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Stadt will Ausbreitung der Misteln stoppen Baumschädlinge auf dem Vormarsch

Von Misteln befallene Bäume
Die immergrünen Misteln werden besonders dann sichtbar, wenn das Laub von den Bäumengefallen ist. Der Befall mit der Schmarotzerpflanze hat stark zugenommen, worunter vor allem die Bäume in den Streuobstwiesen leiden. | Foto: unicusx/Adobe Stock

In den letzten fünf Jahren hat der Mistelbefall in Leinfelden-Echterdingen sehr stark zugenommen. Der Parasit befällt unter anderem Streuobst- und Laubbäume und entzieht ihnen lebensnotwendige Nährstoffe sowie Wasser. Auf Dauer werden die Bäume geschwächt, viele sind nicht mehr zu retten.

Das Amt für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau hat deshalb eine Mistelkartierung durchgeführt und dabei festgestellt, dass im Durchschnitt 27 Prozent der Streuobstflächen mit Misteln befallen sind. Mit mehreren Aktionen wolle man nun verstärkt gegen die Misteln vorgehen, nachdem diese Halbschmarotzer beim städtischen Baumbestand inzwischen bereits herausgeschnitten worden seien, berichtete Abteilungsleiterin Katja Siegmann den Mitgliedern im Technischen Ausschuss.

Für folgende Maßnahmen und Kosten bekam sie vom Gremium einstimmig grünes Licht:

  • Die Mistelbeseitigung auf privaten Streuobstflächen im November, (beginnend in Echterdingen: „Brühlgärten“, „Brühländer“ und „Unteres Tor“), wobei für die
  • Eigentümer keine Kosten entstehen – die Schnittkosten von 1.000 Euro übernimmt der NABU.
  • Mistelbeseitigungen auf weiteren privaten Streuobstflächen, die im Frühjahr 2021 und 2022 folgen sollen. Da hier die Stadt die Schnitt- und Entsorgungskosten (9.000 Euro) trägt, ist auch diese Maßnahme für Eigentümer kostenfrei.
  • Ferner will das Grünflächenamt auch die Mistelbeseitigung auf privaten Flächen für andere Baumarten zu 50 Prozent fördern. Privatpersonen können dann bei der Stadt einen Antrag auf finanzielle Unterstützung stellen, der nach dem Einreichungsdatum bewilligt wird. Die Fördersumme aller Anträge soll auf 5.000 Euro pro Jahr gedeckelt werden. Rückschnitte und eventuelle Baumfällungen müssen hier von den Eigentümern selbst organisiert und abgewickelt werden.