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Entwürfe für neues Hallenbad in Leinfelden präsentiert Preisgericht begutachtet Arbeiten der Architekten

25 Büros wurden angeschrieben, 22 von ihnen lieferten ihre Ideen für den Neubau des Hallenbades in Leinfelden ab. Ein erfreulich großes Interesse an dem Bauprojekt – aber auch viel Arbeit für das Preisgericht, das in der vergangenen Woche rund 10 Stunden zusammengekommen war, um die Modelle und Pläne zu sichten.

Entwürfe für neues Hallenbad in Leinfelden präsentiert
OB Roland Klenk sowie weitere Mitglieder der Jury mit dem Siegerentwurf. | Foto: Bergmann

„Diese Zeit war auch notwendig“, sagt Bernhard Wondra. Er war Mitglied des 15-köpfigen Preisgericht, das sich aus acht Fachpreisrichtern sowie sieben Sachpreisrichtern zusammensetzte und in dem neben Oberbürgermeister Roland Klenk und Bürgermeister Dr. Carl-Gustav Kalbfell auch jeweils ein Mitglied der Gemeinderatsfraktionen vertreten war. „Der Aufwand hat sich gelohnt“, sagte Dr. Kalbfell am Ende mit Blick auf die vielen verschiedenen Ideen der Planer.

„Wir haben uns alle Arbeiten ausführlich angeschaut und davon sechs noch einmal näher betrachtet“, schildert Wondra das Prozedere. Ein Kriterium war unter anderem, wie sich der Neubau in die Umgebung einpasst. „Für die Setzung des Hallenbades in dieser Hanglage war eine ganze Menge Hirnschmalz nötig“, schildert Wondra die Herausforderung für die Architekten. Ein wichtiger Punkt dabei: Wie gehe ich mit dem Park und den darin stehenden Bäumen um. 

Das Augenmerk richtete die Jury außerdem auf die Erschließung des neuen Hallenbades für die Badegäste und die Nutzerinnen und Nutzer umliegender Gebäude wie der Ludwig-Uhland-Schule. Und natürlich ging es auch um die Gestaltung des Innenraums, darum wie die Becken ausgerichtet sind. „Die Vorgabe war ein großes Becken mit einer Springerbucht“, so der Architekt aus Mannheim.

Drei Preise und drei Anerkennungen wurden nach mehreren Durchgängen von der Jury vergeben. Den ersten Platz belegte nach einstimmigem Votum der Jury das Architekturbüro Leupold Brown Goldbach aus München, hinter dessen Arbeit sich sehr viel Gutes verbirgt, wie Wondra sagte. Der Vorplatz des Bades an der Stuttgarter Straße sei angemessen und der Zugang zum Bad überzeugend gelöst. Auch bei der Gestaltung im Inneren konnte das Büro Punkte sammeln. Das Lehrschwimmbecken ist vom Hauptbecken abgetrennt, was auch für das Springerbecken gilt.

Einstimmig setzte das Preisgericht den Entwurf des Architekturbüros Leupold Brown Goldbach aus München auf den ersten Platz. Gelobt wurden die Ideen zur Gestaltung des Außenbereichs. Im Inneren gefiel der Jury die Aufteilung und Platzierung der verschiedenen Becken und die zwei Umkleidebereiche mit den Duschen. Dadurch wäre eine gleichzeitige Nutzung des Bades für die Öffentlichkeit sowie das Schul- und Vereinsschwimmen möglich. | Foto: Bergmann

„Diese beiden Becken könnten zu einem gemeinsamen Becken mit Springerbucht werden“, sagt er. In diesem Entwurf sind zudem zwei Umkleidebereiche mit Duschen vorgesehen, was im Zusammenspiel mit dem abgetrennten Lehrschwimmbecken ein großer Vorteil werden könnte. Denn damit wäre es möglich, den öffentlichen Bereich des Bades auch während des Schul-und Vereinsschwimmens zu nutzen. Und die Liegewiese ist ideal nach Süden in Richtung des Parks ausgerichtet. „Ein rundum gelungener Entwurf“, lobte Dr. Kalbfell auch hinsichtlich der abgetrennten Bereiche, „wir bekommen damit zwei Bäder“.

Den zweiten Preis – knapp hinter dem Siegerentwurf – errang das Büro Sacker Architekten. Hier lobten die Preisrichter die gute Anpassung an die Stuttgarter Straße und den bestens gelösten Zugang zur Ludwig-Uhland-Schule und den Parkplätzen. Nach den Plänen des Freiburger Büros werden die Umkleidekabinen in ein Untergeschoss verlegt. Das erhöht zwar zum einen die Kosten, führt aber auch zu einer geringeren Kubatur des Gebäudes.

Gelobt wird außerdem die gelungene und transparente Fassade und die Tragstruktur aus Holz – ein „Pavillon im Park“. Auch bei diesem Entwurf lässt sich das öffentliche Schwimmen vom Schul- und Vereinsschwimmen abtrennen. Auf den dritten Platz gesetzt wurde von den Preisrichtern der Entwurf des Stuttgarter Büros Lederer Ragnarsdóttir Oei gewählt. Pluspunkte hier: Der Neubau lehnt sich an die Bebauung im Wohngebiet an und gefällt durch seine Liebe zum Detail. Bemängelt wurde von der Jury die geringe Besonnung im Gebäude sowie der zu große Vorplatz.

Wie geht es nun weiter?

„Wir werden nun Gespräche mit den Preisträgern führen und abklären, wer noch am weiteren Verfahren teilnehmen und seine Entwürfe überarbeiten will“, sagt Tanja Arnold. Denn auch bei den Siegerentwürfen gebe es nach Ansicht der Jury noch Möglichkeiten für eine Optimierung, sagt die Leiterin des städtischen Hochbauamts. Danach wird sich ein Entwurf – nicht zwingend der erstplatzierte – herauskristallisieren, der im Gemeinderat mit einem Planungsbeschluss verabschiedet wird und schließlich in einen Baubeschluss mündet. Im Laufe des Verfahrens wird es dann auch Klarheit über die Baukosten geben, die zuerst geschätzt und dann berechnet werden. Im Haushalt der Stadt sind für den Neubau zurzeit 22 Millionen Euro eingestellt.

„Bei optimalem Verlauf rechnen wir mit einer Planungszeit von einem bis eineinhalb Jahren“, so Arnold. Baubeginn für das neue Hallenbad könnte dann im Herbst 2023 sein. Im Idealfall werden die Badegäste 2026 ihre ersten Runden drehen.