste Moritz Meidert, der Kapitän der Gründerschiff UG & Co. KG die Ergebnisse zusammen, die sein Unternehmen als Moderator des Wettbewerbsprozesses für LE gewonnen hatte.

Man müsse Gründern die Einsamkeit nehmen und Raum für Austausch schaffen, so seine Empfehlung. Ralph Gäbler, der an der Uni Hohenheim Ansprechpartner für potenzielle Gründer ist, bekommt nach eigenen Worten jede Woche eine gute Idee. Nötig sei Raum für eine Ansiedlung, damit diese Ideen umgesetzt werden können.

Daniel Ludin, Vorsitzender des Vorstands der Industrie- und Wirtschaftsvereinigung LE, sprach sich deutlich für die Entwicklung des Standorts aus. „Der Transformationsprozess ist in vollem Gange und darf nicht verschlafen werden“, betonte er. Weder die Wirtschaft noch die Kommune könnten das alleine schaffen, weshalb eine Kooperation nötig sei. „Wir haben auf den Fildern alles Notwendige und müssen junge Menschen mit innovativen Ideen hierherlocken.

Nach Ansicht von Prof. Dr. Ralf Vögele von der Uni Hohenheim sei man schon verdammt spät dran. „Wenn wir jetzt nicht neue Unternehmen unterstützen, dann wird es die Wirtschaftsregion Filder in dieser Form bald nicht mehr geben“, machte der Biologe auf den Ernst der Lage aufmerksam.

Aus dem Wettbewerb heraus ist ein ganzes Bündel von kurz- und mittelfristigen Maßnahmen entstanden, wie der Standort LE weiterentwickelt werden kann. Ein Baustein darin: Ein temporäres kommunales Innovationszentrum in einem leer stehenden Gebäude am Immergrünweg in Musberg. Möglicher inhaltlicher Schwerpunkt des Zentrums könnte die Bioökonomie werden, deren Ziel es ist, nicht mehr auf Erdöl, sondern auf nachwachsende Rohstoffe zu setzen. „Das Gebäude am Immergrünweg ist dafür ideal“, sagte Ludin.

Goldak und ihr Team sollen nun zusammen mit der IWV und weiteren Experten den Entwicklungsprozess des Gründerzentrums voranbringen und ein umfassendes inhaltliches Konzept erarbeiten. Acht bis zehn Jahre – so der Plan, könnten am Immergrünweg Erfahrungen gesammelt werden, die dann auch in die weitere Stadtentwicklung einfließen.

„Wir stehen dem Thema positiv gegenüber“, sagte Konrad Pfeilsticker (Grüne) und Barbara Sinner-Bartels (SPD) sprach sich dafür aus, mutig zu sein „ein klares Go“. „Am Mut fehle es der CDU nicht, aber an freien Flächen“, gab die CDU-Fraktionsvorsitzende Ilona Koch zu bedenken. Für die Freien Wähler/FDP signalisierte der Fraktionsvorsitzende Dr. Eberhard Wächter Zustimmung, er sieht die Pläne als Chance für die Stadt.