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Mobilitätspunkte in Stetten und Echterdingen kommen einen Schritt weiter Brücken-Provisorium wegen Verbreiterung der Schnellstraße

Mobilitätspunkte sollen dazu beitragen, den dichten Autoverkehr in LE zu reduzieren. Hier sollen die Menschen vom Fahrrad in den Bus und umgekehrt steigen, Möglichkeiten zum Kiss & Ride haben und in ein Car-Sharing-Fahrzeug steigen, außerdem Ladeeinrichtungen für Elektromobilität bekommen. Deshalb sollen in den kommenden Jahren Haltestellen umgebaut werden.

Die B27-Unterführung ist eine Engstelle und trennt die zukünftige Stadtbahnhaltestelle vom Ort. | Foto: Bergmann

Der Start ist mit zwei gut sichtbaren Mobilitätspunkten geplant: einem in Stetten und einem in Echterdingen. Bei einer Enthaltung wurde jüngst im Gemeinderat weitere Schritte in dieser Richtung gegangen. Für die beiden Mobilitätspunkte Stetten-Hof sowie den an der Stadionstraße in Echterdingen wurden nun die markanten Stelen ausgeschrieben.

Um die Kosten zu reduzieren, hat man sich für Buswartehallen und weitere Ausstattungselemente in Serienproduktion entschieden, die jedoch das Design der Stelen unterstützen. Für die erst einmal geplanten 32 Buswartehallen – natürlich nicht nur an den beiden Mobilitätspunkten – sowie die Stelen und das Honorar für die Planer wird mit Kosten in Höhe von 950.000 Euro gerechnet. Allerdings sind bereits Fördergelder für die Mobilitätspunkte in Höhe von 550.000 Euro zugesagt, zudem geht man auch bei den Wartehallen von finanzieller Unterstützung aus.

Nach dem Votum der Stadträte kann nun außerdem das Landschaftsarchitekturbüro Kienleplan aus Leinfelden-Echterdingen mit der Vorentwurfsplanung für die beiden Mobilitätspunkte beginnen. Während die Rahmenbedingungen in Stetten ziemlich klar sind, muss im Fall des Mobilitätspunktes in Echterdingen mit Unwägbarkeiten gerechnet werden. Grund dafür ist die geplante Verbreiterung der B27 auf sechs Fahrspuren. Betroffen davon ist der unter der Schnellstraße verlaufende Tunnel, der im Moment den Landwirten und einem jenseits der Straße liegenden Betrieb die Zufahrt ermöglicht. Durch diese Unterführung sollen auch einmal die Fahrgäste von der U6-Stadtbahnhaltestelle in Richtung Bushaltestelle und den Ort selbst laufen und auch der Radverkehr geführt werden.

„Wir stehen in intensivem Kontakt mit dem für den B27-Ausbau zuständigen Regierungspräsidium“, sagte Eva Noller. Nach Angaben der Behörde solle die Brücke zwar an derselben  Stelle bleiben, müsse jedoch neu gebaut worden, ergänzte die Baubürgermeisterin. Bis die neue Planung steht, werde an ein Provisorium gedacht. „Die Mobilitätspunkte sind ein wichtiger Baustein unseres Mobilitätskonzepts“, so Noller.

Die Unterführung, die nun erst einmal aus den Planungen herausgenommen wurde, hatte in den Gremien für Diskussionen gesorgt, „die Landwirte umgetrieben“, wie Karl Kizele (FW) sagte. Denn sie befürchten, dass es zu gefährlichen Begegnungen zwischen Lkw oder Traktoren mit Fußgängern und Radfahrern kommen könnte. „Nun sollten wir uns die Zeit nehmen, um mit den Betroffenen eine gemeinsame Lösung zu finden“, sagte der Stadtrat und schlug vor, den Chefplaner des Regierungspräsidiums zeitnah in den Gemeinderat zu holen. Martin Klein (Grüne) sprach sich für eine länger haltbare Interimslösung aus, „falls die B27-Erweiterung nicht so schnell kommt wie geplant“. Mit einer Ampelschaltung könnte seinen Worten nach außerdem der Begegnungsverkehr vermieden werden. Und SPD-Stadtrat Jens Zellmer regte an, das Problem der Parkplätze an der Stadionstraße mit einer Quartiersgarage zu lösen.