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Es gibt keinen Messeauftritt mehr auf der Familie & Heim „Der Zenit ist überschritten“

Der Verwaltungs-, Kultur und Sozialausschuss hat mehrheitlich beschlossen, dass es keinen Messeauftritt der Stadt Leinfelden-Echterdingen mehr auf der Familie & Heim geben wird.

Blau-gelbe Fahnen auf dem Messegelände
Foto: Bergmann

„Es war eine neun Jahre lang sehr erfolgreiche Messe mit großer Strahlkraft in die Region. Auch das Ehrenamt machte zuletzt mit“, sagte Klaus P. Wagner, in dessen Verantwortung das Stadtmarketing bislang lag (aufgrund einer Neuorganisation innerhalb der Stadtverwaltung wurde das Stadtmarketing zum 1. März in die Wirtschaftsförderung eingegliedert). Aber der Zustrom der gewerblichen Aussteller habe nachgelassen. „Der Zenit ist überschritten“, konstatierte er. Was auch daran liege, dass das Publikum sich nicht ändere. Für rund 150 bis 170 Firmen in der Stadt sei die Messe als Podium von Interesse gewesen: „Annähernd alle waren mal dabei.“

„Im Rahmen einer Gesamtorientierung, wie das Stadtmarketing künftig aussehen soll, muss auch die Messe auf den Prüfstand“, so Wagner. Im Sinne eines effektiven Stadtmarketings sei es an der Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen und die bislang für den Messeauftritt eingesetzten Mittel in neue Projekte zu investieren.

„Das Budget für den Messeauftritt, 189.000 Euro, bleibt mit Sperrvermerk im Haushalt drin“, betonte Bürgermeister Dr. Kalbfell. „Es wartet auf eine andere Verwendung – für den Einzelhandel und die Gewerbetreibenden.“

Im November hatte ein Konzept über das zukünftige personelle und inhaltliche Konzept für das Stadtmarketing nicht die Zustimmung des VKS-Ausschusses gefunden. Damit blieb aber auch offen, ob weiterhin der Messeauftritt stattfinden sollte. Dieser war ein Kooperationsprojekt mit der Landesmesse Stuttgart, die ebenso Planungssicherheit benötigt wie die Stadtverwaltung. Es sei in Ordnung, den Messeauftritt jetzt einzustellen, fand Stadtrat Armbruster (Grüne). „Aber wir könnten schon sehr viel weiter sein“, sagte er, „über die Zukunft des Stadtmarketings diskutieren wir schon seit langem“. Die Stadt könne auch mit vielen kleineren Projekten etwas für die Gewerbetreibenden tun. Auch das Stadtticket sei indirekt eine Förderung des örtlichen Gewerbes.

In der Phase der Neuaufstellung des Stadtmarketings könne man nicht noch nebenher die Messe organisieren, sagte Stadtrat Dr. Wächter (FW/FDP). „Und es gibt ja keinen In der Phase der Neuaufstellung des Stadtmarketings könne man nicht noch nebenher die Messe organisieren, sagte Stadtrat Dr. Wächter (FW/FDP).

„Es war klar, dass der Messeauftritt nicht mehr zukunftsfähig ist“, erklärte Stadträtin Onayli (L.E. Bürger/DiB). Dem Gros der Einzelhändler würde ein weiterer Messeauftritt nichts nützen. Bei der Suche nach einer Neuausrichtung des Stadtmarketings stelle sie sich nicht nur professionelle Unterstützung vor, sondern denke auch an eine Art Bürgerworkshop.

Das Geld für den Messeauftritt sollte man umlenken, sagte Stadträtin Sinner-Bartels (SPD): „Ein Mehrwert ist nicht mehr erkennbar.“ Aufwand und Ertrag, so habe sie immer wieder von Ausstellern gehört, stünden nicht im richtigen Verhältnis. Sie sehe eine andere „attraktive Zielgruppe“ für Handel und Gastronomie, um die man sich kümmern sollte, nämlich die 26.000 täglichen Einpendler.

Auch die Messebeschicker und Hotelgäste sollte man „mehr für die Stadt begeistern“, so Stadtrat Haug (FW/FDP), wie überhaupt die Messe z. B. mit Radwegen besser an LE angebunden werden sollte. Keine Zustimmung kam indes von der CDU. „Der Messeauftritt war ein Highlight, und uns fehlt ein Leuchtturmprojekt“, sagte Stadträtin Kühnel. Sie bemängelte die „Zeitschleife und Sackgasse“, in der man sich seit langem drehe. Man müsse jetzt handeln, das gesperrte Geld nütze dem Einzelhandel nichts. „Es ist zu früh, die Messe zu streichen, ohne eine konkrete Alternative zu haben.“