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Viele Anregungen in der Bürgerwerkstatt zur Sanierung der Ortsmitte Musberg soll „heimelig“ bleiben

Viele Ideen und konstruktives Interesse der Anwohner: Musberg hat einen großen Schritt in Richtung Sanierung des Ortskerns gemacht. So lautet das Fazit, das man nach der sehr gut besuchten Bürgerwerkstatt am vergangenen Freitag ziehen kann, zu der die Stadtverwaltung in den Bürgersaal des Ortes eingeladen hatte.

Foto: Bergmann

„Musberg kann Bürgerbeteiligung“, freute sich der Leiter des Stadtplanungsamtes, Philipp Schwarz, nach einem erfolgreichen Abend. Nachdem das Land seine Zusage gegeben hat, die Sanierung der Musberger Mitte entlang der Filderstraße finanziell zu fördern, geht es nun an die Planung. Die Planer hatten das Gebiet nicht nur selbst in Augenschein genommen, sondern auch per Fragebogen die Meinung der Anwohner eingeholt und dabei erste wertvolle Hinweise bekommen.

So wurden Aspekte wie der Einkauf von Dingen für den täglichen Bedarf als sehr gut, die Anbindung an den ÖPNV als gut bis mittel empfunden – die der Parkmöglichkeiten allerdings als schlecht. Und dieses Urteil fällten die Musberger auch für das, was über den täglichen Bedarf hinaus geht. Es gibt also viel zu tun.

„Wir wollen Sie von Anfang an mitnehmen“, sagte Philipp Schwarz. Denn die Zeiten der Planung im stillen Kämmerlein seien vorbei. „Wir wollen das Sanierungsgebiet so gestalten, dass es zum Sanierungsgebiet der Menschen wird“.

Als Ansprechpartner standen an diesem Abend neben Vertretern der Stadtverwaltung auch das mit der städtebaulichen Umsetzung beauftragte Büro citiplan rund um Albrecht Reuß sowie die Kommunalentwicklung GmbH mit Wolfgang Fürst als organisatorischem Partner zur Verfügung, unterstützt vom Kommunikationsexperten der Firma Dialog Basis, Patrick Maier, als Moderator.

Dass es städtebauliche Missstände gibt, ist klar. „Sonst würde das Land das Vorhaben nicht unterstützen“, sagte Reuß. Doch wie sehen diese aus Sicht der Menschen im Ort aus? Es fehlen Grünflächen, man dürfe nicht alles so eng bebauen, war die Meinung eines Bürgers. „Es wurde mehrfach der Wunsch geäußert, das Sanierungsgebiet zu erweitern“, so Maier.

Begrüßt würde von den Anwohnern zudem eine Verkehrsberuhigung im Zentrum – verbunden mit mehr Parkplätzen. Die jedoch nur auf einer Straßenseite, was ebenfalls gefordert wurde. Vor allem zu Marktzeiten herrsche rund um den Kirchplatz Chaos, so der Eindruck von Anwohnern. Auch vor dem mehrfach als sehr wichtig bezeichneten Lebensmittelmarkt gebe es Probleme mit dem Parken. Und das gelte auch rund um das Sportgelände bei Veranstaltungen. Allerdings wies Gabriele Munk, Leiterin der Abteilung für Stadterneuerung und Stadtentwicklung im Planungsamt, auf diese gegensätzlichen Aspekte zwischen Verkehrsberuhigung und mehr Parkplätzen hin.

Betont wurden außerdem das rege Vereinsleben und der Zusammenhalt der Menschen untereinandern. Um diese wichtigen Strukturen zu erhalten, wünschen sich Bürger mehr Räumlichkeiten für Vereine, auch zusätzlich Lagerflächen. Die Plätze für Jugendliche könnten attraktiver gestaltet werden, so ein Vorschlag.

„Heimelig“ sei der Ort – das sei oft die Antwort auf die Frage nach der Identität von Musberg gewesen, so Stadtplaner Maier. Deshalb sollten die historischen Gebäude unbedingt erhalten, die Geschichte wiederbelebt werden. Neue Baustile, so eine Forderung, müssten mit der Historie verbunden werden.

All diese Aspekte sollen nun in die weitere Sanierungsplanung einfließen. „Ziel ist, noch vor der Sommerpause die Sanierungssatzung zu haben“, so Munk.