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Energiekrise: Was hat die Stadt LE bereits veranlasst?

Die Stadtverwaltung LE trägt die Verantwortung für rund 200 städtische Gebäude und Liegenschaften. Darunter fallen neben den klassischen Verwaltungsgebäuden und Versammlungsstätten vor allem Schulen, Sport-, Schwimm- und Festhallen, Kindertagesstätten, städtische Wohnungen sowie Liegenschaften der Unterbringung von Obdachlosen und Geflüchteten.

Gasflammen eines Gasherdes
Foto: by-studio/Adobe Stock

Vor der Energiekrise hat die Stadt LE dafür jährlich rund 2 Mio. Euro an Energiekosten ausgegeben. Wenn man von durchschnittlichen Energieverteuerungen von 40 bis 50% ausgeht, dann wird deutlich, wie stark der städtische Haushalt belastet wird und wie notwendig ein bewusster Umgang mit Energie ist.

Was hat die Stadt LE bereits veranlasst, um hier gegenzusteuern?

  1. Bereits während des außergewöhnlich warmen Sommers haben wir die Warmwasserbereitung in den städtischen Liegenschaften und vor allem in den Sport- und Badestätten heruntergefahren. Auch in den kommenden Monaten wird die Warmwasserversorgung gedrosselt und bis auf die Ferienzeiten jedoch nicht gänzlich ausgestellt.
  2. Im Hallenbad Leinfelden, im Goldäckerschwimmbad und im Bad der Eichbergschule ist die Badetemperatur zur Durchführung des Schulschwimmens sowie der Schwimmkurse mit 27 Grad wieder normal. Es wird jedoch bis auf weiteres kein Warmbadetag mehr angeboten. Während der Sommerferien und den damit zusammenhängenden Wartungs- und Reinigungsarbeiten waren die städtischen Bäder mehrere Wochen bereits geschlossen.
  3. Ausgehend von der Tatsache, dass sich mit einer Reduzierung der Wärme um ein Grad bis zu 6 % Energie einsparen lassen, wurde die Temperatur in den städtischen Liegenschaften an die verbindlichen Vorgaben des § 6 der „Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen“ des Bundes angepasst. Danach sind in Büroräumen maximal 19 Grad erlaubt, in Räumen in denen körperlich gearbeitet wird je nach Intensität der körperlichen Arbeit zwischen 12 bis maximal 18 Grad. Die Lufttemperatur in städtischen Sport- und Festhallen wird auf 17 Grad gesenkt. Vereine, die eigene Gebäude und Sporthallen betreiben, wurden gebeten, pflichtbewusst zu schauen, wie auch sie dazu beitragen können, weiter Energie einzusparen.
  4. In Schulen und Kitas wird besondere Rücksicht auf die Kinder genommen und entsprechend den Empfehlungen des Landes eine Temperatur von 20 Grad angestrebt.
  5. Entsprechend § 7 der o.g. Bundesverordnung wurden in öffentlichen Nichtwohngebäuden dezentrale Trinkwassererwärmungsanlagen, insbesondere Durchlauferhitzer oder dezentrale Warmwasserspeicher ausgesteckt, wenn deren Betrieb überwiegend zum Händewaschen vorgesehen ist. Darüber hinaus wurden die städtischen Brunnenanlagen im Stadtgebiet bereits vor dem Krautfest abgeschaltet und winterfest gemacht, um auch hier Wasser bzw. Energie einzusparen.
  6. Bezüglich der Energieeinsparung im Bereich der Straßenbeleuchtung ist festzuhalten, dass bereits ca. 3.800 von insgesamt ca. 5.300 Leuchten auf LED-Technik umgerüstet wurden. Der Energieverbrauch konnte dadurch erheblich reduziert werden. Eine Nachtabsenkung ist bereits für die Zeit zwischen 22 und 6 Uhr eingerichtet. Eine Prüfung über weitere Einsparmöglichkeiten findet zur noch Zeit statt. Eine Abschaltung der Lichtsignalanlagen ist vor dem Hintergrund der Verkehrssicherheit nicht möglich. Insgesamt gibt es im Stadtgebiet 15 Verkehrssignalanlagen und 45 Fußgängersignalanlagen. Durch die sukzessive Umrüstung der zum Teil veralteten Anlagen auf LED-Technik kann Energie eingespart werden, wobei allerdings zunächst Investitionen in erheblichem Umfang notwendig werden. Auch hier laufen derzeit weitere Prüfungen.
  7. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden über nutzerbezogene Maßnahmen zur Energieeinsparung mit praktischen Vorschlägen informiert und entsprechende Schulungen und Fortbildungen zur Energieeinsparung und optimale Geräteeinstellung werden angeboten.
  8. Darüber hinaus werden die empfohlenen Wartungsintervalle unserer Heiz- und Energiezentralen durchgeführt, damit diese optimal eingestellt sind und mit hoher Wirksamkeit laufen. Unser Personal im technischen und hausmeisterlichen Bereich wird kontinuierlich weitergebildet, damit technische Anlagen energieeffizient bedient werden. Im Haushalt sind ausreichend Finanzmittel zur energetischen Ertüchtigung von Anlagen und Gebäuden vorhanden.
  9. An städtischen Gebäuden werden – wo dies Sinn ergibt – im Rahmen des personell Leistbaren nach und nach neue Photovoltaikanlagen installiert und energetische Verbesserungen durchgeführt.
  10. Es ist sichergestellt, dass bei Bezieherinnen und Bezieher von Sozialleistungen bereits im Rahmen des geltenden Sozialrechts die steigenden Energie- und Heizkosten bei der Bedarfsberechnung Berücksichtigung finden.
  11. Der Gemeinderat hat im September ein Krisen- und Notfallmanagementkonzept für LE beschlossen und dafür rund 200.000 Euro zur Verfügung gestellt. Ferner wurde für das Bürger- und Ordnungsamt eine ganze Stelle für das Katastrophen- und Notfallmanagement vom Gemeinderat bewilligt. Es laufen in Abstimmung mit den örtlichen Hilfsorganisationen die Vorbereitungen, dass das Walter-Schweizer-Kulturforum und seine Nebenräume bei Bedarf rasch als Wärmetreffpunkt bzw. Wärmehalle oder auch als Notfallunterkunft eingerichtet werden können.
  12. Bereits in den letzten Monaten wurden im Amtsblatt und auf der städtischen Website wichtige Hinweise und weitere Informationsquellen zum Energieeinsparen veröffentlicht. Zudem gab es mehrere Veranstaltungen wie den Mobilitätstag oder den Energiewendetag der Stadtwerke oder den Klimadialog mit der Stadtverwaltung. Wir werden diesbezüglich weitere aktuell Informationsmöglichkeiten anbieten.

Insgesamt leistet die Stadt LE mit diesen bereits konkret eingeleiteten Maßnahmen einen wichtigen Beitrag, um die Energielage zu entspannen. Allerdings kommt es auf jeden einzelnen von uns an, mit unserem Verhalten den Energieverbrauch zu reduzieren und dazu beitragen, dass Energie bezahlbar bleibt. Damit leisten wir auch einen enormen Beitrag zum Klimaschutz. Machen Sie mit!