Pfeil nach unten

Der Gemeinderat 2019-2024 hat sich konstituiert Acht neugewählte Ratsmitglieder im Gremium

Acht Ratsmitglieder sind ausgeschieden, acht neue Stadträtinnen und Stadträte wurde willkommen geheißen: Am 9. Juli war konstituierende Sitzung des Gemeinderats für die Amtsperiode  2019-24 in der Zehntscheuer.

Der neue Gemeinderat bei seiner konstituierenden Sitzung am 9. Juli 2019 | Fotos: Bergmann

Im neuen Gemeinderat gibt es nach den Kommunalwahlen einige Veränderungen, nicht nur was die Stimmanteile betrifft. Die meisten Stimmen bei der Kommunalwahl errangen die Grünen. Doch die Freien Wähler bilden mit der FDP die stärkste Fraktionsgemeinschaft. Die L.E. Bürger haben sich mit Demokratie in Bewegung DiB zur Fraktionsgemeinschaft zusammengeschlossen.

Wichtige und große Projekte habe der alte Gemeinderat in den vergangenen fünf Jahren auf einer Agenda gehabt, erinnerte Oberbürgermeister Roland Klenk. Beispielhaft nannte er u.a. die Aussegnungshalle, das neue Busnetz, das Neubaugebiet Schelmenäcker, das Sanierungsprojekt Historische Mitte Echterdingen, den Neubau der Stadtwerke, die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen. Und bei allen Meinungsunterschieden im Detail, betonte er, habe doch der Konsens überwogen. In seinen Dank für die gute Zusammenarbeit und engagierte Mitwirkung schloss er auch die Beigeordneten und Mitarbeiter mit ein. Dann verabschiedete OB Klenk die acht Ratsmitglieder, die nicht wiedergewählt wurden beziehungsweise aus dem Amt ausgeschieden sind.

Petra Bär hatte bei den Kommunalwahlen nicht mehr kandidiert. Vor 15 Jahren, damals noch als aktive Frauenfußballerin, sei sie erstmals für die Grünen in den Gemeinderat gewählt worden, so OB Klenk. Bürgerschaftliches Engagement sei ihr wichtig gewesen. Sie sei keine von jenen, die sich zu allem zu Wort melden, aber wenn, dann habe sie die richtigen Worte gefunden: „Es war immer klar, wofür Sie stehen.“

Eva Barth-Rapp war von 1995-99 und von 2009-19 Fraktionsmitglied der Grünen. Auch sie hatte jetzt nicht mehr kandidiert „Ihr Beruf ist Dorfhelferin, aber für LE waren Sie eine ‚Stadthelferin‘, deren Einsatz immer auch den Schwächeren galt“, würdigte OB Klenk ihr Engagement. Eva Barth-Rapp war auch Mitbegründerin des Mütterzentrums Arche Nora in Leinfelden.

Ralf Bauer war ebenfalls seit 15 Jahren Stadtrat, zunächst für die CDU, zur Kommunalwahl 2014 folgte der Wechsel zu den Freien Wählern. Es verdiene Respekt, ein solches Mandat neben dem Job als Inhaber einen Handwerksbetriebs auszuüben, so OB Klenk, und: „Ihr Sach- und Fachverstand war gefragt.“

Esther Bayha gehörte dem Gemeindrat bereits 2009-14 für die Freien Wähler an und war im Dezember für Dr. Hans Huber nachgerückt. Sie habe die große Linie im Blick, vergesse dabei aber nicht das Detail, sagte OB Klenk. „Und Sie haben auch die kleinen Sorgen der Bürger eingebracht.“

Gruppenfoto mit den acht ausscheidenden Stadträten
Anerkennende Worte für die engagierte Zusammenarbeit: (v. l.) OB Klenk, EBM Noller, Ralf Bauer, Esther Bayha, Katja Fellmeth,  Hans-Werner Engel, Eva Barth-Rapp, Petra Bär, Gertrud Link und BM Dr. Kalbfell

Hans-Werner Engel hatte nicht mehr kandidiert. Der in zahlreichen Vereinen engagierte Musberger gehörte 5 Jahre der CDU-Fraktion an. „Die Beleuchtung des Weges hoch zum Hauberg war eines ihrer ersten Themen“, erinnerte OB Klenk. „Und Sie haben Ihr ausgleichendes Wesen im Gremium eingebracht.“

Katja Fellmeth saß ebenfalls seit 2014 für die CDU im Gemeinderat. „Als Diplom-Betriebswirtin haben Sie dafür gesorgt, dass das Rechnen nicht vergessen wird“, so OB Klenk. Er habe sie „als eine der besonders fleißigen Stadträtinnen“ kennengelernt.

