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Stadtmarketing: Besinnung auf eigene Kräfte

Leinfelden-Echterdingen hat viele schöne Seiten. Die Spanne reicht von einer idyllischen Natur im Siebenmühlental über das pittoreske Areal rund um Rathaus und Kirche in Echterdingen bis hin zum einmaligen Spielkartenmuseum. Dazu kommen moderne Hotels, eine abwechslungsreiche Gastronomie und ein vielgestaltiger Einzelhandel. Doch wie macht man all diese Vorzüge publik?

Foto: Bergmann

Schließlich liegt die Kommune bei den Übernachtungszahlen landesweit im Spitzenfeld. Und wie animiert man möglichst viele der 26.000 Einpendler in die Stadt, vor Ort einzukaufen?

Neue Wege gehen

Genau das ist Aufgabe des Stadtmarketing, das in den vergangenen Jahren nicht nur mit Broschüren und Flyern für die Kommune geworben hat, sondern sich mit der Wirtschaftsoase auf der Messe „Familie & Heim“ einem breiten Publikum präsentiert hat. Nach vielen erfolgreichen Auftritten hatte man in diesem Jahr auf eine Neuauflage verzichtet, wollte die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Gemeinderat generell neue Wege gehen.

Schon in den vergangenen Jahren waren viele Ideen geboren worden, sogar eine Klausurtagung war vor zwei Jahren geplant, jedoch nicht durchgeführt worden. Im November 2019 wurde ein Konzept vorgestellt, dass wegen mangelnder Unterstützung im Gremium zurückgezogen wurde. Es kam zum weitgehenden Stillstand, jetzt jedoch will man beim Stadtmarketing wieder Fahrt aufnehmen.

Votum gegen externe Agentur

Sollte man dazu jedoch eine externe Agentur hinzuziehen oder auf eigene Kräfte setzen? Mit dieser Frage setzte sich kürzlich der Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss auseinander – und erlebte einen sehr engagiert auftretenden Oberbürgermeister. Roland Klenk sprach sich klar dagegen aus, eine Agentur mit dieser Aufgabe zu betrauen. Er befürchtet, dass man nach einem Jahr für teures Geld einen theoretischen Überbau für ein Konzept bekomme. „Dabei kommt doch nur das heraus, was wir schon haben und wissen“, so Klenk. Denn die Ziele sind ohnehin klar, beinhalten unter anderem die Stärkung des Tourismus, die Stärkung des Einzelhandels und damit auch die Belebung der Ortskerne.

Damit traf Klenk die Stimmung der Stadträte. „Die Ergebnisse liegen auf dem Tisch und brauchen kein externes Gutachten“, sagte Barbara Sinner-Barthels (SPD) und wünscht sich zwei oder drei Leuchtturmprojekte für die Bürger. „Wir machen schon lange an diesem Thema herum, haben aber noch nicht so viele Ergebnisse erzielt“ ergänzte sie selbstkritisch. Kommunikationsprobleme machte auch Sabine Onayli (L.E. Bürger/DiB) aus und regte an, die abgesagte Klausurtagung nachzuholen. „Eine komplett neue Konzeption brauchen wir nicht“, ergänzte sie. Marie Céline Kühnel (CDU) sprach sich dafür aus, das Stadtmarketing in der Stadt zu belassen. Schließlich gebe es gute Ideen, wie die Ortskerne gestärkt werden könnten. „Priorität hat, dass das Geld im Ort ankommt“, ergänzte sie. Dem widersprach jedoch David Armbruster. „Es geht nicht nur darum, dass das Geld beim BdS ankommt, wir profitieren alle davon“, so der Grünen-Stadtrat.

Bessere Kommunikation

„Man sollte die Zeit zurückdrehen und über die Vorlage vom November abstimmen, dann könnten wir sofort ohne viele Aufwand loslegen“, so Armbruster, schließlich seien die Dinge erarbeitet worden. „Wir müssen die Unverwechselbarkeit von LE konkret unterfüttern und nach vorne schauen“, forderte Dr. Eberhard Wächter, der Fraktionsvorsitzende Freie Wähler/FDP.

Klenk freute sich am Ende über den gemeinsamen Standpunkt und mahnte zu einer besseren Kommunikation. „Da müssen wir uns alle am Riemen reißen“, so der Oberbürgermeister. „Wenn alle mitarbeiten, können wir in einem halben Jahr schon etwas vorweisen“, gab er sich optimistisch. Allerdings sei eines klar: Stadtmarketing ist ein ständiger Prozess.