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Die städtischen Amtsräume sollen von acht auf zwei Standorte gebündelt werden Die beiden Rathäuser bleiben Anlaufstelle für die Bürger

Die Ämter der Stadtverwaltung sind derzeit auf acht Standorte verteilt. Außer den beiden Rathäusern in Echterdingen und Leinfelden sowie dem Gebäude am Neuen Markt gibt es weitere angemietete Räumlichkeiten. Das macht 212.000 Euro Kaltmieten pro Jahr.

Foto: Mende

Viele Räume vor allem in den Rathäusern sind längst zu klein, zu dicht besetzt, entsprechen nicht mehr den Sicherheitsanforderungen und sind alles andere als zeitgemäß. Es gibt sogar „Notarbeitsplätze“. Auch fehlen Pausenräume und Besprechungszimmer. Die Wartebereiche für Besucher sind oft nicht besucherfreundlich oder barrierefrei. Speziell im Rathaus  Echterdingen herrschen wegen bautechnischer Mängel an heißen oder kalten Tage unzumutbare raumklimatische Bedingungen. An vielen Stellen müsse sich die räumliche Situation „rasch ändern“, sagt EBM Noller.

Denn die Aufgaben für die Verwaltung wachsen – was mehr Personal erfordert, gerade im technischen Bereich, im Amt für soziale Dienste oder beim Bürger- und Ordnungsamt. Angesichts des Fachkräftemangels sind für die Personalgewinnung angemessene Arbeitsplätze aber ein wesentliches Kriterium.

Schon länger wurde in einer Arbeitsgruppe „Perspektive Verwaltung“ und mit dem Gemeinderat diskutiert, ob ein zentrales Rathaus besser wäre als dezentrale Verwaltungseinheiten. Mehrere Varianten wurden untersucht. Nach den Ergebnissen plädiert die Stadtverwaltung nun für zwei Standorte. Für ein Zentralrathaus gibt es keinen geeigneten Standort. Eine geografische Mitte zu wählen, wäre auch nicht ideal, denn das Rathaus sollte für die Bürgerinnen und Bürger gut erreichbar sein, am besten also im Ortskern liegen.

Dass es nicht ein zentrales Rathaus gibt, ist natürlich aus der Historie zu sehen, denn ursprünglich waren es ja vier selbstständige Orte, die heute die Große Kreisstadt Leinfelden-
Echterdingen bilden. Doch selbst in einer polyzentralen Stadt, heißt es dazu in der Verwaltungsvorlage, kristallisieren sich Hauptorte heraus und „schafft die gewachsene Siedlungsstruktur Identität“.

Mehrheitlich hat sich nun auch der Gemeinderat für die vorgeschlagene 2-Standort-Konzeption entschieden. Wie heute soll am Standort Rathaus Echterdingen die technische Verwaltung sitzen, am Standort Rathaus Leinfelden sollen die nichttechnischen und sozialen Dienstleistungen gebündelt werden. Ein Bürgeramt soll aber an beiden Orten sein.

Ob das Rathaus Echterdingen saniert werden kann oder besser abgerissen werden sollte, wird eine Entscheidung im Rahmen der Sanierung „Historische Mitte“ sein. Auch für Leinfelden wird zu klären sein, ob man anbauen oder neu bauen muss.

Am Neuen Markt, wo derzeit das Amt für Schulen, Jugend und Vereine sowie das Amt für soziale Dienste untergebracht sind, könnte dann in Nachbarschaft zu Stadtbücherei und Volkshochschule ein Bildungsstandort entstehen.

Die Verwaltung wurde vom Gemeinderat beauftragt, ein Raumkonzept „mit belastbaren und zukunftsfähigen Bedarfszahlen“ zu erstellen. Dazu werden zwei halbe Stellen im Personalamt sowie im technischen Bereich geschaffen; auch ist an eine externe Begleitung gedacht.

Die Fraktionen von CDU, Grüne und SPD sowie Stadträtin Moosmann (Freunde der Filderpiraten) folgten dem Verwaltungsvorschlag und sprachen sich für die Beibehaltung von zwei Rathausstandorten aus. Die Freien Wähler plädierten mehrheitlich für Bürgerbüros in beiden Rathäusern, plus einen zentralen Verwaltungsstandort.

Auch die Fraktion FDP/L.E. Bürger hat sich für Bürgerbüros in beiden Ortszentren sowie ein zentrales Rathaus, z. B. auf dem Renaultgelände, ausgesprochen.