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Erinnerung an die Vertreibung der Zanegger Denkmal wieder gut lesbar

Im April 1996 wurde in Leinfelden gegenüber der katholischen Kirche ein Gedenkstein der Zanegger enthüllt. Er erinnert an die Vertreibung der Einwohner von Zanegg/Mosonszolnok und der deutschen Nachbargemeinden in Westungarn. Der stelenartige Granitstein trägt eine Edelmetallplatte mit einer Kartenskizze und einer Aufschrift.

Gedenkstein mit Aufschrift
„Zum Gedenken an die Vertreibung der Einwohner von Zanegg und den deutschsprachigen Nachbargemeinden auf dem Heideboden/Westungarn im April 1946 und zum Dank für die Aufnahme in Baden-Württemberg.“ | Foto: Stadt

Der Einladung zur Enthüllung vor 25 Jahren folgten Oberbürgermeister Fischer aus Leinfelden-Echterdingen und viele Gäste. Als Sprecher und Initiator der Leinfelder Zanegger erinnerte Johann Neuberger an das große persönliche Leid durch die Vertreibung und das Ende der in der früheren Heimat in Westungarn in Jahrhunderten gewachsenen Gemeinschaft.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch daran erinnert, dass die Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung aus West-ungarn nicht nur ein einschneidendes Ereignis für die Betroffenen war, sondern auch für die einheimische Bevölkerung in den neuen Gemeinden.

Es wurde in Dankbarkeit an die Aufnahme der Vertriebenen in Baden-Württemberg erinnert, aber auch daran, dass die Neuankömmlinge als engagierte Gemeindemitglieder beim Wiederaufbau ihrer neuen Heimat tatkräftig mitwirkten. Mit dem Gedenkstein wollten die Zanegger ein Stück der leidvollen Geschichte in Erinnerung rufen und zur Toleranz gegenüber Flüchtlingen sowie zu gegenseitiger Achtung der Sprache und Kultur im vereinten Europa aufrufen.

Bemerkenswert ist, dass auch nach 25 Jahren dieser Gedenkstein von den Passanten achtsam wahrgenommen wird. Weil die Schrift auf der Metalltafel schon sehr verwittert und nicht mehr gut zu lesen war, musste die Platte im vergangenen Herbst vorübergehend abgenommen und fachgerecht saniert werden. Vorbeikommende Passanten meldeten das Fehlen der Platte bei der Stadtverwaltung Leinfelden-Echterdingen. Das Denkmal ist nun wieder komplett und gut lesbar, und es spricht auch stellvertretend für alle Vertriebenen – also Menschen, die ihre Heimat verloren haben.