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Das Deutsche Spielkartenmuseum bereitet sich auf sein Jubiläum vor Kartenkostbarkeiten aus aller Welt

„Mit großer Wertschätzung“ haben die Mitglieder im VKS-Ausschuss den Bericht über die Aktivitäten des Deutschen Spielkartenmuseums zur Kenntnis genommen. Nun sollen die Pläne für die Zukunft konkretisiert werden.

Foto: Bergmann

Gemeint ist ein Konzept mit Blick auf 40 Jahre Spielkartenmuseum (2022), 40 Jahre Förderverein Spielkartenmuseum (2023), aber auch – diese Anregung kam von FDP-Stadtrat Haug – unter Einbeziehung von 50 Jahre Stadtmuseum (2024/25). Das Konzept soll Anfang 2021 vorliegen.

Einen Bestand von ca. 28.400 Kartenspielen aus aller Welt, darunter Kartenspiele aus dem 15. Jahrhundert, beherbergt das Deutsche Spielkartenmuseum (DSM). Es gilt als die größte öffentliche Spielkartensammlung in Europa. Zum Museum gehören eine Fachbibliothek mit ca. 9.000 Titeln, eine grafische Sammlung, kunstgewerbliche Gegenstände (Mode, Möbel, Porzellan, Glas, Kartenpressen) sowie eine asiatisch-indische Sammlung, die als die weltweit umfassendste gilt.

Besuche von Experten aus dem In- und Ausland zu Recherchezwecken und Tagungen der Internationale Playing Card Society IPCS, wie zuletzt 2018, zeigen das Renommee dieser Einrichtung.

Das Museum ist im Untergeschoss der Schönbuchschule untergebracht, seine Räume sollen im Zuge der Generalsanierung des Schulgebäudes ab kommendem Jahr ebenfalls saniert werden. Die Sanierung des Gebäudes ist dringend nötig, wie die Ausschussmitglieder aus aktuellem Anlass erfuhren: Die Abwasserrohre der Schul-Toilettenanlage über dem Museum sind undicht und werden dieser Tage erneuert. Glücklicherweise wurden bei einem kürzlichen Wasserschaden keine Exponate verunreinigt.

Denn die sind in der neuen Rollregalanlage eingelagert. Die sachgerechte Lagerung der  Kartenschätze ist wichtig. Die Rollregalanlage wurde vorfinanziert vom Landesmuseum Württemberg (vorgesehen ist die Kosten-
übernahme durch das Land), wodurch die  Stadt rd. 100.000 Euro gespart hat.

Die Stadt als Trägerin des Museums bringt   beachtliche Mittel für den laufenden Betrieb auf. 300.000 Euro sind für 2020 eingeplant. Die Kosten werden  sich mit den geplanten erforderlichen baulichen Maßnahmen (u.a. Brandschutz, Barrierefreiheit, Sicherheit) noch erhöhen.

Seit der Neuausrichtung 2014 wird das Spielkartenmuseum als Schaudepot geführt, d.h. der Besuch ist nur nach Voranmeldung möglich. Teile der Sammlung werden aber regelmäßig in die Ausstellungen des Stadtmuseums oder Stadtarchivs integriert, wie etwa „Luther im Spiegel der Spielkarten“ zum Reformationsjahr 2017. Bei der diesjährigen Aktion „Kunst bewegt LE“ waren Kartenspiele in den örtlichen Geschäften zu sehen. „Die Integration der Spielkarte innerhalb der ortshistorischen Themenausstellungen hat sich bewährt“, sagt Museumschefin Dr. Annette Köger.

Leihgaben aus Leinfelden werden auch für Sonderausstellungen von deutschen und internationalen Museen angefordert.

Gedacht wird inzwischen an externe Präsentationsorte, etwa auf der Messe oder am Flughafen. Ideen zum Jubiläum des Museum gibt es ebenfalls: Die Neuauflage des Kleinen Museumsführers zählt dazu, und auch ein virtuelles Museum. Ob dazu befristet eine personelle Aufstockung nötig ist, wird bei Vorliegen des Konzepts entschieden werden.

  • Am 18. August 1982 erwarben die Stadt Leinfelden-Echterdingen gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg die Spielkartensammlung der ASS Altenburger und Stralsunder Spielkartenfabriken. Das Unternehmen ASS hatte von 1957 bis 1996 seinen Sitz in Leinfelden.
  • Der ursprüngliche Bestand waren ca. 6.700 Objekte plus eine Bibliothek mit ca. 2.000 Titeln.  Die Aufteilung erfolgte entsprechend dem Erwerbsbudget: vier Fünftel der Sammlung wurde dem Land, ein Fünftel der Stadt zugeordnet: Land:  2 Mio. DM – ca. 5.340 Objekte —  LE: 500.000 DM – ca. 1.340 Objekte. Der Zuwachs liegt derzeit bei insgesamt  28.377 Objekten: Land:  5.822 — LE: 22.555
  • Der 1983 gegründete Förderverein unterstützt das Museum mit Spenden, Mitgliedsbeiträgen sowie Katalog- und Spielkartenverkauf. So konnten mehr als  480 Kartenspiele erworben werden, wofür rd. 220.000 Euro mit Unterstützung der 75 Mitglieder aufgebracht wurden.