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„Handlungsprogramm Wohnen in LE“

Leinfelden-Echterdingen gilt als attraktiver Standort – für Arbeiten, wie für Wohnen. Und die Bevölkerungsprognose zeigt, dass die Stadt weiter wachsen wird. Doch Wohnraum ist zunehmend knapp. Immer öfter finden auch Normalverdiener keinen angemessenen Wohnraum. Die Stadt will dagegen angehen.

Mit Vorkaufssatzungen für bestimmte Wohngebiete wurde bereits ein Baulandentwicklungsmodell in die Wege geleitet: Durch den Zwischenerwerb von Grundstücken vor Beginn der Bebauungsplanung und gegebenenfalls einem Weiterverkauf danach soll eine vorausschauende Stadtplanung, die nicht zuletzt auch bezahlbaren Wohnraum möglich macht, in Gang kommen.

Als nächsten Schritt hat der Technische Ausschuss jetzt ein „Handlungsprogramm Wohnen“ beschlossen. Damit sollen der Wohnraumbedarf analysiert und mögliche Umsetzungsstrategien erarbeitet werden. Im Fokus werden dabei auch die Möglichkeiten stehen, die sich im Bestand ergeben. Rund 22.900 Euro wurden für das Programm bewilligt. Beauftragt wurde das Institut für Stadt- und Regionalentwicklung an der Hochschule Nürtingen-Geislingen.

Geplant sind drei „Arbeitspakete“. Zunächst ist eine Bestandsanalyse zu Angebot und Nachfrage erforderlich. Daraus wird der quantitative Bedarf an Wohnungen und Bauflächen bestimmt sowie in einem weiteren Schritt der qualitative Wohnungsbedarf, bezogen auf die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, sowie Strategien zur Umsetzung.

In einer späteren Dialogrunde könnten die Ergebnisse dann in Runden Tischen diskutiert werden. Entscheider und Akteure des lokalen Wohnungsmarktgeschehens mit ihren ortsspezifischen Kenntnissen will man einbeziehen.

Thema Wohnen steht im Jahr 2017 im Mittelpunkt

Wohnen in LE werde das große Thema in 2017 werden, sagte EBM Eva Noller. Für März kündigte OB Klenk eine Klausurtagung des Gemeinderats zum Thema Wohnen an.

Eigentlich brauche man ja kein Handlungsprogramm, meinte Stadtrat Klauser (SPD), „weil wir wissen, dass wir Wohnungen brauchen“. Stadtrat Haug erinnerte an die einstigen Bemühungen um die Innenraumentwicklung, die zum „Datenfriedhof“ geworden seien: „Was wir brauchen ist Bauland!“

Dass die Innenentwicklung nicht vorankomme, sagte OB Klenk, liege an den Eigentümern. Durch den Generationenwechsel könnte sich dies ändern, sagte Stadtrat Vohl (FW); er sehe das Handlungsprogramm als „hilfreichen Aufschlag“ für richtiges Planen.

Man habe den Wohnungsbau zu lange den freien Kräften überlassen, betonte Stadträtin Grischtschenko (Grüne), und eine externe Begleitung sei „nicht verkehrt“: Man müsse auch wissen, was man bauen wolle.

„Es werden politische Bekenntnisse gefragt sein“, bestätigte EBM Noller. Um zu wissen, wie man baue, benötige man aber eine solide Datenbasis. In dem Zusammenhang sagte sie, dass lediglich 0,007 Prozent aller Wohnungen in Leinfelden-Echterdingen zum sozialen Wohnungsbau zählen.