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Turn- und Festhalle Musberg wird teurer

Schon seit längerem werden Bauprojekte in der Stadt teurer angesichts gut gefüllter Auftragsbücher der Baufirmen und Handwerker. Auch die Turn- und Festhalle Musberg ist von Kostensteigerungen im Zuge der boomenden Baukonjunktur betroffen.

Außenansicht der Baustelle der Turn- und Festhalle Musberg
Foto: Bergmann

3,24 Mio. Euro mehr werden benötigt, weil viele Gewerke ein zweites oder drittes Mal ausgeschrieben werden mussten. Was wiederum zu Verzögerungen und weiteren Kosten führte.

Allein für die Rohbauarbeiten fallen 910.000 Euro mehr an. Bei der ersten Ausschreibung wurde kein Angebot abgegeben, bei der zweiten nur eines. Auch Schlosserarbeiten und Fassadenarbeiten mussten mehrfach ausgeschrieben werden. Konjunkturbedingte Mehrkosten entstanden außerdem bei Abbruchmaßnahmen, bei den Heizungs-, Sanitär-, Elektro- und Zimmererarbeiten.

Aber es gab nach Untersuchungen der Bausubstanz, des Baugrunds und der Technik auch nicht vorhersehbare Änderungen. Beim Bauen im Bestand keine Seltenheit. So erwies sich etwa die an den Neubau angrenzende Wand als sanierungsbedürftig. Baulich begründete Änderungen waren außerdem eine andere Dachform (Satteldach) oder die Absenkung der Bodenplatte. Zudem gab es nachträglich Änderungen für Gaststätte, Küche und größere Umkleiden.

Damit dürften die Sanierung und der Neubau insgesamt 12,28 Mio. Euro kosten. 2016 war man noch von gut 9 Mio. Euro ausgegangen.

Der Gemeinderat hat notgedrungen zugestimmt. Stadträtin Koch (CDU) sagte, auch der Sport benötige eine Infrastruktur; man dürfe allerdings nicht vergessen, dass es in Musberg noch mehr sanierungsbedürftige Räumlichkeiten gebe. Wieder einmal zeige sich, dass man gut prüfen müsse, ob nicht ein Neubau günstiger sei als Sanierung, meinte Stadtrat Dr. Wächter (FW).

Stadträtin Link (SPD) erinnerte daran, dass die Turnhalle ja sehr wohl neu gebaut werde, nur die Gaststättenräumlichkeiten und der Zugangsbereich würden saniert. Als Mitglied in der Baukommission habe er festgestellt, dass auch Baufachleute nicht vorab alles richtig einschätzen könnten, sagte Stadtrat Engel (CDU).

Stadtrat Vohl (FW) fragte, ob man die Ausschreibungsmodalitäten in irgendeiner Weise ändern könne. Auch Stadträtin Skudelny (FDP) schlug dies als Thema für den Technischen Ausschuss vor. Doch sie bemängelte zugleich, dass man immer wieder nachträglich mit einer „falschen Zahlenbasis“ konfrontiert werde, und dies liege nicht an der Konjunktur.

Die Verwaltung versuche, durch frühzeitige Ausschreibungen die Chancen auf Angebote zu erhöhen, sagte Baubürgermeisterin Noller. Die Firmen wüssten, dass Kommunen, die mehrfach ausschreiben, unter Druck stehen und sie würden dies oft für höhere Preisforderungen ausnutzen. Man nehme inzwischen für etwaige Preissteigerungen von vornherein einen finanziellen Puffer in die Gesamtrechnung auf.