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Schottergärten oder insektenfreundliche Staudenpflanzungen?

Das Amt für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau wird aktuell immer wieder daraufhin angesprochen, warum die Stadt zahlreiche Schottergärten anlegen würde, obwohl diese doch verboten sind.

Stauden in Schotterbeet
Foto. Stadt

Es ist richtig, dass Schottergärten gemäß dem Landesnaturschutzgesetz nicht zulässig sind, wenn sie aus „Gestaltungsgründen“ nahezu vollflächig nur aus Kies, Schotter oder Steinen bestehen, auch wenn vereinzelt Pflanzen gesetzt werden. Diese Flächen sind zwar wasserdurchlässig, aber nicht insektenfreundlich und somit ökologisch völlig wertlos, vergleichbar mit einer Belagsfläche. In den von der Stadt angepflanzten Beeten ist die Sachlage jedoch anders.

Bei trockenheitsresistenten, pflegeleichten und insektenfreundlichen Staudenpflanzungen (wie sie beispielsweise in diesem Frühjahr in der Stuttgarter Straße oder auch der Echterdinger Straße durchgeführt wurden) verwendet die Stadt Schotter- und Splittmaterial als Mulch- bzw. Abdeckschicht (statt Rindenmulch o.ä.). Dadurch bleibt die Wasserdurchlässigkeit erhalten, der Boden trocknet nicht so stark aus und das Unkraut wird ferngehalten.

Stauden in Schotterbeet
Foto. Stadt

Die Schotterfläche wird – ähnlich wie bei einer Verwendung von Rindenmulch – nach und nach von den Stauden durchdrungen und entwickelt sich zu einer geschlossenen Staudenfläche, auf der der Schotter dann nur noch zu erahnen ist.

Bei diesen Staudenpflanzungen ist der Schotter im Gegensatz zu Schottergärten kein „Stilmittel“ sondern ein „Mittel zum Zweck“ einer vielfältigen und insektenfreundlichen Staudenpflanzung. Zur Veranschaulichung dienen die beiden Fotos aus der Echterdinger Straße: Das erste Bild (oben) ist ungefähr drei Monate nach der Pflanzung entstanden; hier ist der Schotter noch deutlich zu erkennen. Das zweite Foto (unten) zeigt die Stauden nach nur rund einem Jahr Entwicklungszeit.