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S21: Tunnel für Gäubahn angedacht Stadt begrüßt neue Überlegungen

Schon seit vielen Jahren wehrt man sich in Leinfelden-Echterdingen gegen die Pläne im Rahmen von Stuttgart 21, die der Stadt nicht nur weiteren Lärm durch die Züge der Gäubahn bringen würde. Befürchtet wird zudem, dass unter dem Mischverkehr auf gemeinsamen Gleisen auch die Pünktlichkeit der S-Bahnen leiden würde.

Foto: Krämer

Nun könnten, wie Presseberichten zu entnehmen war, die Weichen neu gestellt werden. Denn ein Gut-achten der Schweizer Firma SMA zum beabsichtigten Deutschland-Takt führt verschiedene Maßnahmen an, wie deutschlandweit Züge im 30-Minuten-Rhythmus die großen Städte miteinander verbinden sollen. Und das könnte Auswirkungen auch auf Leinfelden-Echterdingen haben. Denn um die Züge der Gäubahn von und in Richtung Schweiz in den Deutschland-Takt zu integrieren, wird ein Tunnel zwischen Unteraichen und dem
Flughafen vorgeschlagen.

Die Stadt sieht sich nach Worten von Oberbürgermeister Roland Klenk in ihrer Kritik an den bisherigen Planungen bestätigt und unterstützt die neuen Überlegungen. „Die Auswirkungen eines im Zuge des Deutschland-Takts angedachten Tunnels, der bereits vor der Rohrer Kurve südlich Oberaichen und Unteraichen zum Flughafen geführt werden soll, wären für Leinfelden-Echterdingen natürlich fast durchweg positiv“, so Klenk. Denn das würde bedeuten, dass keine zusätzlichen Gäubahnzüge auf der S-Bahn-Trasse durch die Stadt fahren und dadurch die Anwohner mit noch mehr Lärm und Erschütterungen belasten. Und das nicht nur im Betrieb, sondern auch beim – dann womöglich obsoleten – Ausbau der S-Bahn-Trasse. Auch der S-Bahn-Takt würde weder durch den Umbau für die Gäubahn noch beim späteren Regelbetrieb beeinträchtigt, da die volle Kapazität der Strecke für die S-Bahn erhalten bliebe.

Das sollte sich nach Ansicht Klenks positiv auf die ohnehin verbesserungswürdige Pünktlichkeit der SBahnen auswirken und Optionen für eine weitere S-Bahn-Taktverdichtung oder eine neue Tangential-S-Bahn Böblingen–Flughafen–Neckartal offenhalten. „Außerdem“, so der Oberbürgermeister, „könnte auf die städtebaulich unschönen, weil trennenden Schallschutzbauwerke entlang der Gleise verzichtet werden“. Die Stadt bekomme dadurch alle Möglichkeiten für eigene städtebauliche Planungen zurück. Ein weiterer positiver Aspekt: Leinfelden-Echterdingen würde von einer besseren Einbindung des Flughafenknotens in den Fernverkehr dank Deutschland-Takt profitieren. „Je nach Bahnhofslösung wird das Umsteigen am Flughafen von der Gäubahn zu ICE-Zügen nach Stuttgart oder Ulm und möglicherweise auch der S-Bahn wesentlich erleichtert, da die Umsteigewege kürzer sind.