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U6-Verlängerung: Brückenschlag über die Autobahn

Als am Sonntagmorgen die Sonne aufging, war auf der Baustelle an der gesperrten A8 schon weitgehend Ruhe eingekehrt. Spiegelei und Speck brutzelten nach getaner Arbeit auf einer riesigen Pfanne: Eine verdiente Stärkung für die Männer, die in den Stunden zuvor zwar keine Berge, aber immerhin eine komplette Brücke versetzt hatten.

Foto: Bergmann

80 Meter Spannweite hat das zentrale Bogenfeld, über das – wenn alles gut geht – von Ende 2021 an einmal die Stadtbahnzüge der U6 mit Halt an der Stadionstraße in Echterdingen in Richtung Flughafen und Messe rollen sollen.

Gefertigt wurde die über die Autobahn reichende, technisch anspruchsvolle und optisch ansprechende Verbindung in den vergangenen Monaten direkt neben den Gleisen nahe des endgültigen Standorts. Trotz modernster Bauweise, bei der vermutlich erstmals bei einer solchen Brücke bei den Halteseilen Carbon verwendet wurde, wiegt das Bauwerk gut 1.500 Tonnen. Eine Last, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf Niederflur-Schwerlastmobilen mit 2.000 PS gestellt wurde.

Per Funk gesteuert wurde die Brücke dann im Schneckentempo über die Autobahn an ihren Platz gebracht. Die war mitsamt einiger Auffahrten zu diesem Zeitpunkt längst gesperrt worden. Schließlich musste der Asphalt mit insgesamt 1.300 Tonnen Schotter und Stahlplatten geschützt werden. Drei Stunden währte die Reise der Brücke, dann ruhte sie auf den Millimeter genau auf provisorischen Stützen, konnte aufgeräumt werden. Am Nachmittag wurde die A8 wieder für den Verkehr freigegeben, etwas später auch die gesperrten Anschlüsse an der B27.

„Mit der Brückenverschiebung hat die Verlängerung der U6 eine wichtige Hürde genommen“, freut sich Oberbürgermeister Roland Klenk. Mit dem Halt an der Stadionstraße in Echterdingen würde die Stadt noch ein Stück näher sowohl an Stuttgart als auch an Flughafen und Messe rücken, ergänzte er. Ein weiterer positiver Aspekt ist für das Stadtoberhaupt, dass die Straßen in LE durch den verbesserten ÖPNV-Anschluss entlastet würden.

Bis dahin vergehen jedoch noch rund eineinhalb Jahre. Zuvor müssen noch die fehlenden Seitenteile der Brücke gebaut und Erde für die Zufahrten zur Brücke aufgeschüttet werden. Erst dann werden die Gleise verlegt und die Technik mitsamt der Fahrleitungen aufgebaut. Dass hier einmal Züge verkehren, ist jedoch von der B27 aus zu sehen: Hier liegen bereits die Schienen für die neue Verbindung nach LE und darüber hinaus.