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Ausstellung „Brandgeschichte(n)“ im Stadtmuseum LE Die vielen Gesichter des Feuers

Mit der neuen Sonderausstellung „Brandgeschichte(n). Von Ascheresten, Feuerlöschern und Zündlern“ widmet sich das Stadtmuseum Leinfelden-Echterdingen den großen Katastrophen der Stadt, zeigt Fotos, Spielkarten, Dokumente und auch eine Diashow dazu – und betrachtet in 30 alphabetisch geordneten Kapiteln allerlei Aspekte rund um die Themen Brandunglücke und Löschwesen.

Von links: Dr. Hans Huber (Vorsitzender Förderverein Stadtmuseum LE), EBM Eva Noller, Frank Lang (Ausstellungskurator) und Dr. Annette Köger (Leiterin Deutsches Spielkartenmuseum).

Zeitzeugen erinnern sich vor allem an die größte Brandkatastrophe des 20. Jahrhunderts, als am 15. März 1944 die Engländer über das Stadtgebiet Bomben abwarfen. Viel weiter zurück, brachte der Dreißigjährige Krieg ähnliche Verheerungen.

Zu sehen sind zahlreiche Spielkarten, die das Deutsche Spielkartenmuseum speziell zum Thema Brand und Feuer zusammengestellt hat. | Foto: Bergmann

Die umfangreiche Präsentation der Feuerwehrhistorie mit ihren raren örtlichen Exponaten thematisiert neben den ernsten und gefährlichen Facetten auch andere Seiten des Feuers. Neben magischen Kräften werde mit ihm „auch Heil und Segen in Verbindung gebracht“, sagt Dr. Hans Huber, Vorsitzender des Förderverein Stadtmuseum LE. Feuer wärmt, man kann mit ihm backen oder gestalten. Ferner geht die Schau auch der Frage nach, was die Menschen mit welchen (technischen) Hilfsmitteln gegen das Feuer unternommen haben – „in dem noch relativ jungen Brandlöschwesen“, so der federführende Ausstellungskurator Frank Lang.

  • Ausstellung im Stadtmuseum, Hauptstraße 79. Geöffnet sonntags, 10.30-12.30 Uhr, 14.30-17.30 Uhr. Ausstellungsdauer bis: 28.7. Eintritt frei.

Die erste Führung zur Ausstellung findet statt am Sa., 11.5., 16-18 Uhr, mit dem Titel:

„Feuer und Wasser!“

Verschiedenste Exponate machen die Geschichte des Brandlöschwesens greifbar. | Foto: Bergmann

Im Mittelpunkt dieser „heißen Ausstellungs- und Stadtführung“ steht das Brandunglück des vierten Luftschiffs von Ferdinand Graf von Zeppelin: Mit einer großen Explosion und einer riesigen Feuersäule endete „LZ 4“ am 5. August 1908 südöstlich von Echterdingen. 40.000 Schaulustige von nah und fern waren zusammengeströmt, um das Wunderwerk der Technik zu bestaunen. Dieses Unglück hätte eigentlich das definitive Aus des Zeppelinbaus bedeutet, aber das Blatt wendete sich noch einmal.

Von Echterdingen ging eine spontane Spendensammlung aus, die sich über das ganze Deutsche Reich erstreckte und 6 Mio. Reichsmark erbrachte. Damit konnte Graf von Zeppelin neu starten und die Luftschiffbau-Zeppelin GmbH begründen. Das gräfliche Taschentuch (mit eingestickter Krone, Brandflecken und Blutspuren) ist ein einmaliges neues Ausstellungsstück, das zum ersten Mal zu bestaunen ist. Anmeldung unter Tel. 79 10 82, Unkostenbeitrag: 4 Euro.