Gertrud Link gehörte 15 Jahre für die SPD dem  Gemeinderat an. „Sie haben fast nie gefehlt“, zollte OB Klenk ihr Anerkennung. „Wir entlassen Sie ungern!“ Ihren Sachverstand als Steuerberaterin habe man geschätzt, und auch, dass sie so viel Zeit gefunden habe für ihr großes ehrenamtliches Engagement, speziell im TSV Musberg.

Claudia Zöllmer, die krankheitsbedingt nicht anwesend sein konnte, würdigte OB Klenk als „eine enorm engagierte Frau“. Die CDU-Stadträtin seit 2014 habe speziell im sozialen Bereich und in der Kinderbetreuung „mit Herzblut“ gewirkt.

Dankesworte von den Fraktionsvorsitzenden für die ausscheidenden Ratskollegen

Für die CDU gelte es, den Blick nach vorn zu richten, sagte Ilona Koch. Für Hans-Werner Engel, Katja Fellmeth und Claudia Zöllmer ändere sich nun der Blickwinkel, aber sie würden weiterhin aktiv in der Kommunalpolitik mitarbeiten, deshalb: „Wir packen an – weiterhin mit euch gemeinsam!“

Auch er hoffe, so Dr. Eberhard Wächter, dass Esther Bayha und Ralf Bauer mit ihrem Fachwissen und Engagement die Freien Wähler weiterhin unterstützen. Dass beide „trotz beachtlicher Stimmenzahl“ nicht wiedergewählt seien, bedauere er sehr.

„In schwesterlicher Zuneigung“ bedauere sie vor allem, dass im neuen Rat nicht mehr die Frauen in der Mehrheit seien und das 14:12-Verhältnis sich umkehre in 11:15, sagte Ingrid Grischtschenko (Grüne). Petra Bär und Eva Barth-Rapp sprach sie ihren Dank für die engagierte Mitwirkung aus.

Gruppenfoto mit den acht neu gewählten Stadträten
Die „Neuen“ im Rat mit OB und den Beigeordneten: (v. l.) Edeltraud Reichle-Kanthak (Grüne), Daniel Stäbler (FW), Friederike Huber (FW), Konrad Pfeilsticker (Grüne), Sigrid Ott (DiB), Martin Klein (Grüne), Christian Vohl (CDU), Theo Stäbler (CDU)

Es sei fast jeder Dritte nicht mehr dabei im neuen Gremium, darauf verwies Barbara Sinner-Bartels (SPD). Auch die Kompetenz und die Impulse von Traudl Link würden nun fehlen: „Du wusstest, wo in Musberg der Schuh drückt!“ Herzliche Abschiedsworte richtete sie auch an die ausscheidenden Stadträtinnen der anderen Fraktionen: Auch wenn man nicht immer einer Meinung gewesen sei – gemeinsam habe man viel erreicht!

Fraktionsübergreifend Frauen für die kommunalpolitische Mitwirkung zu gewinnen, ist denn auch das Ziel des LE-Altstadträtinnen-Stammtisches, den Katja Fellmeth ankündigte: „Den gibt es ab heute Abend!“

Abschließend verpflichtete OB Klenk die Mitglieder des neuen Gemeinderates. Stehend sprachen die Stadträtinnen und Stadträte die Verpflichtungsformel: „Ich gelobe Treue der Verfassung, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhafte Erfüllung meiner Pflichten. Insbesondere gelobe ich, die Rechte der Stadt gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl sowie das ihrer Einwohnerinnen und Einwohner nach Kräften zu fördern.“