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Nach positiver Wirtschaftlichkeitsuntersuchung OB Klenk sieht neue Gäubahntrasse als zukunftsfähige Lösung

„Das ist nicht nur die beste, sondern auch die zukunftsfähigste Lösung für alle.“ So bewertet Oberbürgermeister Roland Klenk die derzeitigen Überlegungen für eine alternative Anbindung des Flughafens an die Gäubahnlinie.

S-Bahn fährt durch grüne Landschaft
Foto: Bergmann 

Mit großer Freude habe er deshalb zur Kenntnis genommen, dass diese Lösung nicht nur planerisch überzeugt, sondern trotz der hohen notwenigen Investitionen auch wirtschaftlich ist. Aus seiner Sicht „ein großer Schritt in die richtige Richtung!“.

Die Region Stuttgart könne mit der optimalen Einbindung in den Deutschlandtakt in der Standortgunst kräftig punkten und auf diese Weise ihre Wirtschaftskraft erhalten. Wenn Landesverkehrsminister Hermann nun anmahne, dass es beim Flughafenanschluss nicht zu Verzögerungen kommen dürfe, kann Klenk nur feststellen, dass es die Projektpartner von Stuttgart 21 ja selbst in der Hand hätten, wie schnell sie sich auf diese neue Lösung einigen.

Im Übrigen sei Zeitverzug kein Argument gegen die bessere Lösung. „Viel zu oft wurden in der Politik aus diesem Grund fatale Fehlentscheidungen getroffen, die dann nachhaltig negative Auswirkungen hatten“, so der Oberbürgermeister von Leinfelden-Echterdingen. Und dies sei besonders dort nicht hinnehmbar, wo die Gesundheit von Menschen betroffen ist.

Die bisherige Planung der Streckenführung über das quer durch Leinfelden-Echterdingen führende S-Bahn-Gleis verursache massive Beeinträchtigungen der Anwohner durch Lärm und Erschütterungen. Das könnte – neben den besonderen Belastungen während der Bauzeit zum Beispiel durch das geplante Erddepot am Ortsrand von Oberaichen – mit der neuen Planung vermieden werden. „Die S-Bahn-Trasse ist heute trotz aller Nachteile städtebaulich hervorragend und sehr behutsam in die Stadtgestalt eingebunden“, sagt Klenk.

Lärmschutzmaßnahmen, die mit der Gäubahnverbindung auf dieser Schiene erforderlich würden, würden dies zunichtemachen, „die Trasse zu einem kalten, rein technischen Bauwerk“. Die in vielen Jahren erreichte Identität der Bevölkerung mit diesem zwangsläufig trennenden städtebaulichen Element ginge verloren. „Keine gute Voraussetzung für die Akzeptanz und die Förderung des ÖPNV“, so Klenk.

In diesem Zusammenhang gebe es seiner Meinung nach aber auch noch ein weit wichtigeres Argument: „Teure Investitionen müssen nicht nur finanzierbar, sondern hinsichtlich eines zukunftsfähigen Betriebs auch nachhaltig sein.“ Die bisherige Lösung sei es nicht. Sie habe massive Fehler und Nachteile bei der Vertaktung der unterschiedlichen Züge und verhindere einen zukunftsfähigen Ausbau des schienengebundenen Nahverkehrs. „Das haben wir“, so der Oberbürgermeister von Leinfelden-Echterdingen, „in den vergangenen Jahren immer wieder klar nachgewiesen.“

Fakten zur vorgeschlagenen alternativen Gäubahnführung

  • Der Ausbau der Gäubahn zwischen Stuttgart und Singen könnte zu einem neuen, elf Kilometer lagen Tunnel zwischen Böblingen-Goldberg und dem Landesflughafen führen. Der Ausbau sie wirtschaftlich, wie kürzlich Verkehrsstaatssekretär Steffen Bilger verkündete. Die entsprechende Untersuchung habe den Wert von 1,2 für das Nutzen-Kosten-Verhältnis belegt. Die Kosten für den Tunnelabschnitt – zwei Röhren – sollen bei 976 Millionen Euro liegen. Für LE würde das bedeuten, dass wie bisher nur die S-Bahnzüge durch die Stadt rollen würden.
  • Der Gäubahntunnel würde unterirdisch zwischen Oberaichen und Musberg verlaufen, Leinfelden nördllich des S-Bahnhofs unterqueren udn dann zwischen dem Echterdinger Ei und dem Nordrand von Echterdingen in einer Kurve von Osten her den Flughafenbahnhof erreichen.