Pfeil nach unten

Stadtverwaltung und Gesamtelternbeirat im konstruktiven Gespräch „Denkwerkstatt“ will Personalsituation in Kitas verbessern

Am vergangenen Samstag sind auf Einladung des Gesamtelternbeirats der städtischen Kindertagesstätten (GEB) sowie der Verwaltung rund 40 Teilnehmende zur ersten Denkwerkstatt Kitas zusammengekommen. Neben 20 Eltern aus städtischen Kitas waren auch die Mitglieder der Gemeinderatsfraktionen, Mitarbeiterinnen des Fachamts, ein Vertreter des Personalrats sowie eine Tagesmutter dabei. 

Eine Personengruppe bei einer Veranstaltung
Erfolgreiches Treffen: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Denkwerkstatt | Foto: Durmaz

„Wir wollen Ihnen als Eltern die aktuellen Herausforderungen in der Kinderbetreuung transparent machen sowie gemeinsam mit Ihnen Ansätze zur Verbesserung der Personalsituation in unseren Kitas entwickeln. Dabei möchten wir Ihre Ideen und Vorschläge aufnehmen und versuchen, diese umzusetzen“, sagte Bürgermeister Dr. Carl-Gustav Kalbfell zu Beginn der Denkwerkstatt.
Die zahlreichen Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden zunächst gesammelt und von Moderatorin Regine Schierle-Wenger in Themenbereiche gefasst. Dies waren Alternative Betreuungsmodelle, Personalbindung und Gewinnung sowie Transparenz und Kommunikation.

Möglichkeiten für alternative Betreuung

Anschließend wurden die Fragestellungen in Gruppenarbeit vertieft und die Ergebnisse vorgestellt. Louisa Seitz vom GEB stellte für ihre Gruppe „Alternative Betreuungsmodelle“ die Idee einer Vereinsgründung vor, wo sich Eltern, Großeltern und Ehrenamtliche, aber auch Sportvereine und andere Vereine einbringen, um ein Betreuungsangebot außerhalb der Öffnungszeiten von Kitas zu machen. „Wir wünschen uns, dass die Stadt hier die rechtlichen Rahmenbedingungen und praktischen Möglichkeiten prüft“, so Seitz.

Die beiden Gruppen zur Personalbindung und -gewinnung nahmen zur Kenntnis, was die Stadt hier bereits mit dem 8-Punkte-Programm in der Umsetzung hat. Weitere Ideen der Eltern sind: bezahlbare Wohnangebote oder Wohngemeinschaften für Erzieherinnen und Erzieher, bessere und kostenfreie Parkmöglichkeiten für das Kita-Personal sowie sonstige städtische Vergünstigungen oder Goodies, aber auch mehr Präsenz in den sozialen Medien und Online-Stellenportalen. „Für uns Eltern ist es wichtig, nachvollziehen zu können, wie die Plätze für die Kindertageseinrichtungen in LE konkret vergeben werden und wie sich die Warteliste entwickelt“, so Henning Jachmann vom GEB für die Gruppe Transparenz und Kommunikation. „Wichtig sei auch, dass die vom Gemeinderat bereits beschlossenen Maßnahmen besser in die Elternschaft kommuniziert werden, beispielsweise über die städtische Internetseite, soziale Medien oder die KindyApp“, so Jachmann weiter. 

Sigrid Ott von der Fraktion L.E. Bürger/DiB lobte das Beteiligungsformat und dessen zahlreiche und sehr konkreten Ergebnisse. „Wir sind dankbar für die Initiative der Elternschaft und offen für weitere Ideen – auch zur Entlastung der Erzieherinnen und Erzieher“ betonte Edeltraut Reichle-Kanthak von den Grünen. Erich Klauser forderte für die SPD-Fraktion eine rasche Prüfung und Umsetzung der Ideen und Vorschläge: „Wir brauchen endlich spürbare Erfolge.“ In den nächsten Wochen werden die Ergebnisse der Themengruppen mit der Verwaltung besprochen und Wege zur Umsetzung der Ergebnisse aufgezeigt, sicherte Sabine Baudoux und Regine Schierle-Wenger zu.

Forderungen an Bund und Land

„LE hat bereits schon sehr viel zur Verbesserung der Personal- und Betreuungssituation auf den Weg gebracht, so z.B. die Einführung von Kita-Assistenzkräften“, stellte Friederike Huber für die FW/FDP-Fraktion fest. Das sollte noch besser und breiter kommunizieren werden, so Huber weiter. „Die schnellere Anerkennung als Fachkraft, Entbürokratisierung der Betriebserlaubnisverfahren für Kitas, Erweiterung des Fachkräftekataloges für andere Berufsgruppen sowie finanzielle Anreize müssten aber auch noch mehr von Land und Bund angegangen werden“, machte Christian Vohl für die CDU-Fraktion deutlich. Kalbfell ergänzte, dass alle nicht müde werden dürften, auch auf die entsprechenden Entscheider in Land und Bund zuzugehen. Der Bürgermeister dankte zudem der Zeppelinschule für die Überlassung der Räume für das Treffen.