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Für mehr Vielfalt auf Privatgrundstücken Schottergärten werden verboten

Am 22. Juli hat der Landtag der Änderung des Naturschutzgesetzes und des Landwirtschafts- und Landeskulturgesetzes zugestimmt. Die Gesetzesnovelle ist die Weiterentwicklung des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ und soll die Biodiversität in Baden-Württemberg stärken.

Foto: Bergmann

Für Ihr Zuhause bedeutet dies, dass die Neuanlage von Schottergärten unzulässig ist. Über die Frage, ob bereits angelegte Schottergärten wieder beseitigt werden müssen, besteht derzeit Uneinigkeit in den Landesministerien. Laut Umweltministerium seien alle vorhandenen Schottergärten, die nach 1995 angelegt wurden, illegal.

Das Umweltministerium bezieht sich dabei auf die Landesbauordnung, die 1995 in Kraft getreten ist – hier ein Auszug daraus: „§ 9 Nichtüberbaubare Flächen der bebauten Grundstücke, Kinderspielplätze: (1) Die nicht überbauten Flächen der bebauten Grundstücke müssen Grünflächen sein, soweit diese Flächen nicht für eine andere zulässige Verwendung benötigt werden. Ist eine Begrünung oder Bepflanzung der Grundstücke nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich, so sind die baulichen Anlagen zu begrünen, soweit ihre Beschaffenheit, Konstruktion und Gestaltung es zulassen und die Maßnahme wirtschaftlich zumutbar ist.“

Der Gesetzgeber hofft auf die Kooperation und Einsicht der Bürgerinnen und Bürger und ermuntert, die bestehenden Schottergärten, die meist Vorgärten sind, in grüne Vorgärten zu verwandeln. Denn der Vorgarten gelte ja als Visitenkarte des eigenen Hauses und auch als ein Raum, der von Bewohnern täglich durchquert wird und das Stadtbild maßgeblich prägt. Dabei sei die Begrünung des Vorgartens nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern bringe für Bewohner, Anwohner und Umwelt viele Vorzüge mit sich:

  • Reduzierung von Hitzeentwicklung durch Beschattung und Verdunstung
  • Entlastung der Kanalisation durch Aufnahme von Regenwasser
  • Bindung von Feinstaub
  • Dämpfung von Straßenlärm
  • Sichtschutz
  • Lebensraum für Insekten und Vögel
Tipp: Begrünung mit der Mischung „Präriesommer“

In den nächsten Amtsblattausgaben gibt das Amt für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau unter der Rubrik „Mehr Vielfalt für Ihr Zuhause“ praktische Pflanzentipps zur Gestaltung des eigenen Gartens – frei nach dem Motto: Profitieren Sie von unserer Jahre langen Erfahrung mit blütenreichen, insektenfreundlichen und pflegearmen Pflanzflächen! Los geht es gleich mit dem ersten Pflanzvorschlag: Viel Lob erhält die Stadtverwaltung immer wieder für das schöne Staudenbeet an der S-Bahn Leinfelden (siehe zweites Foto). Dort wurde die erprobte Staudenmischung mit dem Namen „Präriesommer“ ausgesät.

  • Kontakt: Amt für Umwelt, Grünflächen und Tiefbau, Abteilung Umwelt und Grünflächen, Katja Siegmann, Tel. 1600-741, E-Mail: k.siegmann@le-mail.de