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Kommunalpolitik aus erster Hand: OB Klenk zu Gast bei IKR-Achtklässlern „Steht für eure Überzeugung ein“

„Nein“, antwortete Oberbürgermeister Roland Klenk auf die Frage, ob er schon immer hatte Oberbürgermeister werden wollen. Die Frage wurde ihm bei einem Besuch in der Immanuel-Kant-Realschule gestellt.

Foto: Krämer

Schülerinnen und Schüler der Klasse 8d hatten vor einigen Wochen zusammen mit ihrem Lehrer Julian Rodehau eine Gemeinderatssitzung besucht, da das Thema Kommunalpolitik auf dem Stundenplan stand. Und sie freuten sich über das Angebot des Rathauschefs für einen Gegenbesuch, auf den sie sich intensiv vorbereitet hatten.

Er schilderte seinen Werdegang: Jurastudium, Mitarbeit an der Universität Tübingen und im Wissenschaftsministerium. Aber auch den Grund, warum er zuerst Erster Bürgermeister in Lahr wurde und dann Oberbürgermeister in LE: „Ich habe in meiner Tübinger Zeit den dortigen Oberbürgermeister kennengelernt, der mich tief beeindruckt hat“.

Was ihm denn an LE am meisten gefalle? „Die Lebendigkeit und Offenheit der Menschen. Und dass man in 25 Minuten in einer Großstadt ist, in fünf Minuten im Wald oder auf den Feldern.“ Sein Lieblingsplatz sei lange Zeit der Fußballplatz in Musberg gewesen, wo er bei den „Alten Herren“ gespielt habe – „obwohl ich eigentlich Handballer bin“.

Social Media? Nutze er nicht, da sei er Dinosaurier. „Ich habe aber nichts dagegen und würde sie nutzen, wenn ich am Anfang meiner politischen Karriere stehen würde.“ Ob er alles alleine entscheide? „Nein, meine Partnerin sagt ab und zu Bescheid, auch meine Freunde erden mich, zudem höre ich auf den Rat enger Mitarbeiter“, so der Oberbürgermeister.

Und was er von der jungen Generation halte? „Sie scheint wieder interessierter, auch an Politik und Umwelt“, sagte Klenk. Und das freue ihn. „Nehmt wahr, was um euch herum passiert, engagiert euch“, forderte er die Schüler auf. Für seine Generation sei es eine wichtige Aufgabe, nicht alles „zu vervespern“.

Auch die Antwort auf die Frage nach seiner schwierigsten Entscheidung blieb er nicht schuldig. „Das war gleich zu Beginn meiner Amtszeit im Jahr 2002 die Haltung der Kommune zum Bau der Landesmesse“. Die Stadt sei geteilt gewesen, die Stimmung aufgeheizt. Er selbst habe für einen pragmatischen Umgang mit dem Bauvorhaben gestimmt, gegen seinen Rat habe sich die Stadt jedoch dagegen gewehrt, alle Prozesse verloren – und auch viel Geld.

„Ich empfehle euch aus meiner Erfahrung heraus“, gab er den Schülern mit auf den Weg: „Steht für eure Überzeugung ein, auch wenn das nicht immer leicht ist“.