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Ausschuss gibt Mittel frei für „Wege der Erinnerung“

In seiner jüngsten Sitzung hat der Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss einem Antrag der SPD-Fraktion zugestimmt, 10.000 Euro für das Projekt „Wege der Erinnerung schaffen und sichtbar machen in unserem Alltag“ freizugeben.

Gedenktafel in Leinfelden
Foto: Bergmann

Um der jüdischen Häftlinge des KZ-Außenlagers Echterdingen zu gedenken, sollen an der Wegstrecke zum Leinfelder Steinbruch (heutiger Brahmsweg) fünf Hinweistafeln installiert werden. Ein Informationsschild als Zeichen des Mahnens und Erinnerns (Foto oben), steht bereits am ehemaligen Leinfelder Steinbruch, es wurde dort Ende 2020 angebracht.

Jüdische Häftlinge des KZ-Außenlagers Echterdingen mussten in Steinbrüchen der Umgebung – so auch im ehemaligen Leinfelder Steinbruch – im Winter 1944/45 unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. Ihr Tod wurde dabei vom NS-Regime billigend im Kauf genommen.

Das auf dem damaligen Flughafen Stuttgart-Echterdingen befindliche Lager – ein Außenlager des KZ Natzweiler/Struthof im Elsass – bestand vom 22. November 1944 bis Ende Januar 1945 auf dem Flughafen Stuttgart-Echterdingen. Als Unterkunft für die insgesamt 600 jüdischen Häftlinge diente ein Hangar, der als „authentischer Ort“ noch heute auf dem amerikanischen Teil des Flughafens besteht. Dort befindet sich am Eingang zum US-Airfield eine Gedenkstätte.

Die Häftlinge hatten die Aufgabe, die bei dem amerikanischen Fliegerangriff vom 14. August 1944 durch Bombentrichter schwer beschädigte Start- und Landebahn auszubessern. Das hierfür benötigte Material hatten Arbeitskommandos in den Sandsteinbrüchen Emerland (Bernhausen), Leinfelden und Plieningen zu beschaffen. Außerdem hatten die Häftlinge Verbindungswege zwischen dem Rollfeld und der benachbarten Reichsautobahn Stuttgart-Ulm anzulegen, damit auf der Autobahn Kampfflugzeuge starten und landen konnten.

Die 600 Häftlinge stammten aus 17 europäischen Ländern, die meisten aus Ungarn und Polen. Auf ihrem Weg vom Lager auf dem Flughafen kamen die Häftlinge, die sich in bedauernswertem Zustand befanden, auch durch Leinfelden. Begünstigt durch die harte körperliche Arbeit bei völlig unzureichender Ernährung und Bekleidung sowie großer Kälte brach am Jahresende im Lager eine Fleckfieberepidemie aus, der viele Häftlinge zum Opfer fielen. In der kurzen Zeit, in der das Lager bestand, kamen mindestens 119 Häftlinge zu Tode. Nur von insgesamt 64 von ihnen ist bekannt, dass sie den Holocaust überlebten.