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Archäologische Grabungen in den Goldäckern weitgehend abgeschlossen Nur wenige Funde: Urnengrab und Hinweise auf Häuser

In den Goldäckern, einem geplanten Neubaugebiet im Westen von Echterdingen, sind in den vergangenen Wochen Bagger am Werk gewesen. Das war jedoch nicht der Beginn der Bauarbeiten. Vielmehr wurde im Untergrund nach Hinterlassenschaften unserer Vorfahren gesucht.

Vier Personen bei Denkmalschutz-Grabungen
Foto: Bergmann

Hinweise darauf gibt es seit 90 Jahren, als in dem Gebiet Reste aus der Jungsteinzeit gefunden worden waren. Bestätigt wurde das durch eine Untersuchung im vergangenen Jahr, bei der magnetische Anomalien festgestellt wurden. Um die vorzeitliche Besiedelung zu dokumentieren, musste laut Gesetz eine Rettungsgrabung erfolgen.

Damit wurde am 1. Juni begonnen. Mit dem Bagger wurde der Boden 30 Zentimeter tief abgegraben. „Wir haben von 1,6 Hektar Grabungsfläche 1,4 Hektar in fünf Streifen näher untersucht“, sagt Manuel Birker (2. v. l.) von der beauftragten Tübinger Firma Archaeo Connect.

In den Schelmenäckern in Leinfelden waren vor rund zwei Jahren bei ähnlichen Grabungen die Überreste mehrerer Häuser gefunden worden, sogar ein Skelett einer Frau aus der Jungsteinzeit. „In den Goldäckern ist es auffällig, dass es nur wenig Funde gibt“, sagt Jörg Bofinger (r.), der Referatsleiter für operative Archäologie beim Landesamt für Denkmalschutz.

Scherben einer Ausgrabung
Foto: Bergmann

Das eindrucksvollste seien die Scherben einer Urne (kleines Foto) – Zeichen einer Bestattungskultur und Hinweis für eine jungsteinzeitliche Siedlung. In Linien angeordnete dunkle Verfärbungen im Boden ließen außerdem vermuten, dass hier Häuser standen, so Bofinger.

Die Grabungen werden in diesen Tagen abgeschlossen und der zur Seite geschaffte Boden wieder zurückgeschoben. Damit ist man schneller fertig als gedacht, auch die Kosten – 600.000 Euro waren im Haushalt dafür eingestellt worden – dürften niedriger ausfallen. „Und dadurch, dass wir mit den Grabungen frühzeitig dran waren, wird sich auch der Beginn der Bauarbeiten nicht verzögern“, sagte Andrea Egner (2. v. r.), die Leiterin des Amts für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau.